Der FCS setzt ein weiteres Statement im Abstiegskampf – nur leider ein negatives. 3-0 fegten die Mannen des SC Verl den FCS aus dem Stadion, der damit noch gut bedient war.
Mit nur einem Wechsel im Vergleich zum 1-1 gegen Jahn Regensburg startete der 1.FC Saarbrücken in die Partie gegen den Vierten aus Verl. Tim Civeja ersetzte Elijah Krahn nach abgesessener Gelbsperre auf der Doppelsechs. Begleitet von einer Flutlicht-Show liefen die beiden Teams ein. Verl trug weiß, Saarbrücken spielte in den gelben Auswärtstrikots.
Mit rund einer Minute Verspätung pfiff Schiedsrichter Michael Näther die Partie an. Saarbrücken nutzte den Anstoß direkt für einen ersten Spielzug und bekam einen Freistoß an der linken Strafraumgrenze zugesprochen. Aus diesem resultierte schließlich der erste Abschluss der Begegnung von Sontheimer, welcher rechts vorbeiging.
Ähnlich wie gegen Regensburg startete der FCS energiegeladen ins Spiel, nach sechs Minuten wurde es das erste Mal brenzlig im Saarbrücker-Strafraum. Verls Top-Scorer Taz bekam ein wenig zu viel Raum im Zentrum und setzte den ebenfalls gefährlichen Besio ein. Maurice Multhaup rettete anschließend vor Menzel.
Verl zeigte nun sein hervorragendes Kombinationsspiel und kam nach zehn Minuten durch Waidner erstmals zur Chance. Nach vierzehn Minuten versuchte es Taz vom Strafraumeck, doch auch sein Versuch verfehlte sein Ziel. Verl dominierte nun das Geschehen. Saarbrücken stand tief und lauerte auf Konter. Verl-Kapitän Gayret nahm diesen Umstand zum Anlass und zog aus 20 Metern einfach mal ab. Sein noch abgefälschter Schuss landete schließlich am rechten Pfosten.
Es entstand nun eine Art Fernschuss-Festival der Hausherren. Mhamdi prüfte Menzel per Vollspannschuss von Halbrechts, dieser reagierte jedoch souverän (20). Die Führung lag mittlerweile in der Luft, Verl brach immer wieder durch die Mitte durch. Taz setzte sich gegen Rizzuto durch und nahm den mitlaufenden Besio mit. Dessen Schuss von linker Position endete nur knapp neben dem rechten Pfosten im Toraus.
Blau-Schwarz hing dem Heimteam in dieser Phase spielerisch meilenweit hinterher und zeigte erst nach etwas mehr als einer halben Stunde wieder Präsenz vor dem gegnerischen Tor. Nach einer Ecke zog Sontheimer ab, doch Verl-Keeper Schulze hielt seinen Kasten sauber.
Mit einem aus Sicht des FCS glücklichen 0-0 ging es in die Halbzeit. Insbesondere in Sachen spielerischer Qualität wurden dem 1.FC Saarbrücken in diesen ersten 45 Minuten jegliche Grenzen aufgezeigt.

Ohne Wechsel auf beiden Seiten starteten die Teams in Halbzeit zwei. Nach der Pause war es zunächst Philip Menzel, der den FCS mit einer überragenden Parade gegen Besios Volley vor einem Rückstand bewahrte. Unglücklicherweise schlief die FCS-Abwehr bei der folgenden Ecke erneut, woraufhin Rechtsverteidiger Mhamdi vor dem Sechzehner zu viel Platz erhielt und das runde Leder humorlos in die rechte Ecke knallte. Ein überragendes Tor!
Die Molschder antworteten prompt. Caliskaaner leitete per Hacke weiter auf Multhaup, von diesem landete die Kugel beim im Rückraum lauernden Tim Civeja. Sein Schuss stellte in der Folge eher eine Rückgabe in die Arme von Schulze dar.
Kurz darauf dann die Vorentscheidung. Menzel entschied sich dazu, den unter Bedrängnis stehenden Bormuth anzuspielen. Besio erspähte dies, luchste diesem den Ball ab und vollendete gekonnt zum 2-0 (59).
Giannikis reagierte nach einer Stunde und das gleich dreifach. Für die allesamt schwachen Brünker, Mulhaup und Caliskaner war die Partie beendet. Dafür kamen Baumann, Elongo-Yombo und Vasiliadis. 2927 Zuschauer wurde in der Folge Zeuge einer merklich abkühlenden Partie. Verl spielte befreit auf, während der FCS wenig nennenswertes kreierte.
Saarbrücken hatte sich wohl bereits aufgegeben, als der SC Verl zehn Minuten vor dem Ende die endgültige Entscheidung markierte. Taz drang ohne große Probleme in den Strafraum ein, kam zu Fall und forderte einen Elfmeter. Die Pfeife von Schiedsrichter Näther blieb stumm, dafür legte der am Boden liegende Zehner der Ostwestfalen auf für Besio, der seinen zweiten Treffer an diesem Tag erzielte. Ein Ergebnis, das dem Spielverlauf mehr als gerecht wurde. Es herrschte eindeutig ein Klassenunterschied zwischen diesen beiden Mannschaften.
In Anbetracht der letzten drei Leistungen gegen Duisburg, Regensburg und Verl, dürfte es wohl den wenigsten missfallen, dass nun eine Länderspielpause ansteht. Dem Team von Argirios Giannikis fehlte es in der zweiten Halbzeit in Verl an Energie, dazu fehlte jegliche Spannung. Ein denkwürdiger Auftritt des FCS, der sich glücklich schätzen darf, dass mit Erzgebirge Aue und dem SSV Ulm zwei Teams hinter ihnen stehen, die ebenfalls nicht den Anschein machen unbedingt die Klasse halten zu wollen.
„Außer Manu (Manuel Zeitz) könnt ihr alle gehen!“, „Wir sind Saarbrücker und ihr nicht!“ skandierten die Fans vor Spielende, bevor sie den Support einstellten. Eine Kritik, die dem enttäuschenden Saisonverlauf und dem erneut schwachen Auftritt der Mannschaft geschuldet ist.
Fotos: Claus Kuhn










