Der 1. FC Saarbrücken hat seine Trainingslager-Woche in Ilshofen mit einer 0:1-Niederlage gegen den Regionalligisten Würzburger Kickers abgeschlossen. Die Partie offenbarte deutlich, woran es dem Drittligisten aktuell noch mangelt: Frische, taktische Eingespieltheit – und vor allem Personal.

Das einzige Tor der Partie erzielte Würzburgs Maximilian Fesser in der 82. Minute, begünstigt durch einen Patzer von FCS-Verteidiger Joel Bichsel. Zuvor hatte Torwart-Neuzugang Jonas Nickisch mit mehreren Paraden den Rückstand verhindert. Entsprechend lobte Trainer Alois Schwartz den Vertreter der angeschlagenen Keeper Phillip Menzel (Handverletzung) und Tim Paterok (Kreislaufprobleme), die demnächst zurückkehren sollen. In Halbzeit eins formierte der Coach eine Viererkette, bestehend aus Calogero Rizzuto, Robin Bormuth, Joel Bichsel und Till Schumacher. Im Mittelfeld agierten Elijah Krahn, Tim Civeja und Sebastian Vasiliadis, der jedoch nach einer Wadenverletzung Mitt der ersten Halbzeit durch Manuel Zeitz ersetzt wurde. In der Offensive begannen Maurice Multhaup, Kai Brünker und Florian Pick. Nach der Pause wurde auf eine Dreierkette umgestellt.
Alle verfügbaren Spieler wurden eingesetzt, doch die Verletztenliste ist lang: Patrick Sontheimer und Philip Fahrner mussten wegen muskulärer Probleme pausieren, Richard Neudecker klagte über Fußschmerzen. Patrick Schmidt befindet sich nach einer Nagelentfernung auf dem Weg der Besserung, benötigt aber noch Zeit, um aufschließen zu können.

Angesichts der angespannten Personallage zeigte sich Trainer Schwartz nach der Partie ungewohnt deutlich: „Es ist Fakt, dass wir zu wenig Spieler haben.“ Am Samstagnachmittag standen ihm 18 Spieler zur Verfügung, darunter zwei Talente aus der U19. Die Saison hat noch nicht begonnen, schon geht der FCS auf dem Zahnfleisch. Ein Problem, das vermeidbar wäre, würde der Aufsichtsrat die vom Präsidium beantragte Bugdeterhöhung genehmigen. Uns liegt die durch unterschiedliche Quellen belegte Information vor, dass ein Top-Stürmer aus der 2. Liga aufgrund der absurden Situation beim letztjährigen Relegationsteilnehmer zu einem Konkurrenten gewechselt ist. Der Markt wird von Tag zu Tag enger und der 1. FC Saarbrücken muss zuschauen. Ein Stürmer, ein schneller Außenspieler und idealerweise auch ein Sechser sollen kommen. Schwartz: „Man muss ja wissen, wo man hin will. Wenn man auf der Sechs noch jemanden holt, kann man auch mal eine andere Zielformulierung ausgeben.“
Aber Schwartz und sein Team kämpfen nicht nur mit „strukturellen Engpässen“. „Der Kopf ist gerade langsam, der Körper ist ein bisschen schwer“, so Schwartz zur körperlichen Verfassung seiner Mannschaft nach den intensiven Trainingswochen. Die notwendige Spritzigkeit werde sich erst in den kommenden Wochen einstellen.
Trotz aller Sorgen zeigte sich der Trainer mit dem Trainingslager insgesamt zufrieden: „Die Mannschaft hat sehr gut gearbeitet. Wichtig war, dass wir einen Fitness-Grundstock für die Runde legen. Die Jungs mussten viel marschieren, dahingehend bin ich sehr zufrieden.“ Der Fokus verschiebt sich nun in Richtung Spielpraxis und taktische Automatismen – in Vorbereitung auf den Drittliga-Auftakt bei Energie Cottbus.
Die Herausforderungen sind groß – sportlich wie „strukturell“. Umso mehr mahnt Schwartz zur Geschlossenheit: „Wir müssen alle gemeinsam das gleiche Ziel haben. Zusammenhalt ist ganz wichtig.“
Fotogalerie von Catharina Kuhn:

















