StartFCSDie Gegner des FCS – Teil 2: Die Aufsteiger

Die Gegner des FCS – Teil 2: Die Aufsteiger

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SV Meppen

Nach drei Spielzeiten in der Regionalliga Nord kehrt der SV Meppen in die dritte Liga zurück. Zuvor waren die Norddeutschen bereits von 2017 bis 2023 in dieser Spielklasse. Erreicht wurde dies durch eine souveräne Meisterschaft in der Regionalliga Nord. 83 Zähler holte der SVM im vergangenen Jahr, ganze 13 mehr als der erste Verfolger Drochtersen-Assel. Ebenfalls bemerkenswert ist die Marke von 103 Toren der Meppener Offensive, die jedoch mit Julian Ulbricht (27 Treffer), Jonathan Wensing und Mika Stuhlmacher (jeweils 13 Scorer) enorme Verluste zu verweisen hat.

Ansonsten ist der Stamm der Aufstiegsmannschaft in Meppen geblieben, die Hoffnungen dürften dabei insbesondere auf Flügelstürmer Oliver Schmitt liegen, der letztes Jahr beeindruckende 27 Scorerpunkte erzielte.

Neu dazugekommen sind einige junge Leihspieler aus der Region, wie etwa Luca Prasse der aus der Meppener Akademie stammt und für ein Jahr von Holstein Kiel ausgeliehen wird. Die prominentesten Neuen dürften Florian Bähr (LV von Hoffenheim II), Jannic Ehlers (Flügelspieler aus Aue) und Cyril Akono (Stürmer mit über 100 Drittligaeinsätzen) sein.

Trainer des Teams ist seit August 2014 Lucas Beniermann. Der gebürtige Nordhorner holte in seiner Amtsperiode bislang einen starken Schnitt von 2,01 Punkte pro Partie. Die Vorbereitung seiner Mannschaft lief ebenfalls erfolgreich. Die Emsländer fuhren überzeugende Siege gegen Schalke II (4-0) und Sparta Rotterdam (3-1) ein. Zusätzlich gewannen sie die Generalprobe gegen den VfL Osnabrück mit 3-0.

Trotz alledem dürfte es ein schweres Jahr für den SV Meppen werden. Rein personell ist man schwächer besetzt als ein Großteil der anderen Drittligisten. Ein Klassenerhalt dürfte daher das einzig realistische Ziel der Emsländer sein.

Fortuna Köln

Ebenfalls nach einigen Jahren zurück in Liga drei ist die Fortuna aus Köln. Die „Perle aus der Südstadt“ war 2019 abgestiegen und schaffte in ihrer siebten Saison den lang ersehnten Aufstieg in Liga drei.

Cheftrainer ist seit Anfang 2024 Matthias Mink. Der 59-jährige war zuvor bereits elf Jahre als Spieler und Trainer für die Kölner aktiv. Neben seiner Rolle als Chefcoach übt Mink auch das Amt des Sportdirektors aus. In diesem Sommer gelang es ihm den Stamm der Aufstiegstruppe zusammenzuhalten, kein einziger Stammspieler verließ die Fortuna.

Aufgrund der U-23 Regelung und dem im Vergleich zu der Konkurrenz eher klammen Geldbeutel, konzentrierte sich der Verein bei seinen Neuverpflichtungen auf junge Akteure aus der Region. Lediglich Jasper Löffelsend (28) bringt ein gewisses Maß an Erfahrung in den Kölner Süden. Der gebürtige Kölner absolvierte 81 MLS Spiele und spielte zuletzt in der zweiten polnischen Liga. Die restlichen Neuzugänge sind junge Spieler, die allesamt aus der Regionalliga kommen. Fortuna holte nur sechs externe Akteure dazu.

Das Vertrauen in den Kader scheint also groß zu sein. In der letzten Saison lieferte insbesondere drei Stürmer eindrucksvolle Zahlen in Deutschlands vierter Spielklasse. Der erfahrene Al-Ghaddioui, Bormann und Witz erzielten allesamt über 10 Treffer. Wirtz legte dazu noch acht weitere auf. Ebenfalls brillieren konnte der frühere Chemnitzer Rafal Garcia (32) mit 15 Assists.

Die Vorbereitung der Fortuna lief recht erfolgreich ab. So gelang der Mannschaft von Matthias Mink ein Sieg gegen den holländischen Zweitligisten VVV Venlo und auch die Generalprobe gegen Kickers Offenbach wurde mit 3-0 gewonnen.

Das Saisonziel ist klar: Klassenerhalt. Alles andere wäre vor der Spielzeit wohl ein wenig utopisch. Ähnlich wie bei Meppen scheint der Kader allerdings nicht vollends das Niveau der anderen Drittligisten zu haben. Fortuna vertraut größtenteils auf die Startelf aus einer erfolgreichen Regionalligasaison. Sollte eine außergewöhnliche Entwicklung dieses Kaders ausbleiben, wird es eine sehr schwere Saison für Fortuna Köln.

