46-jährige Medizinerin wird zum 1. Oktober Chefärztin – Kontinuität für Patienten und Team – Therapiehund Apollo begleitet sie auf der Station
Saarbrücken. Wechsel an der Spitze der Klinik für Palliativmedizin im CaritasKlinikum Saarbrücken: Zum 1. Oktober übernimmt Christine Güßbacher die Leitung der Klinik. Die 46-Jährige ist bereits seit mehreren Jahren in der Palliativmedizin des Hauses tätig und kennt als bisherige Oberärztin die Station und ihre Strukturen. Sie folgt auf Dr. med. Frauke Backes, die das CaritasKlinikum nach fast 33 Jahren zum 30. September verlässt.
Der Wunsch, Ärztin zu werden, stand für Güßbacher bereits früh fest. Nach dem Abitur studierte sie Medizin in Homburg. „Die Medizin hat mich schon immer fasziniert: Die unterschiedlichen Erkrankungen, ihre oft ganz individuellen Verläufe und vor allem die Möglichkeit, für jeden Menschen die passende Behandlung und Begleitung zu finden, reizen mich.“
Ihre internistische Weiterbildung absolvierte Güßbacher im heutigen Diakonie-Klinikum in Neunkirchen. Dort sammelte sie Erfahrungen in verschiedenen medizinischen Bereichen. Mehrere Jahre arbeitete sie unter anderem auf der Intensivstation und in der Notaufnahme, außerdem in der Onkologie und als Notärztin.
2017 wechselte Güßbacher ans CaritasKlinikum Saarbrücken und arbeitete zunächst in der Onkologie. Wenig später bot sich ihr die Möglichkeit, auf die Palliativstation zu wechseln – eine Entscheidung, die ihren weiteren beruflichen Weg maßgeblich bestimmen sollte.
„Ich habe dort erlebt, wie viel man bewirken kann, wenn Menschen in einem multiprofessionellen Team gemeinsam schwer kranke Patienten betreuen“, erklärt Güßbacher. „Mich hat besonders beeindruckt, dass wir Menschen auch in einer sehr schwierigen Lebensphase so viel Lebensqualität schenken können.“
Dabei gehe Palliativmedizin weit über persönliche Zuwendung hinaus. „Eine gezielte Schmerztherapie und die Behandlung belastender Symptome wie Atemnot, Übelkeit oder Angst sind ebenso entscheidend.“
Beschwerden zu lindern, Sicherheit zu vermitteln und gemeinsam mit Patienten und Angehörigen herauszufinden, was in der jeweiligen Lebensphase wichtig ist, wurde für Güßbacher zur beruflichen Aufgabe.
Seit vier Jahren arbeitet sie als Oberärztin auf der Station. Als die Position der Chefärztin neu zu besetzen war, entschied sie sich für die Bewerbung. „Ich kenne die Station, die Abläufe und die Strukturen sehr genau. Für die Patienten, die Angehörigen und das gesamte Team bedeutet das vor allem eines: Kontinuität.“
Großen Wert legt die neue Chefärztin auf die Zusammenarbeit der unterschiedlichen Berufsgruppen. Psychologie, Sozialdienst, Physiotherapie, Pflegekräfte, Musik- und Kunsttherapie sowie Seelsorge bringen ihre jeweiligen Kompetenzen in die Versorgung ein.
„Wir arbeiten auf Augenhöhe zusammen und profitieren voneinander. Genau dieses Zusammenspiel macht die Arbeit auf einer Palliativstation so besonders.“
Die ersten Monate in ihrer neuen Position möchte Güßbacher zunächst nutzen, um in der Rolle als Chefärztin anzukommen. Pläne für die weitere Entwicklung gibt es dennoch bereits. „Aber es gibt schon viele Ideen, auch innerhalb des Teams, wo wir in Zukunft Akzente setzen wollen. Zum Beispiel möchte ich die Kooperation mit den SAPV-Teams weiter ausbauen, um den Übergang in den ambulanten Bereich noch besser zu gestalten.“
Ein besonderer Begleiter Güßbachers ist ihr brauner Labrador Apollo. Die Idee, einen Therapiehund einzusetzen, entstand während ihrer Weiterbildung in der Palliativmedizin.
„Ich wollte schon immer einen Hund haben und als ich im Rahmen meiner Weiterbildung zur Palliativmedizinerin vom Einsatz dieser Therapiehunde gehört habe, war für mich klar: das möchte ich machen. So kam 2019 Apollo in mein Leben.“
Nach einer umfangreichen Ausbildung begleitet Apollo die Ärztin seit 2022 so oft wie möglich auf die Palliativstation. Ob und wie der Labrador Kontakt zu einem Patienten aufnimmt, werde individuell entschieden.
„Wir schauen individuell, je nach Patient, ob die Chemie stimmt und wie die tagesaktuellen Bedürfnisse sind. Es gab schon so viele tolle Begegnungen und Erlebnisse. Und auch das Personal profitiert davon – Apollo tut einfach jedem gut!“
Mit dem Führungswechsel endet zugleich eine lange Ära. Güßbacher folgt auf Dr. med. Frauke Backes, die das CaritasKlinikum zum 30. September verlässt. Das Direktorium würdigt deren fast 33-jährige Tätigkeit im Haus.
„Dr. Backes hat unsere Klinik für Palliativmedizin entscheidend geprägt. Dabei hat sie ihre Expertise insbesondere in den palliativen Konsildienst eingebracht und diesen kontinuierlich weiterentwickelt. Wir danken Dr. Frauke Backes herzlich für ihr langjähriges Wirken und ihren außergewöhnlichen Einsatz.“
Gleichzeitig begrüßt das Direktorium Güßbacher in ihrer neuen Funktion und setzt auf die Fortführung der bisherigen Arbeit: „Mit ihrem Fachwissen und ihrer Erfahrung wird sie die erfolgreiche Arbeit fortführen und zugleich innovative Impulse für die weitere Entwicklung der Klinik setzen.“

