Zur Eröffnung seiner Drittligasaison empfing der 1.FC Saarbrücken vor ausverkauftem Haus den Aufstiegsanwärter Rot-Weiß Essen. In einem wunderbaren Fußballfest schlug das Team von Argirios Giannikis die Ruhrpottler nach zwischenzeitlichem 0-2 Rückstand mit 5-2 und sichert sich somit drei wichtige Punkte zum Saisonstart.

Im ersten Ligaspiel es Jahres vertraute FCS-Cheftrainer Argirios Giannikis praktisch auf die Elf, die auch in der Vorwoche gegen Thionville spielte. Lediglich Patrick Sontheimer begann anstelle von Zac Shuaib, den Giannikis komplett aus dem Kader strich.
Die Partie lief eher langsam an. Nach fünf Minuten sorgte ein erster Fehler im Saarbrücker Aufbauspiel für ein wenig Gefahr, doch RWE konnte aus dem Ballgewinn kein Kapital schlagen. Wenig später allerdings der erste Schock für Saarbrücken. Nach einer Ecke von Brumme köpfte Ben Hüning recht zentral auf das Tor. Saarbrückens neue Nummer eins Matteo Bignetti wehrte den Ball an den eigenen Innenpfosten ab, von diesem prallte das Leder schließlich ab zur 0-1 Führung für Essen (10).
Saarbrücken antwortete jedoch prompt. Pick gewann auf der rechten Seite einen Zweikampf gegen Bouebari. Über Gleiber landete der Ball bei Staff, doch die Leihgabe der Frankfurter Eintracht bekam nicht genug Druck hinter seinen Abschluss (12).
Im Spiel des FCS häuften sich in den ersten zwanzig Minuten noch zu viele technische Unsäuberlichkeiten. Die nächste größere Gelegenheit hatten die Hausherren in Person von Nankishi, der links im Strafraum freigespielt wurde, seine Abgabe fiel im Anschluss eher harmlos aus (21).
Eine Zeigerumdrehung später machte Bignetti seine Unsicherheit beim 0-1 wett und hielt den FCS vorerst im Spiel. Durch ein Foul von Pick bekam RWE einen Freistoß am Sechzehner der Saarbrücker zugesprochen. Brumme führte stark aus, doch Bignetti reagierte glänzend (22).
RWE agierte weitaus zielstrebiger als Saarbrücken und konnte in der 30 Minute die verdiente Führung zum 0-2 ausbauen. Der bis dahin sehr schwache Voet köpfte eine Flanke vor die Füße von Telalovic, der humorlos einschoss.
Kurz wurde es still im Ludwigspark. Keine fünf Minuten später gelangte Staff nach einer Ecke frei an die Kugel und flankte perfekt auf Cvjetinovic. Die neue Urgewalt des FCS nickte aus kürzester Distanz zum Anschlusstreffer ein und brachte das Stadion damit wieder zur gewohnten Lautstärke (34). Der FCS war nun am Drücker. Pick schlug kurz darauf einen Ball in Richtung Nankishi, der im Strafraum nach einem klaren Halter von Hüning zu Boden ging. Der Pfeife von Schiedsrichter Patrick Schwengers blieb jedoch stumm.
Die Partie gab sich daraufhin eine kleine Auszeit, bevor es kurz vor der Pause noch einmal laut wurde. Florian Pick fand per Freistoß seinen kongenialen Partner aus Lautrer Tagen Christian Kühlwetter, der per Direktabnahme den mittlerweile verdienten Ausgleich erzielte (45). Der FCS hatte sich nach einem 0-2 Rückstand eindrucksvoll zurückgearbeitet und bewies vor der Pause bereits starke Comeback-Qualitäten.

Koschinat reagierte zur Pause erstmalig und brachte Kostka für den gelbverwarnten Bouebari. Beim FCS hingegen blieb alles wie in den ersten 45 Minuten. Torschütze Kühlwetter setzte nach zwei Spielminuten ein erstes Ausrufezeichen und prüfte RWE-Keeper Golz, dieser parierte jedoch sicher (47).
Der erste Wechsel auf Saarbrücker Seiten geschah nach 58 Minuten. Kai Brünker kam für Alexander Staff in die Partie und reihte sich neben Kühlwetter im Sturm ein. Die Teams starteten die zweite Halbzeit mit deutlich weniger Energie als noch in den ersten 45 Minuten.
Knapp zwanzig Minuten vor dem Ende legte Essen von der Bank nach und wechselte mit Cuber-Potocnik und Dardari gleich zwei neue Offensivkräfte ein. Trotz dessen war es Blau-Schwarz, das sich die erste größere Gelegenheit erspielte. Über Brünker und Pick landete das Spielgerät bei Nankishi dessen Schuss nur knapp rechts neben dem Tor endete (74). Eine Minute später dann Ekstase im Ludwigspark. Pick setzte auf der linken Seite zu einem seiner unvergleichlichen Dribblings an, setzte das Leder an den Pfosten, der Ball sprang auf den Fuß von Brünker und trudelte zum 3-2 ins Tor. Das Comeback war somit endgültig perfekt!
Wenige Minuten nach dem Führungstreffer zog der blitzschnelle Nankishi auf links allen davon und fand im Zentrum den heranrauschenden Pick. Durch die starke Bedrängnis der RWE-Innenverteidiger flog der Ball knapp allerdings über das Tor. RWE versuchte durch weitere Joker zurück ins Spiel zu finden. In der 83 Minute kam es zu einem Doppelwechsel auf beiden Seiten. Bei Saarbrücken gingen Fahrner und Nankishi aus dem Spiel, dafür kamen Lee und Rizzuto. Bei Essen verließen Abiama und Geschwill den Platz, deren Plätze von Obuz und Pesch einnahmen.
Ein ausverkaufter Ludwigspark ging nun in die letzten Minuten dieses Spektakels, das sein Ende noch nicht gefunden hatte. Saarbrücken hatte vergangene Saison noch immense Probleme durch Standardsituationen für Gefahr zu sorgen. In der 89 schoss Pick einen idealen Freistoß auf den Kopf von Voet, der wuchtig zum 4-2 traf. Dies war bereits das dritte Tor per Standard an diesem Tag. Zum Vergleich: Saarbrücken traf in der vergangenen Hinrunde nur zweimal per Ecke oder Freistoß.
In den letzten Sekunden der Begegnung stürmte der aus Essen gekommene Owosu seinen ehemaligen Kamaraden davon und netzte überlegt zum 5-2 ein. Eine echte Machtdemonstration am ersten Spieltag.
Nach sechs Minuten Nachspielzeit endete diese Begegnung, die auf beiden Seiten in Erinnerung bleiben wird. Auf dem Platz spielte sich ein Fußballfest ab, das in Saarbrücken für mächitig Euphorie sorgen dürfte.






















