Ein interdisziplinäres Projekt zur geschlechtersensiblen Therapie von Bluthochdruck und Typ-II-Diabetes ist gestartet. Ziel ist es, individuelle Verhaltensinterventionen zu entwickeln, die besser auf Patientinnen und Patienten zugeschnitten sind. Gefördert wird das Vorhaben vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt mit mehr als 1,9 Millionen Euro.
Koordiniert wird das Projekt „gEndurance“ vom Institut für Sozialforschung und Sozialwirtschaft e. V. (iso) in Saarbrücken. Beteiligt sind Partner aus Medizin, Informatik und Künstlicher Intelligenz, darunter das Institut für Allgemeinmedizin und das Institut für Medizininformatik der Goethe-Universität Frankfurt, das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) sowie die Qurasoft GmbH.
Mithilfe von Smartwatches und der Telemonitoring-Plattform SaniQ OS werden physiologische und individuelle Daten erhoben. Ergänzende Befragungen berücksichtigen sozio-kulturelle Faktoren. KI-gestützte Verfahren wie maschinelles Lernen sollen geschlechterspezifische Unterschiede identifizieren und darauf basierende personalisierte Empfehlungen ermöglichen. Ein Demonstrator wird im Rahmen eines Pilotversuchs getestet; Gamification-Elemente sollen die Motivation der Teilnehmenden stärken.
Das iso untersucht parallel ethische, rechtliche und soziale Aspekte sowie die Akzeptanz der digitalen Gesundheitslösung. Die Projektpartner sehen in den Ergebnissen Potenzial für neue Leitlinien, digitale Anwendungen und wirtschaftliche Impulse im Gesundheitsmarkt. Langfristig sollen die Ansätze dazu beitragen, Versorgungskosten zu senken und die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern.
Quelle: Institut für Sozialforschung und Sozialwirtschaft e. V. / PM


