StartFCSFCS-Spielanalyse: VfL Osnabrück

FCS-Spielanalyse: VfL Osnabrück

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Mit nun 15 aufeinanderfolgenden Partien ohne Sieg rutscht der 1. FC Saarbrücken immer tiefer in den Abstiegskampf. Nach der 0:1-Heimpleite gegen den VfL Osnabrück wurde es im Ludwigspark von Seiten der Fans erstmals wirklich unruhig. Spieler und Trainer wirkten nach dem Schlusspfiff erschöpft und leer.

Nach dem schwachen Beginn in Köln schien es für das Trainerteam fast unausweichlich, etwas an der Grundausrichtung zu ändern. Dementsprechend studierte Jürgen Luginger unter der Woche ein 4-2-3-1 ein und tauschte seine Startelf auf drei Positionen. Kasim Rabihic, Manuel Zeitz sowie der verletzte Kai Brünker rotierten heraus, dafür begannen Sebastian Vasiliadis, Elijah Krahn und Dominic Baumann.

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Letzterer offenbarte bereits in Minute eins, wie wertvoll er für diese Mannschaft sein kann. Der FCS überlagerte nach dem Anpfiff zunächst die rechte Seite – ein Stilmittel, das Saarbrücken in diesem Spiel des Öfteren nutzen sollte. Baumann legte einen langen Ball ideal auf Pick ab, der wiederum den freien Niko Bretschneider per Flanke einsetzte. Dessen Direktabnahme stellte allerdings keine große Gefahr dar.

Dennoch war es ein vielversprechender Weg, um in diese Partie zu gelangen. Nahezu im direkten Gegenzug nutzte der VfL Osnabrück jedoch erstmals eine mittlerweile bekannte Saarbrücker Schwachstelle. Nach einem Ballverlust des FCS in der gegnerischen Hälfte tankte sich Kevin Wiethaup durch, der dank seiner Dynamik neu in die Osnabrücker Startformation rückte. Dem FCS fehlte es an jeglicher Absicherung im Sechserraum, der anschließende Pass in die Spitze misslang Wiethaup schließlich.

Nach zehn Minuten folgte eine nahezu identische Szene. Wiethaup marschierte nach einer Balleroberung davon und spielte in den Lauf von Mittelstürmer Kania. Bormuth spitzelte ihm den Ball zwar vom Fuß, jedoch nutzte der VfL Osnabrück die folgende Ecke zur 0:1-Führung. Standardsituationen waren in der letzten Zeit ein größeres Thema bei Blau-Schwarz. Der Osnabrücker Wiemann schlich sich an allen Bewachern vorbei und bugsierte den Ball per Hüfte in den Kasten.

Eine kalte Dusche für einen engagierten 1. FC Saarbrücken, der sich in neuer Formation offensichtlich wohlfühlte. Neben dem Überlagern der Seiten wurden schnell weitere Methoden sichtbar, die das Team unter der Woche erarbeitet hatte. So blieb einer der beiden Sechser (Sontheimer/Krahn) stets als Anspielstation vor der Viererkette, während der andere in einen Zwischenraum vorstieß. Vor allem Elijah Krahn erwischte ein gutes Timing bei seinen Läufen in die Offensive, es fehlte jedoch an der letzten Präzision.

Auf der Zehn war Sebastian Vasiliadis Teil zahlreicher Kombinationen und bewies ein gutes Verständnis im Zusammenspiel mit Pick und Baumann. Die Hereinnahme von Baumann erwies sich als goldrichtig. In den Vorwochen fehlte es im Saarbrücker Spiel an jemandem, der eine starke Präsenz in der Box ausstrahlt und zudem die langen Bälle aus der Abwehr festmacht. Der gebürtige Sachse löste dies bravourös und warf durch seine Leistung durchaus die Frage auf, weshalb man ihm nicht früher eine Chance gegeben hatte.

Die größte Tormöglichkeit der ersten Halbzeit hatte Saarbrücken untypischerweise nach einem Eckball. Wilhelm verlängerte auf Bormuth, der den Ball aus wenigen Metern nicht im Tor unterbringen konnte. Der FCS dominierte die erste Halbzeit nach Strich und Faden, ließ gegen im 5-4-1 tief stehende Osnabrücker praktisch nichts zu. Auch der xG-Wert (erwartete Tore) zeigte einen klaren spielerischen Vorteil für Blau-Schwarz: Nach 45 Minuten stand der FCS bereits bei 1,49 xG, die Gäste hingegen verbuchten lediglich 0,12.

