- FDP Saar fordert klare Prioritäten bei Ausbau und Finanzierung des Nahverkehrs
- Fokus auf Pendlernutzen, Digitalisierung und flexible Angebote im ländlichen Raum
- Partei spricht sich gegen „ideologischen Generalangriff auf das Auto“ aus
Die FDP Saar hat das vom Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) vorgelegte Gutachten zur Zukunft des öffentlichen Personennahverkehrs im Saarland als wichtige Grundlage für die weitere Diskussion über Mobilität und Infrastruktur bewertet. Das Papier zeige aus Sicht der Liberalen sowohl den Modernisierungsbedarf als auch die finanziellen Herausforderungen im saarländischen Nahverkehr auf.
Der verkehrspolitische Sprecher der FDP Saar, Tobias Kuhn, erklärte, das Gutachten mache deutlich, dass ein moderner ÖPNV grundsätzlich realisierbar sei. Voraussetzung seien jedoch verlässliche Finanzierungsmodelle und eine Konzentration auf Projekte mit hohem Nutzen für Fahrgäste. Nach Ansicht der FDP sollten insbesondere Verbindungen für Pendler und Schülerinnen und Schüler verbessert sowie digitale Angebote ausgebaut werden.
Zu den zentralen Forderungen der Partei zählt eine stärkere Priorisierung von Maßnahmen nach ihrer tatsächlichen Nutzwirkung. Zudem spricht sich die FDP für größere kommunale Gestaltungsspielräume aus. Städte und Landkreise sollten den Nahverkehr stärker an lokale Bedürfnisse anpassen können, während das Land eine koordinierende Rolle übernehmen solle.
Auch die Digitalisierung des ÖPNV spielt in den Vorstellungen der Partei eine wichtige Rolle. Gefordert werden ein einheitliches und leicht verständliches elektronisches Ticketsystem, Echtzeitinformationen sowie zentrale Datenschnittstellen. Als Beispiel nennt die FDP die Mobilitätsplattform des Nachbarlandes Luxemburg.
Mit Blick auf die Haushaltslage des Saarlandes fordert die Partei zudem mehr Transparenz bei der Finanzierung geplanter Maßnahmen. Das Gutachten zeige eine große Spannweite möglicher Kostenmodelle, weshalb nachvollziehbar dargestellt werden müsse, welche Investitionen welche Effekte erzielen sollen.
Darüber hinaus plädiert die FDP für bedarfsorientierte Verkehrslösungen insbesondere im ländlichen Raum. Statt großer Linienbusse könnten dort kleinere und flexiblere Fahrzeuge wirtschaftlicher eingesetzt werden.
Die Landesvorsitzende der FDP Saar, Angelika Hießerich-Peter, sprach sich für einen „pragmatischen Mobilitätsmix“ aus. Moderne Bus- und Bahnangebote müssten dort ausgebaut werden, wo ausreichend Nachfrage bestehe. Gleichzeitig brauche es flexible Lösungen für dünner besiedelte Regionen.

