TSG Haßloch – HG Saarlouis 18:40 (7:21)
Haßloch/Saarlouis. Während die TSG Haßloch vor 250 Zuschauern im heimischen Sportzentrum einen bitteren Abend erlebte, demonstrierte Spitzenreiter HG Saarlouis eindrucksvoll seine Aufstiegsambitionen. Mit 40:18 (21:7) setzte sich der Tabellenführer beim Vorletzten der Südwest-Staffel durch – und ließ von Beginn an keinen Zweifel an den Kräfteverhältnissen.
Bereits nach vier Minuten führten die Gäste mit 4:0, ehe Haßloch der erste Treffer gelang. Saarlouis nutzte Fehler der Gastgeber konsequent aus und zog früh davon. Zur Pause war die Partie beim Stand von 21:7 praktisch entschieden. „Das ist kein Ergebnis, sondern eine Katastrophe“, kommentierte der Haßlocher Livestream-Sprecher noch vor dem Seitenwechsel.
Schweden-Duo fügt sich „super eingefügt“ ein
Besonders erfreulich verlief der Abend aus Sicht der Saarländer für die beiden schwedischen Neuzugänge Olle Österhall und Zeb Bjerneld. Sportdirektor Markus Baur hatte kurzfristig reagiert, nachdem Ausfälle wie Kornecki und Kockler Trainer Jörg Lützelberger vor personelle Probleme gestellt hatten. Und das Duo zahlte das Vertrauen sofort zurück.
Obwohl beide erst am Mittwoch in Saarlouis angekommen waren und lediglich drei Trainingseinheiten absolviert hatten, hätten sie sich laut Lützelberger „super eingefügt“ und verstanden, „wie wir spielen wollen“. Vor allem Rückraumspieler Bjerneld drückte dem Spiel seinen Stempel auf. Elf Tore gingen auf sein Konto, viele davon in Serie. Sein erstes Tor im neuen Trikot erzielte er in der 18. Minute, anschließend legte er binnen weniger Minuten vier weitere Treffer nach.
Auch Österhall deutete seine Qualitäten als Spielmacher an und brachte Struktur ins Angriffsspiel der Gäste.
Schlingmann glänzt mit 53 Prozent „Fangquote“
Hinter der offensiven Durchschlagskraft stand zudem ein starker Rückhalt im Tor. Daniel Schlingmann parierte 20 Würfe, darunter zwei Siebenmeter, und kam auf eine „Fangquote“ von 53 Prozent. „Das hat Spaß gemacht!“, bilanzierte Trainer Lützelberger nach dem Abpfiff.
Neben Bjerneld überzeugte auch Elyas Noh, der zehn Treffer erzielte – sechs davon bereits in der Anfangsviertelstunde. Nachwuchstalent Silas Geis erhielt viel Einsatzzeit und traf unter anderem zum zwischenzeitlichen 35:15 (55.), als die Begegnung längst Trainingsspiel-Charakter angenommen hatte.
Keine Wende nach der Pause
Auch nach dem Seitenwechsel fand Haßloch kein Mittel gegen die kompakte Saarlouiser Deckung und das schnelle Umschaltspiel der Gäste. Zwar versuchten die Pfälzer mit einer offensiveren Abwehrvariante gegenzusteuern und verkürzten zwischenzeitlich auf 12:25 (38.), doch ein echter Derby-Kampf entwickelte sich nicht mehr.
Saarlouis blieb konzentriert, zog das Tempo weiter an und baute die Führung konsequent aus. In den Schlussminuten schraubte Bjerneld sein Torekonto weiter nach oben, ehe Schlingmann mit einem parierten Siebenmeter den Schlusspunkt unter einen in jeder Phase souveränen Auswärtssieg setzte.
Statistik
HG Saarlouis: Schlingmann 20 Paraden (2 Siebenmeter), Bjerneld 11, Noh 10/2, Österhall 3, Kunkel 3, Weißgerber 3, Reitz 3, Becker 2, Petschick 2, Geis 2, Durmishi 1.
TSG Haßloch: Pfaffmann 5 Paraden (1 Siebenmeter), 1 Tor; Horikawa 2 Paraden (1 Siebenmeter), Maier 6, Jakob Chrust 5, Wieland 2/1, Gläßgen 1, Zeimet 1, Treiber 1, Nils Christ 1.
Siebenmeter: 2/4 – 1/3.
Zeitstrafen: 8 – 6 Minuten.
Zuschauer: 250.


