Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Saarland hat auf ihrem ordentlichen Gewerkschaftstag am 25. und 26. November 2025 im Vereinshaus Saarlouis-Fraulautern einen neuen Vorstand gewählt und zentrale Weichen für die zukünftige Bildungspolitik gestellt. Unter dem Motto „Demokratie beginnt mit Bildung“ diskutierten rund 80 Delegierte zwei Tage lang über Herausforderungen im saarländischen Bildungswesen – von der Kita bis zur Hochschule.
Nach der Eröffnung durch die stellvertretenden Landesvorsitzenden Liliane Rosar-Ickler und Claudia Kilian richtete Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot ein Grußwort an die Delegierten. Sie würdigte das Engagement der GEW über alle Bildungsbereiche hinweg und betonte die Bedeutung der aktuellen Initiative zur Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Im Anschluss unterstrich Timo Ahr vom DGB die Rolle von Bildung als Fundament einer wehrhaften Demokratie. Demokratische Werte müssten, so Ahr, bereits im frühkindlichen Bereich vermittelt und durch gute Arbeitsbedingungen im Bildungswesen abgesichert werden.

GEW-Landesvorsitzender Max Hewer richtete in seiner Rede den Blick auf die größte Herausforderung der nächsten Jahre: die Personalgewinnung und -entwicklung über alle Berufsgruppen hinweg. Angesichts des Fachkräftemangels sei dies entscheidend für ein funktionierendes Bildungssystem.
Ein zentraler Punkt des Gewerkschaftstags war die Neuwahl des geschäftsführenden Vorstands, der künftig von einer Doppelspitze geführt wird. Damit will die GEW Verantwortung breiter verteilen und mehr Organisationsbereiche einbinden. Die Delegierten sprachen Max Hewer (Bereich Schulen) mit 96,2 Prozent und Liliane Rosar-Ickler (Bereich Sozialpädagogische Berufe) mit 81 Prozent ihr Vertrauen aus. Als Stellvertreter:innen wurden Patrik Zeimetz(Hochschulen und Forschung, 90 Prozent) und Daniela Tilmont (frühkindliche Bildung, 83,8 Prozent) gewählt.
Weitere Wahlen bestätigten Jens Ludwig (100 Prozent) als Schatzmeister sowie Alois Bambach (Gymnasien), Andreas Sanchez Haselberger (Gemeinschaftsschulen), Jens Schneider (Berufliche Schulen) und Kathrin Schorr(Förderschulen) als Mitglieder im geschäftsführenden Vorstand.
In der anschließenden Antragsberatung fassten die Delegierten wegweisende Beschlüsse, die die inhaltliche Arbeit der kommenden Jahre prägen werden. Dazu zählen Forderungen nach einer besseren Bildungsfinanzierung, einer Aufwertung pädagogischer Fachkräfte, der Einführung eines universitären Lehramtsstudiums für Förderschulen und Inklusion, Verbesserungen für Eingliederungshilfen sowie die Wahlfreiheit zwischen privater und gesetzlicher Krankenversicherung für Beamte.
Mit klaren Positionen und einem gestärkten Vorstand geht die GEW Saarland in die neue Amtsperiode – entschlossen, die Bildungslandschaft im Saarland aktiv mitzugestalten.


