Am heutigen Dienstagabend (19 Uhr) kommt es im Saarbrücker Ludwigsparkstadion zum Gipfeltreffen der 3. Liga: Der Tabellenzweite 1. FC Saarbrücken empfängt Spitzenreiter MSV Duisburg. Beide Teams haben sich bereits in den wenigen Wochen seit Saisonbeginn an der Tabellenspitze festgesetzt, der Aufsteiger aus Duisburg beeindruckt mit einer Erfolgsserie, der FCS mit zuletzt großer Moral in Unterzahl.
FCS-Trainer Alois Schwartz blickte während der Pressekonferenz auf das Duell gegen den Ligaprimus: „Ein Aufsteiger, der mit sehr viel Euphorie seinen Weg fortsetzt. Eine Mannschaft, die sehr viel Charakter und Mentalität mitbringt. Die Saarbrücker gehen ersatzgeschwächt in das Spitzenspiel. Neben den Langzeitverletzten Patrick Sontheimer, Sebastian Vasiliadis und Amin Naifi fallen auch Niko Bretschneider (nach Gehirnerschütterung) sowie der erkrankte Philipp Fahrner aus. Ob Kai Brünker nach seiner Erkrankung einsatzfähig ist, bleibt offen. Hinzu kommen die Rotsperren von Calogero Rizzuto und Elijah Krahn. Beim Spiel gegen des SV Wehen hatten sich die Neuzugänge Abdoulaye Kamara und Kaan Caliskaner nach ihren Einwechselungen sofort in den Fokus gespielt. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass Alois Schwartz beide für die Startelf einplanen könnte:
Menzel – Wilhelm, Sonnenberg, Bichsel, Schumacher – Kamara, Rabihic, Caliskaner – Pick, Schmidt, Elongo-Yombo

In den vergangenen beiden Partien kassierte der FCS jeweils einen Platzverweis – gegen Schweinfurt und in Wiesbaden. Schwartz ärgerte sich zwar über die eigenen Fehler, verwies aber auch auf eine generelle Entwicklung: „Die zwei Roten Karten waren beide überflüssig. Da müssen wir den Finger in die Wunde legen. (…) Gefühlt gibt es insgesamt in der 3. Liga eine sehr große Kartenflut. Es wird relativ schnell gezogen. Die Statistik bestätigt dieses Gefühl: Nach acht Spieltagen wurden bereits 433 Gelbe Karten und 28 Platzverweise ausgesprochen – beides Spitzenwerte in der Drittliga-Historie. Immerhin zeigte der FCS trotz Unterzahl Moral: Gegen Schweinfurt rettete man einen knappen Vorsprung über die Zeit, in Wiesbaden gelang sogar nach 0:1-Rückstand noch ein Remis. Schwartz lobte die Einstellung seines Teams: „Wenn man die zweite Halbzeit in Wiesbaden sieht, kann man richtig stolz sein auf die Truppe. (…) Die Einstellung ist teilweise wichtiger als die Aufstellung.“
Auf Duisburger Seite gab sich Dietmar Hirsch, der in der Vergangenheit auch die SV Elversberg betreute, selbstbewusst: „Wir freuen uns auf eine tolle Kulisse und fahren dahin, um zu gewinnen, klar“. Die Zebras haben sich mit 22 Punkten aus acht Spielen an die Tabellenspitze gesetzt. „Vor zwei Monaten hat uns niemand als Aufstiegsfavorit genannt. Jetzt sollen wir der Top-Favorit sein. Das ist schon bemerkenswert. Aber wir nehmen das an, genießen die Situation und fahren selbstbewusst zum Spitzenspiel“, so Hirsch. Er sieht den FCS als ernsten Konkurrenten im Aufstiegsrennen: „Saarbrücken zählt für mich zu den Favoriten. Sie haben einen breiten Kader, viel Erfahrung, robusten Fußball und mit Florian Pick einen herausragenden Torjäger. Das wird eine besondere Herausforderung.“
Besonderes Augenmerk gilt heute Abend der Technik: Schiedsrichter Nico Fuchs wird mit einer sogenannten „Ref-Cam“ ausgestattet. Das Kamerasystem kam bereits 2023 in der 3. Liga zum Einsatz und liefert Live-Bilder aus der Sicht des Schiedsrichters. Für die Zuschauer bei magenta.tv bedeutet das neue Perspektiven bei Zweikämpfen, Entscheidungen und in der Kommunikation auf dem Platz.
