StartFeatureNeues Abkommen soll grenzüberschreitende Schlaganfallversorgung zwischen Saarland und Frankreich verbessern

Neues Abkommen soll grenzüberschreitende Schlaganfallversorgung zwischen Saarland und Frankreich verbessern

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Die grenzüberschreitende Gesundheitsversorgung zwischen dem Saarland und der französischen Region Moselle-Est wird um einen weiteren Baustein erweitert. Mit der Unterzeichnung eines vierten Zusatzprotokolls zur seit 2019 bestehenden MOSAR-Vereinbarung soll künftig auch die Versorgung von Schlaganfallpatientinnen und -patienten über die Landesgrenze hinweg erleichtert werden.

Künftig können Patienten, die mit einem Schlaganfall in die Krankenhäuser in Forbach, Sarreguemines oder Saint-Avold eingeliefert werden und bei denen eine sogenannte Thrombektomie erforderlich ist, zur Behandlung in das Klinikum Saarbrücken verlegt werden. Bei diesem Eingriff wird ein Blutgerinnsel aus einem hirnversorgenden Gefäß entfernt. Da bei einem Schlaganfall jede Minute entscheidend ist, soll die räumliche Nähe des Saarbrücker Neurovaskulären Zentrums eine schnellere Versorgung ermöglichen und so das Risiko bleibender Schäden verringern.

Die feierliche Unterzeichnung des Zusatzprotokolls fand am Freitag im Klinikum Saarbrücken statt. Vertragspartner sind auf deutscher Seite das saarländische Ministerium für Arbeit, Soziales, Frauen und Gesundheit sowie das Klinikum Saarbrücken. Auf französischer Seite beteiligen sich unter anderem die Gesundheitsagentur Agence Régionale de Santé Grand Est, mehrere Krankenhäuser in Moselle-Est sowie die zuständigen Krankenversicherungsträger.

Unterzeichnung der Vereinbarung (von links nach rechts: François Gasparina, Direktor der Krankenhäuser von Forbach und Sarreguemines, Marie-Catherine Pham, stellvertretende Direktorin des regionalen Krankenhauses Metz-Thionville, Dr. Magnus Jung, Gesundheitsminister des Saarlandes, Dr. Christelle Ratignier-Carbonneil, Generaldirektorin der regionalen Gesundheitsagentur Grand Est, Dr. Christian Braun, Direktor des Klinikums Saarbrücken, und Carole Ehrlich, Direktorin des Krankenhauses St. Avold SOS Santé) – Foto: Eurodistrict SaarMoselle

Gesundheitsminister Magnus Jung bezeichnete die Vereinbarung als wichtigen Schritt für die grenzüberschreitende Gesundheitsversorgung. Im Mittelpunkt stünden die Patientinnen und Patienten, für die eine schnellere Behandlung im Ernstfall entscheidende Vorteile bringen könne. Zugleich sprach er von einem Beispiel gelungener europäischer Zusammenarbeit.

Auch die Generaldirektorin der französischen Gesundheitsagentur, Christelle Ratignier-Carbonneil, hob die Bedeutung des Abkommens hervor. Die Landesgrenze dürfe bei zeitkritischen Notfällen wie einem Schlaganfall kein Hindernis für eine optimale medizinische Versorgung darstellen. Ziel sei es, Patientinnen und Patienten jeweils am geeigneten Ort und zum richtigen Zeitpunkt behandeln zu können.

Mit dem neuen Zusatzprotokoll erweitert die MOSAR-Vereinbarung ihre Zusammenarbeit bereits zum vierten Mal. Bereits zuvor waren grenzüberschreitende Regelungen für die Bereiche Kardiologie, Neurochirurgie und Nuklearmedizin vereinbart worden.

Unterstützung kommt auch aus der FDP Saar. Deren gesundheitspolitischer Sprecher Dr. Helmut Isringhaus begrüßte das Abkommen als Fortschritt für die Menschen in der Grenzregion. Zugleich forderte er, die Zusammenarbeit weiter auszubauen. Langfristig müsse eine echte Patientenfreizügigkeit entstehen, sodass medizinische Leistungen unabhängig von nationalen Grenzen dort in Anspruch genommen werden könnten, wo sie am schnellsten und qualitativ am besten verfügbar seien. Entscheidend sei nun, dass Alarmierung, Transport, Aufnahme, Behandlung und Abrechnung im Alltag reibungslos funktionierten. Die Grenzregion könne nach Ansicht der FDP zu einer Modellregion für eine europäische Gesundheitsversorgung werden.

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