Die FDP Saar fordert angesichts des anhaltenden Personalmangels in saarländischen Kindertageseinrichtungen ein entschlosseneres Handeln der Landespolitik. Anlass ist eine aktuelle Studie der Bertelsmann Stiftung zur Personalausstattung in Kitas, die dem Saarland aus Sicht der Liberalen deutliche Defizite bescheinigt.
Nach Angaben der Studie liegt die durchschnittliche Personalausstattungsquote im Saarland bei 0,66 und damit deutlich unter den fachlich empfohlenen Standards. In der Praxis bedeute dies, dass in vielen Einrichtungen dauerhaft zu wenig Personal für eine verlässliche Betreuung, frühkindliche Bildung und individuelle Förderung zur Verfügung stehe.
Besonders problematisch sei die Situation vor dem Hintergrund wachsender Anforderungen an die Kitas. Neben der Betreuung gehören heute unter anderem Sprachförderung, Inklusion, Elternarbeit, Dokumentation und Aufgaben des Kinderschutzes zum Alltag. Gleichzeitig zeige die Studie, dass in zahlreichen Einrichtungen ein hoher Anteil von Kindern betreut werde, deren Familiensprache nicht Deutsch ist. Frühkindliche Bildung müsse damit immer komplexere Aufgaben erfüllen – bei gleichzeitig begrenzten personellen Ressourcen.
Die FDP Saar betont in diesem Zusammenhang die Bedeutung früher Sprachförderung. Ziel müsse es sein, dass alle Kinder bei der Einschulung über ausreichende Deutschkenntnisse verfügen. „Gelingt dies nicht, werden bestehende Probleme lediglich im Bildungssystem weitergereicht: von der Kita in die Grundschule, von dort in die weiterführenden Schulen. Die Folge sind dauerhafte Bildungsdefizite, die individuelle Bildungschancen mindern und das gesamte Schulsystem zusätzlich belasten“, erklärte Gudrun Bierbrauer-Haupenthal, stellvertretende Landesvorsitzende der FDP Saar.
Nach Auffassung der Liberalen ist dieses Ziel ohne ausreichend qualifiziertes Personal nicht erreichbar. Sprachförderung erfordere Zeit, Kontinuität und Fachkräfte. Die Studie mache deutlich, dass selbst bei günstigen Annahmen zur Arbeitszeit das vorhandene Personal vielerorts nicht ausreiche. Zusätzlich verschärfe eine hohe bürokratische Belastung die Situation, da sie pädagogische Arbeitszeit binde und den Druck auf die Beschäftigten erhöhe.
Vor diesem Hintergrund fordert die FDP Saar einen verbindlichen Stufenplan zur Verbesserung der Personalausstattung in den Kitas. Zudem verlangt sie eine klare finanzielle Priorisierung der frühkindlichen Bildung, einen konsequenten Bürokratieabbau sowie eine nachhaltige Fachkräfteoffensive. Frühkindliche Bildung dürfe nicht als nachrangiges Politikfeld behandelt werden, sondern sei eine zentrale Voraussetzung für Integration, Chancengerechtigkeit und langfristigen Bildungserfolg.

