Die wiederholten Streiks im kommunalen Nahverkehr sorgen nach Einschätzung der Landesschülervertretung des Saarlandes (LSV Saar) zunehmend für Probleme auf dem Schulweg. Nach dem jüngsten Streikaufruf der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) fordert die Interessenvertretung deshalb verlässliche Regelungen für Schülerinnen und Schüler, die wegen ausfallender Busse und Saarbahnen nicht oder nur verspätet zum Unterricht gelangen können.
Nach Angaben der LSV handelt es sich inzwischen um die elfte Streikphase innerhalb kurzer Zeit. Bereits seit Februar kommt es demnach immer wieder zu Arbeitsniederlegungen im öffentlichen Nahverkehr. Der aktuelle Arbeitskampf fällt zudem in die Zeit des Schulbeginns, die für viele Schülerinnen und Schüler ohnehin mit organisatorischen Herausforderungen verbunden ist.
Besonders betroffen seien Jugendliche, die für ihren Schulweg auf Bus und Bahn angewiesen sind. Das gelte nach Einschätzung der Landesschülervertretung insbesondere im ländlichen Raum. „Wenn innerhalb weniger Wochen wiederholt der Schulweg eingeschränkt ist, stellt das für viele Schüler eine erhebliche organisatorische Belastung dar“, sagt Landesschülersprecher Johann Weth. Wo alternative Verkehrsmittel fehlen, könne ein Ausfall des ÖPNV unmittelbar dazu führen, dass Unterricht nicht erreicht werde.
Die LSV Saar stellt dabei das Streikrecht ausdrücklich nicht infrage. Arbeitskämpfe seien verfassungsrechtlich geschützt. Gleichzeitig dürfe die Möglichkeit, am Unterricht teilzunehmen, nicht davon abhängen, wo ein Schüler oder eine Schülerin wohnt, argumentiert die Schülervertretung.
Daraus leitet die LSV mehrere Forderungen ab. Schülerinnen und Schüler sollten demnach keine schulischen Nachteile erleiden, wenn sie wegen eines ÖPNV-Ausfalls nicht am Unterricht teilnehmen können. Bei Leistungsnachweisen solle es zudem flexible Lösungen geben, wenn ein erheblicher Teil einer Klasse vom Streik betroffen ist.
Darüber hinaus fordert die Schülervertretung eine frühzeitige und transparente Kommunikation zwischen den zuständigen Stellen, Schulen und Familien. Nur wenn möglichst früh bekannt sei, mit welchen Einschränkungen zu rechnen ist, könnten sich Eltern und Schüler auf die Situation einstellen.
Die Forderungen richten sich damit weniger gegen den Arbeitskampf selbst als gegen dessen mögliche Folgen für den Schulbetrieb. Die LSV sieht die Verantwortung darin, auch während tariflicher Auseinandersetzungen möglichst verlässliche Bedingungen für Schülerinnen und Schüler sicherzustellen.
Ob und in welcher Form Schulen landesweit auf die wiederholten ÖPNV-Ausfälle reagieren sollen, lässt die Mitteilung offen. Die Landesschülervertretung plädiert jedoch für einheitliche und nachvollziehbare Regeln, damit die Folgen eines Streiks nicht individuell vom Wohnort oder von der jeweiligen Schule abhängen.

