StartFeatureNiederlage mit Überraschungsoption: US Mondorf unterliegt Dinamo Tiflis mit 1:2

Niederlage mit Überraschungsoption: US Mondorf unterliegt Dinamo Tiflis mit 1:2

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Vor 1.212 Zuschauern erwischte der US Mondorf-les-Bains in der ersten Qualifikationsrunde der Conference League gegen Dinamo Tiflis einen denkbar schlechten Start. Bereits in der 2. Minute gingen die Gäste in Führung. Nach einer Ecke von der rechten Seite kam Bah zum Kopfball und ließ den Luxemburgern beim 0:1 keine Chance.

Die frühe kalte Dusche hinterließ zunächst ihre Spuren. Mondorf wirkte nervös, während die Georgier die Unsicherheiten konsequent ausnutzten. Die erste Offensivaktion der Gastgeber verzeichnete Far in der 6. Minute, ehe der USM zunehmend besser ins Spiel fand und sich vom frühen Rückstand erholte.

Die bis dahin größte Gelegenheit zum Ausgleich bot sich in der 12. Minute. Nach einer sehenswerten Eckballvariante legte Tinelli den Ball von der Grundlinie zurück an die Strafraumgrenze, wo Innenverteidiger Estrada völlig frei zum Direktabschluss kam. Dinamo-Keeper Loria reagierte jedoch glänzend und bewahrte seine Mannschaft vor dem Ausgleich.

Statt des möglichen 1:1 schlugen die Gäste erneut eiskalt zu. Nach einer weiteren Ecke traf Mate Vatsadze in der 19. Minute zum 0:2 und stellte den Spielverlauf damit etwas auf den Kopf.

Mondorf ließ sich davon jedoch nicht entmutigen. Kurz nach dem zweiten Gegentreffer bot sich den Gastgebern eine vielversprechende Konterchance, die Psaltis nur mit einem harten Foul unterbinden konnte. Der Zyprer sah dafür die Gelbe Karte. Wenig später wurde auch USM-Spieler Pelletier nach einem Foul rund 30 Meter vor dem eigenen Tor verwarnt. Der anschließende Freistoß der Georgier sorgte allerdings für keinerlei Gefahr.

Vor allem über die linke Seite entwickelte Mondorf nun immer mehr Druck. Um die 30. Minute setzte Klica zu einem starken Solo an, drang bis zur Grundlinie vor und spielte den Ball scharf in den Fünfmeterraum. Allerdings fand seine Hereingabe keinen Abnehmer.

Auch kurz vor der Pause blieb der USM am Drücker. In der 43. Minute sorgte erneut ein Angriff über die starke linke Seite für Unruhe im Strafraum der Gäste. Doch trotz der inzwischen klar verbesserten Leistung und mehrerer guter Möglichkeiten wollte der mittlerweile durchaus verdiente Anschlusstreffer nicht fallen.

So ging Dinamo Tiflis mit einer etwas glücklichen 2:0-Führung in die Halbzeitpause. Während die Georgier ihre Standardsituationen konsequent nutzten, fehlte Mondorf trotz einer engagierten Vorstellung nach dem frühen Rückschlag die nötige Effizienz vor dem Tor.

Mit Beginn der zweiten Halbzeit reagierten beide Trainer personell. Bei Dinamo Tiflis ersetzte Kakashvili den angeschlagenen Tzikolia, während beim US Mondorf Steinmetz für Pelletier ins Spiel kam. Zunächst änderte sich am Spielgeschehen wenig. Die Gastgeber kamen mit viel Elan aus der Kabine und suchten konsequent den Anschlusstreffer.

Ab der 52. Minute zeigten jedoch auch die Georgier wieder ihre Offensivqualitäten. Ein gefährlicher Freistoß von Da Couto von der linken Strafraumkante strich nur knapp über das Tor von Machado. Kurz darauf wechselten beide Teams erneut. Beim USM machte Monteiro Platz für Coutourier, während Dinamo seinen zweifachen Torschützen Mate Vatsadze vom Feld nahm und Kvartskhava brachte.

Tornike Kvaratskhelia

In der 65. Minute richteten sich viele Blicke auf die Bank der Gäste. Der erst 16-jährige Tornike Kvaratskhelia, der jüngere Bruder von PSG-Star Chwitscha Kwarazchelia, feierte nach seiner Einwechslung für Psaltis seine ersten Minuten auf internationaler Bühne. Der Teenager deutete sein Talent an, blieb an diesem Abend jedoch weitgehend unauffällig.

Der verdiente Lohn für die engagierte Vorstellung der Mondorfer folgte schließlich in der 71. Minute. Baal setzte sich auf der rechten Seite stark durch und spielte den Ball präzise in die Mitte, wo Far zum 1:2 einschob. Es war das erste Tor des US Mondorf überhaupt in einem europäischen Vereinswettbewerb – ein historischer Moment für den Luxemburger Klub.

Trainer und Mannschaft glaubten nun an die Wende. Klica und Stoltz wurden durch Kirch und Lopes Rocha ersetzt, und der USM erhöhte den Druck. Nur wenige Minuten später musste Dinamo-Keeper Loria erneut eingreifen und bewahrte seine Mannschaft vor dem Ausgleich.