Sonnenhof Großaspach

Neben der Regionalliga West, besitzt auch die Südwest-Staffel einen festen direkten Aufstiegsplatz. Diesen sicherte sich Sonnenhof Großaspach, die nach dem Abstieg 2020 zwischenzeitlich sogar in die Oberliga Baden-Württemberg abstürzten.

Mit Trainertalent Pascal Reinhardt (33) gelangen dem „Dorfclub“ zwei Meisterschaften und Pokalsiege in Folge und man rückte von der Oberliga zurück in Liga drei. Der anvisierte Klassenerhalt dürfte jedoch die größte Challenge in der Trainerkarriere von Reinhardt sein, der Christian Titz als seine größte Inspiration benennt. Kein Wunder, so spielte Reinhardt früher beim FC Homburg unter Titz. Unter ihm steht Großaspach für einen offensiven Ballbesitzfußball, der viel Spaß beim Zusehen bereitetet, gleichzeitig, aber auch defensive Risiken mit sich bringt.

In der Vorbereitung teste Aspach vornehmlich gegen Teams aus der Region. So spielte das Team gegen die beiden Regionalligisten aus Aalen und Freiberg jeweils 2-2. Der letzte schwere Test gegen Darmstadt 98 mündete in einer empfindlichen 2-7 Niederlage. Um in der Liga zu bleiben, muss Großaspach also offensiv brillieren, oder seine Defensivkraft weiter ausbauen.

Mit Mert Tasdelen und Michael Kleinschrodt verließen zwei wichtige Faktoren aus dem Aufstiegsjahr die SG Sonnenhof. Die sechs externen Neuzugänge kommen allesamt aus der Region und sind bis auf Innenverteidiger Marius Uhl (26) vom Mitaufsteiger aus Würzburg allesamt unter 23. Großaspach verfolgt also ein ähnliches Prinzip, wie Meppen und Fortuna Köln. Der interessanteste Neue dürfte Tim Rossmann sein (22). Der ehemalige Düsseldorfer wird mit einem Marktwert von einer Million taxiert und sammelte letzte Saison ein paar Einsatzminuten in Liga zwei.

Ähnlich wie bei den anderen bisher behandelten Aufsteigern, scheint ein Klassenerhalt auch in Großaspach ein schwieriges Unterfangen zu werden. Bereichern wird die SG Sonnenhof die dritte Liga aufgrund ihres Spielstils jedoch allemal.

Würzburger Kickers

Die Kickers aus Würzburg gelten als der vermeintlich stärkste Aufsteiger und dass, obwohl sie in der Regionalliga Bayern nicht einmal den Meistertitel erringen konnten. Vor Ende der Spielzeit 2025/26 gaben sowohl der angehende Meister Nürnberg II, als auch der Konkurrent aus Unterhaching bekannt, dass sie keine Lizenz für die dritte Liga einreichen werden. Somit qualifizierten sich die Würzburger für die Aufstiegsrelegation, die sie in zwei Spielen verdient gegen ein klar schwächeres Lokomotive Leipzig gewinnen konnten.

Trainer der Kickers ist Michael Schiele (48). Unter Schiele konnten die Kickers bereits 2020 in die zweite Liga aufsteigen. In dieser musste der Übungsleiter allerdings bereits nach zwei Spieltagen gehen und auch sein damaliger Nachfolger Marco Antwerpen bekam nur fünf Spiele, bevor er seine Koffer packen musste. Damals verspielten die Kickers ihre hart erarbeitete sportliche Auslage in Rekordzeit und stiegen 2022 wieder in Liga vier ab. 2024 scheiterte man zudem an Hannover II in der Relegation, da Hannover zahlreiche Profispieler runterschickte.

Nun sind die Rot-Weißen Mannen vom „Dalle“ zurück in Liga drei und anders als die anderen Aufsteiger, sicherten sie sich zahlreiche erfahrene Akteure. David Kinsombi (30) blickt auf eine lange Zweitligakarriere in Kiel, Paderborn und beim HSV zurück, Nathan de Medina (28) spielte in Bielefeld und Braunschweig und Franck Evina (25) galt einst als großes Talent des FC Bayern. Auch Ex-Saarbrücker Ivan Franjic (2019 für ein halbes Jahr beim FCS) kehrte an den Dalle zurück, wo er 2023/24 einen großen Anteil am Erreichen der Aufstiegsspiele hatte, sich im Anschluss bei Wehen Wiesbaden jedoch nicht durchsetzen konnte.

Die Vorbereitungsspiele verliefen positiv, auch wenn eher gegen klassentiefere Mannschaften wie den FSV Frankfurt (2-1) oder Mainz II (2-1) getestet wurde. Viele Experten sehen die Kickers als stärksten Aufsteiger, der im Normalfall in der Liga bleiben sollte. Rein personell sind sie definitiv am besten aufgestellt und haben dazu einen Cheftrainer, der den Verein bereits in früheren Zeiten zu großen Erfolgen führte.

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