Der Krankenstand im Saarland ist im Jahr 2025 leicht zurückgegangen. Nach aktuellen Daten lag er bei 6,9 Prozent und damit um 0,3 Prozentpunkte unter dem Vorjahreswert. Auch bundesweit zeigte sich ein leichter Rückgang der Fehlzeiten. Die durchschnittliche Dauer einer Arbeitsunfähigkeit verringerte sich auf 11,2 Kalendertage je Fall, was einem Rückgang von rund 1,8 Prozent entspricht.
Im saisonalen Verlauf war der Krankenstand im Februar mit 8,7 Prozent am höchsten. Insgesamt meldeten sich rund 62,2 Prozent der Beschäftigten im Jahresverlauf mindestens einmal krank. Auf 100 Versicherte entfielen durchschnittlich 226 Arbeitsunfähigkeitsmeldungen.
Muskel- und Skeletterkrankungen häufigster Grund für Fehltage
Bei der Auswertung nach Krankheitsarten verursachten Erkrankungen des Muskel- und Skelettsystems mit einem Anteil von 19 Prozent die meisten Fehltage. Dahinter folgten Erkrankungen der Atemwege sowie psychische Erkrankungenmit jeweils 14 Prozent. Verletzungen machten 8,8 Prozent der Fehltage aus.
Die meisten einzelnen Krankmeldungen gingen hingegen auf Atemwegserkrankungen zurück. Sie stellten mit 27,1 Prozent den größten Anteil an allen Arbeitsunfähigkeitsfällen dar. Muskel- und Skeletterkrankungen sowie Verdauungsprobleme und Verletzungen folgten mit deutlich geringeren Anteilen.
Psychische Erkrankungen bleiben auf hohem Niveau
Trotz des insgesamt rückläufigen Trends bei den Fehlzeiten bleibt die Zahl der Fehltage aufgrund psychischer Erkrankungen weiterhin hoch. Nach Einschätzung von Fachleuten ist dies ein Hinweis darauf, dass Belastungen im Arbeitsalltag sowie gesellschaftliche Krisen langfristige Auswirkungen auf die mentale Gesundheit haben können.
Besonders ins Gewicht fallen dabei Langzeiterkrankungen: Zwar machten Arbeitsunfähigkeiten von mehr als sechs Wochen nur 3,7 Prozent der Fälle aus, sie verursachten jedoch über 40 Prozent aller Fehltage.
Unterschiede zwischen Branchen und Regionen
Die Auswertung zeigt zudem deutliche Unterschiede zwischen einzelnen Wirtschaftszweigen. Den höchsten Krankenstand verzeichnete der Bereich öffentliche Verwaltung und Sozialversicherung mit 8,5 Prozent, während in der Land- und Forstwirtschaft mit 4,4 Prozent die niedrigsten Werte festgestellt wurden.
Auch regional variierten die Fehlzeiten. Während etwa der Landkreis Neunkirchen mit einem Krankenstand von 7,7 Prozent über dem Landesdurchschnitt lag, wurden im Regionalverband Saarbrücken mit 6,4 Prozent vergleichsweise niedrigere Werte ermittelt.
Bedeutung für Unternehmen und Gesundheitsförderung
Krankheitsbedingte Fehlzeiten stellen sowohl für Betriebe als auch für die Volkswirtschaft eine erhebliche Belastung dar. Neben finanziellen Auswirkungen können sie organisatorische und soziale Herausforderungen mit sich bringen. Fachleute betonen daher die Bedeutung betrieblicher Gesundheitsförderung, um gesundheitliche Risiken frühzeitig zu erkennen und präventive Maßnahmen zu stärken.
Insgesamt zeigt sich: Während sich die allgemeine Entwicklung der Fehlzeiten im Saarland leicht entspannt hat, bleibt insbesondere die psychische Gesundheit von Beschäftigten ein zentrales Thema für Unternehmen und Gesundheitssystem.