In der Schlussviertelstunde entwickelte sich ein offener Schlagabtausch. Dinamo übernahm zwischenzeitlich wieder die Initiative, doch ein Freistoß von Ninua aus rund 20 Metern flog knapp über das Tor. Auf den Rängen sorgten die „Angry Goats“ mit lautstarker Unterstützung für eine stimmungsvolle Atmosphäre und trieben ihre Mannschaft unermüdlich nach vorne.

Nach den letzten Wechseln – Kumbi kam für Tinelli, während bei den Gästen Daniela den Platz von Da Couto einnahm – warf Mondorf noch einmal alles nach vorne. Die größte Chance zum Ausgleich bot sich in der 87. Minute, als Coutourier aus rund 25 Metern abzog. Sein wuchtiger Schuss strich jedoch hauchdünn am Tor vorbei.

Fünf Minuten Nachspielzeit blieben den Gastgebern noch. Ein letzter Freistoß von Kirch segelte gefährlich in den Strafraum, wurde dort jedoch von der georgischen Defensive geklärt. Wenig später beendete der Schiedsrichter die Partie.

Fazit: Trotz der 1:2-Niederlage darf der US Mondorf mit viel Zuversicht auf das Rückspiel in Tiflis blicken. Nach zwei unglücklichen Gegentreffern nach Standards war die Mannschaft über weite Strecken die aktivere Elf, erspielte sich die größeren Feldvorteile und überzeugte mit großem Einsatzwillen. Der historische erste Europapokal-Treffer des Vereins war der verdiente Lohn für einen mutigen Auftritt. Mit dieser Leistung hat sich der USM eine gute Ausgangsposition erarbeitet, um im Rückspiel in Tiflis noch einmal alles zu versuchen. Die Niederlage fiel am Ende unglücklich aus – die gezeigte Leistung macht jedoch Mut für die kommenden Aufgaben. Die Angry Goats können stolz auf sich sein.

Martin Forkel: „Warum soll man nicht die Überraschung schaffen?“

Nach dem Spiel zeigte sich US-Mondorf-Trainer Martin Forkel im Gespräch mit saarnews trotz des Ergebnisses sehr zuversichtlich. Der frühere Spieler des 1. FC Saarbrücken lobte die Leistung seiner Mannschaft gegen den stark favorisierten Gegner und sieht für das Rückspiel weiterhin Chancen.

Forkel machte deutlich, dass seine Mannschaft trotz des frühen 0:2-Rückstands durch zwei Standardsituationen nie den Glauben an sich verloren habe. „Ich glaube, wir hätten auch noch so jetzt mit dem 0:2 durch die zwei Standardsituationen auch noch ein Unentschieden erreichen können mit den Abschlüssen, die wir hatten. Da hat uns dann vielleicht das Quäntchen Glück gefehlt, die letzte Konsequenz gefehlt. Aber das Positive ist: Wir hatten diese Chancen, wir hatten diese Abschlüsse. Wir haben nach den Rückschlägen nach 15 Minuten nicht den Faden verloren. Wir sind bei uns geblieben und haben daran geglaubt. Man sieht dann trotzdem, was möglich ist – auch gegen so eine Mannschaft, die einfach schon viel länger in der Saison drin ist als wir.

Der neue Mondorfer Trainer verwies zudem auf die kurze gemeinsame Vorbereitungszeit und sieht darin weiteres Entwicklungspotenzial: „Wir sind seit dreieinhalb Wochen zusammen und dementsprechend ist schon sehr viel Positives dabei. Und es gibt noch ein Rückspiel.

Besonders zufrieden zeigte sich Forkel mit der Qualität seines Kaders und den Möglichkeiten von der Bank. Zum Beispiel Neuzugang Clément Couturier: „Das war auch das, was wir uns versprochen hatten. Clément ist seit einer Woche bei uns. Er muss jetzt richtig integriert werden, er muss wieder fit werden und diese Wettkampfpraxis bekommen. Aber was er uns bringen kann, hat man in den 30 Minuten gesehen, die er gespielt hat. Er hat unglaublich viel Dynamik, kann durchs Mittelfeld gehen und uns mit Abschlüssen aus 20 Metern helfen.

Trotz der Niederlage blickt Forkel optimistisch auf das Rückspiel. Auf die Frage, ob er weiterhin an das Weiterkommen glaube, antwortete er ohne zu zögern: „Ja, definitiv. Warum auch nicht? Gerade nach dem Hinspiel muss jeder Spieler das auch merken, und das muss uns noch mehr Mut geben. Die Niederlage blenden wir jetzt aus. Es ist nur ein Tor, das aufzuholen ist. Ich glaube da hundertprozentig dran.

Bereits unmittelbar nach der Partie hatte Forkel zudem betont, dass das Team die Leistung richtig einordnen wolle: „Für uns war das ein großer Schritt nach vorne. Es ist noch nichts vorbei. Wir haben im Vorfeld gesagt: Zwei Spiele – wir werden heute nichts gewinnen, wir werden heute nichts verlieren. Jetzt geht es darum, das Spiel richtig einzuordnen, zu analysieren, die positiven Dinge herauszustellen und die negativen zu verbessern. Warum soll man dann nicht die größte Überraschung schaffen?

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