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GDL kündigt Protestmarsch in Saarbrücken an – Streit mit Saarbahn spitzt sich zu

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Der Tarifkonflikt zwischen der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) und der Saarbahn GmbH gewinnt weiter an Schärfe. Die GDL hat für Montag, den 13. Juli, zu einem Protestmarsch in Saarbrücken aufgerufen. Nach Angaben der Gewerkschaft beginnt die Demonstration um 12 Uhr auf dem Rathausplatz und führt bis zum Busdepot der Saarbahn, wo gegen 13.20 Uhr eine Abschlusskundgebung mit dem stellvertretenden GDL-Bundesvorsitzenden Lars Jedinat stattfinden soll.

Die Gewerkschaft begründet den Protest mit dem aus ihrer Sicht festgefahrenen Tarifkonflikt und wirft der Saarbahn vor, Verhandlungen nicht ernsthaft voranzutreiben. Stattdessen versuche das Unternehmen, den Konflikt auf andere Ebenen zu verlagern und über tarifpolitische Konstruktionen Druck auf die Beschäftigten auszuüben.

Vorwürfe gegen die Arbeitgeberseite

Im Mittelpunkt der Kritik steht nach Darstellung der GDL der Umgang der Saarbahn mit dem Tarifeinheitsgesetz. Die Gewerkschaft befürchtet, das Unternehmen wolle einen Tarifabschluss mit einer anderen Gewerkschaft nutzen, um die Position der GDL zu schwächen. Nach Angaben der Gewerkschaft seien sämtliche Lokomotivführerinnen und Lokomotivführer der Saarbahn Mitglied der GDL.

Die Saarbahn versuche, so der Vorwurf, ihre Haltung mit Begriffen wie Sozialpartnerschaft und Tarifautonomie zu begründen. Tatsächlich gehe es jedoch darum, den Einfluss der von den Beschäftigten gewählten Interessenvertretung zurückzudrängen.

GDL sieht Grundsatzfrage

Nach Auffassung der Gewerkschaft reicht der Konflikt inzwischen über die konkrete Tarifauseinandersetzung hinaus. Es gehe um die grundsätzliche Frage, ob Arbeitgeber künftig andere Gewerkschaften nutzen könnten, um den Einfluss einer konkurrierenden Arbeitnehmervertretung zu begrenzen. Die GDL wertet dies als möglichen Eingriff in die gewerkschaftliche Organisationsfreiheit.

GDL-Bundesvorsitzender Mario Reiß erklärte, die Lokomotivführer seien „keine Verhandlungsmasse“ und verdienten Respekt sowie eine angemessene Bezahlung. Er wirft der Saarbahn vor, Gewerkschaften gegeneinander auszuspielen und damit den Konflikt bewusst zu verschärfen.

Stellungnahme der Saarbahn steht aus

Eine Reaktion der Saarbahn auf die jüngsten Vorwürfe lag zunächst nicht vor. Das Unternehmen hatte in der Vergangenheit betont, an tarifrechtliche Vorgaben gebunden zu sein und sich für tragfähige Lösungen im Interesse des Betriebs und der Beschäftigten einzusetzen.

Mit dem angekündigten Protestmarsch will die GDL den öffentlichen Druck auf den Arbeitgeber erhöhen. Ob die Demonstration Auswirkungen auf den Betrieb der Saarbahn haben wird, ist bislang nicht bekannt.

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