StartFCSFCS-Spielanalyse gegen die Sechziger: Offensiv zu schwach

FCS-Spielanalyse gegen die Sechziger: Offensiv zu schwach

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Der 1.FC Saarbrücken belohnt sich einfach nicht! Nach einem spielerischen Highlight gegen den TSV 1860 München sah man im Ludwigspark in die Augen vieler ratloser Gesichter. Ähnlich wie gegen die Alemannia aus Aachen hatte der FCS ein grandioses Heimspiel abgeliefert, jedoch wieder nicht gewonnen.

Auf den letzten Metern der Spielzeit 2025/26 könnte es noch einmal spannend werden im Kampf um den Klassenerhalt. Der SSV Ulm gewann in letzter Sekunde sein Heimspiel gegen den TSV Havelse mit 2-1, wodurch der Vorsprung des 1.FC Saarbrücken nach dessen 0-0 gegen 1860 München auf sechs Punkte geschmolzen ist. Das größte Problem dabei war erneut die chronisch schwache Chancenverwertung der Saarbrücker Offensive.

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Allein Maurice Multhaup hatte gegen die Löwen drei Hochkaräter, belohnte sich jedoch wieder nicht für seinen Aufwand. Ebenso kläglich agierte der formschwache Kai Brünker vor dem Tor der Gäste, als er zu zögerlich im Abschluss an Dähne vorbeiziehen musste und kurz darauf an einem Münchener Feldspieler scheiterte, der den schwachen Abschluss von der Linie wegschlug.

Diese Partie machte deutlich: Der FCS hat ein echtes Offensivproblem. Florian Pick büßte in der Rückrunde stark an Torgefahr ein und erzielte insgesamt erst zwei Tore trotz seiner zahlreichen Gelegenheiten. Diese entstehen allerdings meist im Alleingang aufgrund seiner individuellen Klasse. Kein Wunder also, dass Pick ein wenig überspielt wirkt. Um ihn herum fehlt es zudem merklich an Qualität. Tim Civeja performte zwar überragend auf der Zehn, seine Abschlüsse ließen dennoch stark zu wünschen übrig. Ähnliches gilt für Multhaup, der ein unglaubliches Gespür für die gefährlichen Räume aufzeigt, schlussendlich aber viel zu wenig aus seinen Möglichkeiten macht.

Ein großes Problem in dieser Saison ist ohne Zweifel die Lage auf der Mittelstürmerposition. Vier Kandidaten stehen Argirios Giannikis zur Auswahl. Ob einer der vier oberes Drittliga-Level besitzt, darf mittlerweile angezweifelt werden. Dazu sind Brünker, Schmidt und Baumann allesamt bereits über 30. Um nächste Saison eine gute Rolle spielen zu können, wird der 1.FC Saarbrücken im Sturm vermutlich nachlegen müssen. Problematisch gestaltet sich dabei, dass womöglich alle vier Mittelstürmer einen gültigen Vertrag für die kommende Saison besitzen.

Wie schlecht es um die Offensivleistung der Saarbrücker steht, lässt sich an Statistiken erkennen. 42 Tore bedeuten den drittschwächsten Angriff der 3.Liga. Lediglich Aue (40) und Schweinfurt (31) trafen seltener. Auch in Sachen Chancenerarbeitung sieht es schlecht aus für Blau-Schwarz. Im Ranking der erspielten Großchancen befindet man sich auf Rang 17 und im Thema Standards (Ecken, Freistößte, Elfmeter) mit 10 Treffern ebenfalls auf dem drittletzten Platz. Dies sind wirklich bedenkenswerte Zahlen, die sich wohl nur mit einem Personalaustausch zur kommenden Spielzeit korrigieren lassen.

Als sehr positive Entwicklung lässt sich die Bilanz der FCS-Defensive wahrnehmen. Seit Giannikis Übernahme kassierte Saarbrücken erst zwei Gegentore im eigenen Stadion. Der Ludwigspark wirkte in den vergangenen beiden Heimspielen wieder wie ein richtiger Hexenkessel und ließ eine beeindruckende Synergie zwischen Mannschaft und Fans entstehen.

Gegen 1860 scheiterte man in erster Linie an sich selbst. Der xG-Wert (erwartete Tore) fällt mit 1,53 zu 1,30 relativ ausgeglichen aus. In allen anderen Statistiken behielt der FCS klar die Oberhand. So hieß es am Ende 22 zu zehn Torschüsse, zehn zu fünf Schüsse in der Box und zwölf zu eins Ecken für die Saarländer. Die Ecken-Bilanz passt sich allerdings eher den grundsätzlich mageren Offensivstatistiken an. Mit 242 Eckbällen steht der 1.FC Saarbrücken zahlenmäßig weit vor allen anderen Teams an der Spitze der Eckentabelle. In Sachen Toren heißt es, wie bereits erwähnt, Platz 18.

Dies sind alles tiefergehende Schwierigkeiten im Spiel des 1.FC Saarbrücken, die innerhalb der verbleibenden Spiele wohl kaum lösbar sein werden. Alles in allem absolvierte die Mannschaft eine hervorragende Partie gegen 1860 München, die wenig Zweifel am Klassenerhalt aufkommen lässt.  Gegen Rot-Weiß Essen gilt es nun die katastrophale Auswärtsbilanz von einem einzigen Auswärtssieg in dieser Saison noch ein wenig aufzubessern und damit gleichzeitig den Klassenerhalt zu sichern.

Spielernoten

Phillip Menzel: Mit teils herausragenden Paraden. 1-

Philip Fahrner: Nicht so stark wie gegen Aachen. 3-

Lasse Wilhelm: Eine Unsicherheit gegen Haugen, ansonsten solide. 3

Joel Bichsel: In absoluter Top-Form. 1-

Niko Bretschneider: Der Man of the Match Award der FCS-Fans ist eher fragwürdig, dennoch lieferte er eine ordentliche Leistung ab. 3

Patrick Sontheimer: Weitaus stärker als in den Vorwochen. 2-

Sebastian Vasiliadis: Sehr kombinationsstark. Auf der tieferen Position deutlich verbessert. 2-

Maurice Multhaup: Bis zum gegnerischen Strafraum herausragend, in diesem kläglich. 2-

Tim Civeja: Im zentralen offensiven Mittelfeld der beste Mann auf dem Platz. Nach 68 Minuten entschied sich Giannikis dazu, ihn zurück auf die sechs zu schieben, woraufhin nicht mehr viel kam. 1-

Florian Pick: Wirkt ein wenig erschöpft, bekam einen klaren Elfmeter gegen sich nicht gepfiffen. 3

Kai Brünker: Ineffizient, musste nach 65 Minuten sichtlich müde runter. 4

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