StartFCSFCS-Spielanalyse: Offensiv zu schwach

FCS-Spielanalyse: Offensiv zu schwach

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Am vergangenen Wochenende setzte es den nächsten Dämpfer im Abstiegskampf für den 1.FC Saarbrücken. Nach einer biederen ersten Hälfte, in der die Mannschaft von Argirios Giannikis zunächst noch den Ton angab, warf Blau-Schwarz die Partie nach dem Pausenpfiff innerhalb von fünf Minuten weg.

Die Fanszene stellte den Auswärtssupport zum wiederholten Male ein. Die Statistik der Saarbrücker in der Ferne liest sich bedenklich. Nur ein Auswärtssieg in dieser Saison, dazu Platz 18 in der Auswärtstabelle, lediglich Erzgebirge Aue und der 1.FC Schweinfurt unterbieten diese Bilanz.

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Die erste Halbzeit war, wie bereits erwähnt, eher harte Kost für den neutralen Zuschauer. Die einzige große Gelegenheit erspielte sich der FCS nach einer Viertelstunde. Eine Flanke von Aytun klärte Wilhelm in die Füße von Civeja. Dessen langen Schlag konnte Brünker festmachen, über Pick landete der Ball bei Elongo-Yombo, welcher wiederum Bretschneider auf links mitnahm. Brünker schaffte es sich in der Mitte zu lösen und scheiterte am überragend reagierenden Quint im Tor des TSV Havelse.

Die zahlreichen Chancen von Brünker und Baumann in dieser Begegnung werden die Stürmerdiskussion beim 1.FC Saarbrücken sicherlich nicht verstummen lassen. Brünker erzielte in den ersten zwölf Spielen beachtliche sieben Treffer, seitdem kam allerdings nur noch einer dazu. Dazu weist er spielerische Schwächen und bringt sich insgesamt zu selten in gefährliche Positionen. Fußballerisch ist Baumann Brünker in allen Belangen überlegen, jedoch fällt er durch seine körperliche Verfassung und seine Chancenverwertung ebenfalls negativ auf.

Die gestrige Marke von 1,79xG und 0 erzielten Treffern spricht Bände. 48,51 Tore hätte der 1.FC Saarbrücken laut seinen xG-Statistiken erzielen müssen, stand jetzt steht das Team bei 42 erzielten Treffern. Gute Offensiven übertreffen diese Quote in der Regel, beim FCS wird sich im Sturm also einiges verändern müssen.

Defensiv stimmte es ebenfalls nicht. Nach der Pause kam der FCS im Tiefschlaf zurück aufs Feld und fing sich innerhalb von 32 Sekunden den ersten Gegentreffer ein. „Wir wussten genau, dass sie in ballfernen Situationen Probleme haben“, erklärte Havelse-Trainer Samir Ferchichi nach der Partie im saarnews Interview. In der Tat ließ dieser Gegentreffer Ähnlichkeiten zu dem gegen Aachen erkennen. Der Gegner überlagert die eine Seite und setzt dann einen freien Spieler auf der anderen ein. So geschah es beim 0-1 gegen Aachen, als die Alemannia über rechts aufbaute und schließlich Oehmichen im 1-gegen-1 gegen Fahrner ließ. In Hannover verlor Bretschneider seinen Gegenspieler Sommer aus den Augen, welcher aus wenigen Metern das 1-0 köpfte.

Das 2-0 offenbarte das alte Problem mit der Restverteidigung. Pick verlor den Ball vor dem Sechzehner des Gegners, woraufhin sich etliche FCS-Spieler in Ballnähe befanden, jedoch nicht eingriffen. Rizzuto rückte mit schlechtem Timing heraus, weshalb der gesamte Raum hinter ihm aufging und Havelse eine Umschaltsituation ermöglichte. Fairerweise muss man betonen, dass Paldino diesen Ball vermutlich nicht jede Woche auf diese Art und Weise ins lange Eck schlenzen wird, dennoch zeigte diese Szene erneut altbekannte Schwächen auf.

Den 1.FC Saarbrücken muss man in dieser Saison fast schon mit zweierlei Maß messen. Zum einen existiert die respektable Heimform dieses Teams. Allein unter Giannikis holte man elf Zähler aus fünf Heimpartien mit nur zwei Gegentoren. Auswärts hingegen wirkt diese Mannschaft in aller Regelmäßigkeit lethargisch und unsicher.

Zudem wurde erneut die Vorentscheidung des Abstiegskampfes vergeben. „ Wir hatten uns vorgenommen den Sack zuzumachen“ erzählte Tim Civeja nach der Partie. Er selbst war noch einer der besseren Saarbrücker.

Positiv ist derweil, dass von den letzten fünf Spielen drei im heimischen Ludwigspark stattfinden. Ein paar Punkte sollte der FCS sicherheitshalber noch sichern, so unrealistisch ein Abstieg mittlerweile auch scheinen mag.

Spielernoten

Phillip Menzel: Bei beiden Gegentoren ohne wirkliche Chance, ansonsten schlichtweg unauffällig. 4

Calogero Rizzuto: Gegen Havelse ein klares Downgrade gegenüber dem zuletzt starken Fahrner. 5+

Lasse Wilhelm: Deutlich schwächer als zuletzt. 4-

Robin Bormuth: An diesem Tage ein Sicherheitsrisiko. 5-

Niko Bretschneider: Eine gute Flanke, ansonsten erneut enttäuschend. Beim 1-0 mit schwachem Defensivverhalten. 5

Patrick Sontheimer: Gibt sich nach außen hin kämpferisch, auf dem Feld liefert aber auch er zu selten ab. 4-

Tim Civeja: Mit dem Ball vermutlich der beste Saarbrücker. 3-

Florian Pick: Sein wahrscheinlich schwächstes Spiel im FCS-Tikot. 5

Sebastian Vasiliadis: Praktisch nicht auf dem Feld. 5-

Rodney Elongo-Yombo: Ihm gelang geradezu nichts. 6

Kai Brünker: Zu ungefährlich. 5+

Dominic Baumann
Dominic Baumann

Dominic Baumann: Fahrlässige Chancenverwertung. 5-

Maurice Multhaup: Neben Civeja der aktivste FCS-Akteur. 4+

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