Löwenduell im Ludwigspark! Am 34. Spieltag der Drittligasaison empfängt der 1.FC Saarbrücken den TSV 1860 München. Vor der Saison wurden beide Teams noch als potenzielle Aufstiegskandidaten gesehen, nun treffen allerdings Platz 16 und neun aufeinander.
Mit namhaften Verpflichtungen wie Kevin Volland oder Florian Niederlechner erregten die Löwen vor der Saison reale Aufstiegsträume bei ihren vielen Anhängern, wurden in der Hinrunde jedoch schnell zurück in die Realität geholt. Platz zehn nach zehn Spieltagen bedeutete schließlich die Entlassung für Cheftrainer Patrick Glöckner.
Im Anschluss an den 2:0-Hinspielerfolg gegen den FCS begann unter Nachfolger Markus Kauczinski eine Periode von nur einer Niederlage in 16 Ligapartien, woraufhin 60 sich im Aufstiegsrennen anmelden konnte. Zuletzt blieben die Münchner aber fünf Ligaspiele in Serie ohne Sieg, womit die neunte Drittliga-Saison in Folge bestätigt wurde.
Auf FCS-Cheftrainer Argirios Giannikis wartet am Samstagmittag eine in vielerlei Hinsicht besondere Begegnung. Zum einen war er ab Januar 2024 für ein Jahr Trainer bei den Löwen, zusätzlich war Giannikis fast zehn Jahre Co-Trainer des Münchener-Cheftrainers Markus Kauczinski und begleitete ihn in rund 200 Ligaspielen. Dieser steht, ähnlich wie Giannikis, für ein direktes Umschaltspiel und gilt nicht als Ballbesitz-Fanatiker, was auch der durchschnittliche Ballbesitz-Wert von 47% aufzeigt. Dazu kreiert seine Mannschaft mit 1,32 xG den drittgeringsten xG-Wert (erwartete Tore) pro Spiel. Der Angriff wird dementsprechend eher von einer hohen individuellen Klasse getragen. So stehen mit Sigurd Haugen (14 Tore) als Anspielstation für die Tiefe und Kevin Volland (9 Scorerpunkte) als idealen Passgeber zwei Akteure im Kader, die fußballerisch locker eine Liga höher spielen könnten.
Kauczinskis Mannschaften leben mehr von einer gewissen Defensivstärke als von aufregenden Spektakeln. 45 Gegentore kassierte die Abwehr der Münchner bis dato, was sie zur fünfbesten Verteidigung der Liga macht. Auch die Bilanz von acht Partien zu Null lässt sich durchaus sehen. Sein Team läuft für gewöhnlich in einer Art 3-4-1-2 auf, doch aufgrund vieler Verletzungen in der Innenverteidigung könnte Kauczinski dieses Wochenende erstmals auf Viererkette umstellen.
Statistisch auffällig ist derweil die Platzierung der Sechzger in der Tabelle nach erwarteten Punkten („expected points“). Diese besagt nämlich eine Überperformance von ganzen 22 Zählern und Rang 18. Rein statistisch betrachtet, ist 1860 also ein echter Abstiegskandidat. Der FCS hingegen holte im Vergleich sogar rund zehn Punkte weniger als erwartet und müsste eigentlich im Tabellenmittelfeld stehen.
Auswärts performen die Löwen in dieser Saison ebenfalls eher durchschnittlich. 21 Punkte auf fremdem Geläuf bedeuten Platz 12 in dieser Kategorie. Der 1.FC Saarbrücken trifft also nicht gerade auf eine Übermacht, bei der dazu wichtige Spieler verletzt ausfallen werden. Auf dem Papier eine riesige Chance, den Klassenerhalt endgültig zu sichern, insbesondere da Havelse und Ulm direkt aufeinandertreffen.

