Last-Dance für den „FCS-Fußballgott“ Manuel Zeitz. Nach über 400 Partien in Blau-Schwarz endet die Drittligakarriere von „Manu“ gegen Hansa Rostock. Um die soll es nun auch primär gehen.
Der FCH steht nach 37 gespielten Spielen auf Platz fünf der Tabelle und kann sich mit drei Punkten weniger als Platz drei und vier ( Essen und Duisburg) sogar noch leichte Hoffnungen auf den Relegationsplatz machen. Sollten diese beiden verlieren und Hansa gewinnen, würde Rostock aufgrund des besseren Torverhältnisses in die Relegation gehen. Die Zeichen dafür stehen zum aktuellen Zeitpunkt allerdings ziemlich schlecht, da Duisburg ein Heimspiel gegen Viktoria Köln hat und RWE auswärts nach Ulm muss.

Trainer von Hansa ist seit dem 2.11.2024 Daniel Brinkmann. Der 40-jährige holte in seiner bisherigen Amtszeit eindrucksvolle 1,88 Punkte pro Spiel, wird aber nun voraussichtlich das zweite Mal in Serie den Aufstieg verpassen. Seine Mannschaft lässt er für gewöhnlich in einer Art 4-3-1-2 auflaufen. Beim letzten Auswärtsspiel in Aachen experimentierte er nach zuvor schwachen Ergebnissen und stellte auf ein 3-5-2 um, indem sich sein Team jedoch nicht allzu wohl fühlte.
Sollte der Aufstieg des FCH scheitern, liegt das neben dem eher schwachen Verlauf der letzten Wochen ( 11 Punkte aus den letzten sechs Partien, dazu zwischenzeitlich dreimal in Serie ohne Sieg), an der Chancenverwertung des Ostseeclubs. Zwar spielen die Rostocker sich die meisten Chancen heraus, vergeben jedoch gleichzeitig die drittmeisten. Dennoch ist die Offensive von Hansa einer der stärksten. 70 Tore und ein herausragender Wert von 1,74 erwarteten Toren pro Partie sind im oberen Drittel der 3.Liga anzusiedeln. Zusätzlich kommen sie auf die meisten Kontakte im gegnerischen Strafraum.
Rostock schafft es, eine gute Balance zu kreieren. Zu der starken Offensive gesellt sich nämlich mit gerade einmal 46 Gegentoren die zweitbeste Abwehr der Liga, welche zwölf Mal zu Null spielte. Der xGA (erwartete Gegentore) Wert ist mit 1,38 der drittgeringste.
Die 64 Punkte setzen sich aus exakt 32 daheim und 32 in der Ferne zusammen, was sie hinter Osnabrück und Aachen zum drittbesten Auswärtsteam macht. Besonders bemerkenswert ist dabei der Unterschied der Gegentore bei Heim- und Auswärtsspielen. Im heimischen Ostseestadion kassierte Rostock 32 Gegentreffer, während es auswärts lediglich 14 waren.
Der gefährlichste Akteur in Reihen der Rostocker ist Emil Holten (14 Saisontore). Insbesondere nach dem teuren Verkauf von Ryan Naderi (wechselte im Winter für 5,5 Millionen zu den Glasgow Rangers) trat Holten in seine Fußstapfen und erzielte in der Rückserie elf Treffer. Seine Nebenleute wechseln sich in der Regel ab. Andreas Voglsammer, der im vergangenen Sommer auch nach Saarbrücken hätte gehen können, enttäuschte Scorertechnisch ein wenig. Gleiches gilt für Maximilian Krauß, dessen Wechsel Cottbus-Cheftrainer Pele Wollitz im vergangenen zum Erzürnen brachte. Zuletzt ragte Ex-Homburger David Hummel ein wenig raus.
Hansa pflegt einen ballbesitzorientierten Stil. Sie bauen meist flach aus einer Viererkette auf, vor der zwei defensive Mittelfelfspieler agieren. Oft geht es über die Außenbahnen oder Halbspuren, woraufhin es zur Flanke kommt. Auch die Standardsituationen sollte man im Auge behalten. Mit 17 Toren bewegt sich Hansa auch hier in der Spitzenregion.
Hansa Rostock wird auf Sieg spielen müssen, weshalb davon auszugehen ist, dass sie die Partie zunächst an sich reißen werden. Aufgrund der vielen Verabschiedungen dürfte ein emotionaler Samstagmittag im Ludwigspark anstehen, der gleichzeitig noch sportliche Relevanz beinhält.
