Die aktuelle Studie „Mobilität in Deutschland 2023“ zeigt, dass im Saarland bundesweit am wenigsten Rad gefahren wird. Dennoch interpretiert der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) die Zahlen positiv und verweist auf eine deutliche Steigerung im Detail.
Der Radverkehrsanteil im Saarland ist zwischen 2017 und 2023 von zwei auf drei Prozent gestiegen. „Dass saarlandweit der Radverkehrsanteil von zwei Prozent im letzten Untersuchungsjahr 2017 auf drei Prozent im Jahr 2023 gestiegen sei, also um 50 Prozent zugelegt habe, sei sicherlich der niedrigen Ausgangsbasis geschuldet“, erklärt der ADFC Saar. Wichtiger seien die regionalen Ergebnisse, die durch eine Zusatzbefragung des Mobilitätsministeriums erhoben wurden. In Saarbrücken liegt der Radverkehrsanteil inzwischen bei sieben Prozent – Anfang der 1990er Jahre waren es noch zwei Prozent.
ADFC-Landesvorsitzender Thomas Fläschner sieht darin einen klaren Effekt der konsequenten Förderung: „Natürlich ist der ADFC mit vielem noch unzufrieden, vor allem mit dem nach wie vor lückenhaften Radwegenetz, aber Saarbrücken ist eine der wenigen saarländischen Kommunen, in der ernsthaft und beständig Radverkehrsförderung betrieben wird. Das zahlt sich aus, wie die Zahlen belegen.“
Deutlich schlechter schneiden andere Landkreise ab. „Erschreckend sei, dass Landkreise wie Merzig-Wadern (ein Prozent), Neunkirchen und St. Wendel (je zwei Prozent) sehr schlecht abschnitten“, so Ute Kirchhoff, ebenfalls ADFC-Landesvorsitzende. Verwunderlich sei das nicht, da vielerorts Radwegebau kaum stattfinde. Selbst etablierte Maßnahmen wie die Freigabe von Einbahnstraßen in Gegenrichtung würden häufig abgelehnt.
Der ADFC betont, dass dort, wo Rad- und Fußverkehr konsequent gefördert würden, ein deutlicher Gewinn an Lebensqualität für alle Menschen spürbar sei. Dieses Ziel müsse auch im Saarland stärker verfolgt werden.

