Im Jahr 2020 war Pete Hegseth noch Moderator beim Fernsehsender Fox, einer wichtigen Propagandaplattform für Donald Trump und die MAGA-Bewegung. In dieser Zeit veröffentlichte er sein Buch „American Crusade“ („Der Amerikanische Kreuzzug“), in dem er seine krude Ideologie darlegte. Demnach verdankt die westliche Zivilisation ihre Freiheit den Kreuzzügen, Krieg und Christentum sind untrennbar verbunden. Auf geradezu brutale Weise unterstreicht Hegseth seine Mission durch Tattoos auf Brust und Armen: Jerusalemkreuz, „Deus Vult“-Schriftzug sowie ein Kreuz mit einem Schwert in der Mitte als Hinweis auf Matthäus 10, Vers 34: „Ich bin nicht gekommen, um Frieden zu bringen, sondern das Schwert.“
Als Verteidigungsminister führte er im Mai 2025 das „Christliche Gebets- und Gottesdienstprogramm“ ein. Gottesdienste sind nun ein festes monatliches Ritual im Pentagon – angeblich freiwillig. Die erste Predigt hielt Pastor Brooks Potteiger, der Trump als Instrument Gottes preist, nicht gewählt, sondern von höherer Macht ernannt.
Mittlerweile hat sich Kreuzritter Hegseth mit dem Segen Trumps vom Verteidigungsminister zum Kriegsminister umbenannt und zelebriert in diesen Tagen seine göttliche Aufgabe im Nahen Osten. Die christlich-fundamentalistische Propaganda zeigt Wirkung bei einigen US-Kommandeuren. Es wurden Appelle an die Truppe bekannt, ganz im Sinne ihres Kriegsministers: Der Krieg sei Teil von Gottes Plan, die Wiederkunft Christi vorzubereiten. Wie verschiedene Medien berichten, habe ein Kommandeur gesagt, „Präsident Trump sei von Jesus selbst auserwählt worden, im Iran das Signalfeuer zu entzünden, um Armageddon herbeizuführen und seine Rückkehr auf die Erde anzukündigen.“ (t-online.de)
Gegen diese Missionierung innerhalb des Militärs erhebt sich nun Protest. Die 2005 gegründete Military Religious Freedom Foundation (MRFF), die sich für Religionsfreiheit innerhalb des Militärs einsetzt, wurde seit Kriegsbeginn mit Beschwerden „überflutet“. Mehr als 110 Soldaten aus über 40 verschiedenen Einheiten und mindestens 30 Militärbasen haben sich laut MRFF schon in den ersten Tagen des Krieges gemeldet.
„Diese Anrufe haben eine Gemeinsamkeit; unsere Klienten berichten von der uneingeschränkten Euphorie ihrer Kommandeure darüber, wie dieser neue ‚biblisch sanktionierte‘ Krieg eindeutig das unbestreitbare Zeichen für das schnelle Herannahen der fundamentalistisch-christlichen ‚Endzeit‘ ist“, erklärt MRFF-Präsident Mikey Weinstein.
Auch Vertreter der israelischen Regierung bemühen regelmäßig biblische Motive für Besatzung, gewaltsame Besiedlung im Westjordanland und Forderungen nach Annexion von Gaza. Und der gemeinsame Feind Iran? Er ist ein mörderischer selbsternannter Gottesstaat.
Diese pervertierten Gottesbezüge sollten all denen zu denken geben, die über eine Änderung der Saar-Verfassung zu entscheiden haben. Ein Gottesbezug in der Präambel ist nicht nur überflüssig. Er schafft ein Einfallstor für Fundamentalisten, die daraus eine Deutungshoheit ableiten, die nicht demokratisch sondern willkürlich aus jeweiligen Dogmen begründet ist.
Quellen:
www.militaryreligiousfreedom.org


