Zur 66. Saisoneröffnung im Deutsch-Französischen Garten (DFG) erwartet der Gästeführer Wolfgang Willems an Ostersonntag seine Begleiter. „Ich stelle mir bisweilen vor, wenn ich durch die Stadt gehe, ich sei ein Fremder. Erst dann entdecke ich, wie viel zu sehen ist, wo ich sonst achtlos vorübergehe“, sagte der indische Dichter und Literatur-Nobelpreisträger Rabindranath Tagore (1861–1941). Diesem Gedankengang folgt Willems am 5. April mit seinem Rundgang durch den DFG.
Dabei geht es um die Gartengeschichte der seit 2001 als Garten-Denkmal registrierten Grünanlage in Saarbrücken. Der anderthalbstündige Spaziergang im Auftrag des Gartenamtes startet um 14.30 Uhr bei Kiosk-Karl am Eingang Deutschmühlental.
Als Gartenbegleiter erzählt Willems, dass der DFG ist, was es nach dem Ende des Bergbaues landesweit gibt: eine Industriebrache. Wie der Name Deutschmühlental schon fast erahnen lässt, gab es einst vier Mühlen: neben der Getreidemühle des Deutschherrenordens eine Harnisch-, Pulver- und Walk-Mühle.
Inzwischen sorgen 13 Gärtner und acht Auszubildende für ein anderes Bild der deutsch-französischen Begegnungsstätte. Derzeit werden sie von drei Garten-Lehrlingen aus Saarbrückens Partnerstadt Nantes unterstützt, die zu Ostern die an die Jumelage erinnernde Pflanzung mit dem Motto „La nature n’a pas de frontieres“ (Die Natur hat keine Grenzen) herrichteten. Rund 104.000 Pflanzen wie Tulpen, Narzissen und Hyazinthen wurden zum Saisonbeginn im DFG gesetzt.
Um 14 Uhr startet als Bühnenprogramm das Mitmach-Musical „Frühlingsspaß mit der Liederhexe Marion“ (Ritz-Valentin). Dazu erhalten Kinder fair gehandelte Schoko-Hasen. Saarbrückens Oberbürgermeister Uwe Conradt begrüßt alle Gartenbesucher um 14.30 Uhr an der Musikmuschel.
Der Betrieb der Seilbahn ist ebenso gewährleistet wie der Verkehr einer Traktor-Bahn. Die aus den 60er Jahren stammende Kleinbahn wird ihren Betrieb voraussichtlich erst wieder 2027 aufnehmen. Die Arbeiten zur Hangsicherung am Deutschmühlenweiher sollen im Sommer beginnen, um das dortige Gleisbett samt Radweg sicher befahrbar zu machen.