Die zweite Hälfte begann zunächst ohne Highlights, bevor es erneut Baumann und Pick waren, die den FCS zurückmeldeten. Civeja schickte Baumann vertikal hinter die Kette, der sich robust durchsetzte und Pick mitnahm. Dieser schlug einen seiner unnachahmlichen Haken, legte sich das Spielgerät jedoch einen Tick zu weit vor, sodass die Mannen in Rosa die Situation bereinigen konnten.

Luginger reagierte auf das Abflachen der Offensive und brachte Caliskaner und Schmidt positionsgetreu für Civeja und Vasiliadis. Patrick Schmidt fühlt sich offensichtlich wohler, wenn er aus der Tiefe heranstürmen kann und neben einem klassischen Neuner agiert. Kurz nach seiner Einwechslung tauchte er nach einer Hereingabe von Sontheimer frei am zweiten Pfosten auf, da Baumann am ersten Pfosten seine Gegenspieler binden konnte. Sein Kopfball fiel jedoch harmlos in die Arme von Gästekeeper Jonsson.

Schmidt zeigte sich sehr aktiv in den Zwischenräumen, durch die Auswechslung von Sebastian Vasiliadis fehlte allerdings eine Art Kombinationsspieler, der die Bälle im letzten Drittel verteilt. Dementsprechend wurde es ruhig vor beiden Toren, tendenziell waren es eher die Lila-Weißen, die per Umschaltmomenten in die gefährliche Zone kamen.

Kaan Caliskaner fand nach seiner Einwechslung auf der linken Seite zunächst überhaupt nicht in die Begegnung, was Jürgen Luginger dazu veranlasste, Rodney Elongo-Yombo einzuwechseln und nun eine Art 4-2-4 spielen zu lassen. Die Offensive wirkte in den Schlussminuten eher konfus. Fehlendes Engagement konnte man keinem der Akteure in Blau-Schwarz vorwerfen, die nötige Struktur im Angriff ging nach den Wechseln jedoch verloren.

So blieb es schlussendlich beim 0:1 gegen einen abgezockten Gegner aus Osnabrück. Unerwartet früh in Führung gegangen, konzentrierten sich die Gäste darauf, diesen knappen Vorsprung zu verwalten, und verdienten sich diesen Sieg aufgrund ihrer disziplinierten Spielweise. Saarbrücken darf sich vorwerfen lassen, nach der Pause ein wenig den Zugriff in der Offensive verloren zu haben. Ansonsten steht am Ende eine weitere unglückliche Niederlage in einer Partie, die der 1. FC Saarbrücken statistisch hätte gewinnen müssen.

Spielernoten

Phillip Menzel: Bekam wenig Möglichkeiten, sich auszuzeichnen (2 Paraden innerhalb der Box). 3+


Calogero Rizzuto: Etwas unauffälliger als in den Wochen vor der Pause, dennoch mit einigen intelligenten Pässen. 3+


Robin Bormuth: Stellte Kania ruhig, den Ball nach der Ecke muss er reinmachen. 3
Lasse Wilhelm: Ebenfalls solide. 3


Niko Bretschneider: Kommt spielerisch immer besser rein, besonders offensiv mit klarer Steigerung in den letzten Wochen. 3+


Elijah Krahn: Besonders in den ersten 45 Minuten sehr auffällig mit seinen Läufen in die Spitze. 3


Patrick Sontheimer: Dirigent vor der Abwehr, gewohnt aggressiv gegen den Ball. 2-


Florian Pick: Sehr engagiert, je müder er wird, desto unsauberer wird sein Spiel. 2-


Sebastian Vasiliadis: Sehr belebendes Element auf der Zehn. 2-


Tim Civeja: Trotz ungewohnter Position auffällig in der Offensive, kommt allein auf 0,51 xG. Beweist zudem ein sehr gutes Gespür für zweite Bälle. 3


Dominic Baumann: Eindeutiges Upgrade als alleinige Spitze, dürfte aber sowohl mit Schmidt als auch Brünker sehr gut harmonieren. 2


Patrick Schmidt: Sehr aktiv, aber zu ineffizient. 3-


Kaan Caliskaner: Unglücklicher Auftritt nach seiner Einwechslung, auch weil er sich auf dem Flügel nicht wohlzufühlen scheint. 4-

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