Interessante Pressekonferenz vor der morgigen Begegnung des 1. FC Saarbrücken gegen den Zweitliga-Absteiger SSV Ulm. Alois Schwartz wurde mit der Frage konfrontiert, dass es ihn angesichts der Bilanz von zwei Punkten pro Spiel und 12 Toren aus fünf Begegnungen der Ruf anhänge rein defensiv orientiert zu sein. Da holte der Coach aus und erklärte dies anhand seiner Vita, die beim SV Sandhausen begonnen habe, als die Mannschaft nur durch den Zwangsabstieg des MSV Duisburg in der 2. Bundesliga bleiben konnte. Er habe mit der vorhandenen Mannschaft versucht, die Klasse zu halten, was ihm gelang, in dem er „siebzehn Mal zu Null“ spielte. In den Folgejahren sei es bei den Kurpfälzer aufgrund von Punktabzügen ähnlich abgelaufen. Das habe seinen Ruf geprägt. Als er mit Karlsruhe aufgestiegen sei, habe er die zweitmeisten Tore vorweisen können. Dennoch hafte ihm dieser Ruf an. Dabei wolle er seine Mannschaft so ausrichten, dass sie erfolgreich Spiele…

Ein weiterer Punkt, der vom üblichen Ablauf einer Pressekonferenz abwich, war die Bekanntgabe der Verpflichtung von Kaan Caliskaner, der voraussichtlich am Mittwoch aufgrund der langwierigen Verletzung von Sebastian Vasiliadis zum Kader hinzustoßen wird. Der 25-jährige Deutsch-Türke hat knapp 90 Zweitligapartien für Jahn Regensburg und Eintracht Braunschweig absolviert und zuletzt in der ersten polnische Liga gespielt. Seine Stärken liegen eher in der Offensive, auf der 10 oder der 8. Er soll technisch beschlagen sein und hat mit 1,94 Meter Gardemaß. Spannend!
Zur anstehenden Begegnung sagte Schwartz: „Morgen kommt dann der SSV Ulm, Absteiger der zweiten Liga, die natürlich auch einen Umbruch hatten, aber sich jetzt ein bisschen auch wieder gefangen haben. Mal schauen, wie sie dann morgen bei uns auflaufen werden.“ Personell kann der FCS weitgehend aus dem Vollen schöpfen, lediglich die Langzeitverletzten Sontheimer, Vasiliadis und Amine Naifi fehlen. Besonders der Ausfall von „Vasi“ wiegt schwer: „Da muss man sagen, dass uns das natürlich schon auch schmerzt. Genauso wie Sonti. Vom letzten Jahr ist so ein bisschen das Herzstück im Mittelfeld rausgerissen worden.“

Schwartz betonte die Bedeutung einer geschlossenen Mannschaftsleistung: „In dieser Liga gibt es keine Selbstläufer. Wir müssen jedes Spiel abrufen und mit einer Einstellung reingehen, wie die Spiele gegen Aue oder jetzt auch gegen Stuttgart.“ Besonders die Heimspiele seien dabei wichtig: „Da sind wir erstmal gefordert. Wir müssen die Leistung und die Bereitschaft abrufen, die wir im letzten Heimspiel auch abgerufen haben.“ Zur aktuellen Form sagte der Trainer: „Es hat ein bisschen gedauert, logisch, aber wir sind noch nicht durch, sondern müssen uns weiter festigen. Jedes positive Ergebnis bringt uns ein bisschen mehr Selbstvertrauen.“
Wir gehen von folgender Aufstellung aus:
Menzel – Wilhelm, Sonnenberg, Bichsel – Rizzuto, Krahn, Rabihic, Schumacher – Pick, Brünker, Elongo-Yombo
Der Gegner aus Ulm sei nicht zu unterschätzen: „Langsam fangen sie sich, jetzt haben sie auch mit Martinovic und Dajaku zwei richtig gute Spieler dazu gewonnen in der Offensive. Wie jedes Spiel – da kommt es auf Kleinigkeiten an, die müssen wir richtig machen.“
Der 1. FC Saarbrücken erwartet etwa 12.000 Zuschauer, darunter rund 300 Gästefans. Schwartz Ziel für den Dienstag ist klar: „Was zählt für mich, ist das Spiel gegen Ulm. Und da gibt es drei Punkte zu holen, und die wollen wir zu Hause behalten.“
SSV-Ulm-Trainer Robert Lechleiter blickt indes mit Selbstvertrauen auf die Auswärtspartie beim 1. FC Saarbrücken. Personell bleibt die Lage weitgehend unverändert: Die Langzeitverletzten Marvin Seibold und Enser arbeiten an ihrem Comeback, während Niki Kölle ins Team zurückkehrt und damit zusätzliche Optionen eröffnet. Fraglich ist der Einsatz von Dominik Martinovic nach einem Schlag aufs Knie, außerdem plagen einige Spieler kleinere Blessuren, über deren Mitwirken kurzfristig entschieden wird. Den Gegner schätzt Lechleiter stark ein: „Saarbrücken ist eine Top-Mannschaft, die auch aufsteigen will, nachdem sie es letztes Jahr knapp nicht geschafft haben.“ Mit zehn Punkten aus den ersten Partien habe der FCS seine Ambitionen unterstrichen. Dennoch fährt Ulm mit Rückenwind in den Ludwigspark: „Wenn du am Tivoli bestehen kannst, dann hast du auch eine gute Möglichkeit, im Ludwigspark zu bestehen.“ Der Trainer verweist auf den gelungenen Auftakt in die englische Woche und fordert, den Schwung mitzunehmen: „Wir fahren da jetzt mit voller Überzeugung hin. Wir sind gut gestartet in die englische Woche und wollen da jetzt dranbleiben.“ Auch der interne Konkurrenzkampf und die jüngst getestete Viererkette geben Lechleiter zusätzliche taktische Optionen.

