Neunkirchen – Die FREIE WÄHLER/FDP-Stadtratsfraktion schlägt angesichts neuer Informationen über die zukünftige Krankenhausstruktur in der Kreisstadt Alarm. Nach aktuellem Kenntnisstand könnten die diskutierten Verlagerungspläne wesentliche medizinische Angebote gefährden – insbesondere die Kinder- und Jugendmedizin sowie die Geburtshilfe am Standort Kohlhof.
Die Kinderklinik im Neunkircher Stadtteil Kohlhof gilt seit Jahrzehnten als tragende Säule der regionalen Versorgung. Gemeinsam mit der Geburtsstation bietet sie Familien, Kindern und werdenden Müttern eine wohnortnahe, verlässliche und spezialisierte medizinische Betreuung. „Diese Strukturen dürfen nicht leichtfertig aufs Spiel gesetzt werden“, sagte der Fraktionsvorsitzende Brandon Lee Posse.
Nach Angaben der Fraktion würde ein möglicher Umzug nach St. Wendel deutlich längere Wege für Eltern, Schwangere und Notfallpatienten bedeuten. Diese Strecken seien in dringenden Situationen oftmals weder zumutbar noch medizinisch vertretbar. Das Gesundheitsministerium, der Landrat und der Oberbürgermeister werden aufgefordert, die Pläne kritisch zu prüfen und im Zweifel neu zu bewerten.
Grundsätzlich unterstützt die Fraktion eine Weiterentwicklung der Krankenhausstruktur – allerdings nur unter der Bedingung, dass die wohnortnahe, qualitativ hochwertige Versorgung in Neunkirchen erhalten bleibt. Strukturelle oder geografische Veränderungen dürften nicht dazu führen, dass die Menschen in der Kreisstadt schlechter gestellt werden.
Bereits im Vorfeld hatte die Fraktion Hinweise auf mögliche Verlagerungen der Geburtsstation sowie der Kinder- und Jugendklinik nach St. Wendel erhalten und deshalb eine Anfrage im Stadtrat gestellt. Die jüngsten Entwicklungen sorgen nun für zusätzliche Kritik: Die Fraktion wirft Oberbürgermeister Jörg Aumann vor, dem Stadtrat nicht die vollständige Wahrheit über den Kenntnisstand zum Klinikstandort Kohlhof mitgeteilt zu haben. Die Aussage, es gebe keine Informationen über eine Schließung oder Verlagerung nach St. Wendel, sei „offenkundig falsch“ und beschädige das Vertrauen zwischen Verwaltung und Rat.
Die FREIE WÄHLER/FDP-Stadtratsfraktion fordert den Oberbürgermeister daher auf, in der nächsten öffentlichen Stadtratssitzung umfassend und transparent über den aktuellen Stand der Planungen zu informieren. Die Bürgerinnen und Bürger hätten ein Anrecht darauf zu erfahren, wie es um die medizinische Zukunft der Stadt bestellt ist.
Quelle: FREIE WÄHLER/FDP-Stadtratsfraktion / PM



