Die saarländischen Grünen haben die Landesregierung aufgefordert, ein verbindliches, landesweites Konzept für die Schwimmbadinfrastruktur zu entwickeln. Nach Ansicht der Partei sei ein solches Konzept notwendig, um den Zustand vieler Bäder zu verbessern, Investitionen gezielter zu steuern und langfristig ausreichend Kapazitäten für verschiedene Nutzungsbereiche sicherzustellen.
Der Landesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen Saar, Volker Morbe, erklärte, dass Schwimmbäder ein zentraler Bestandteil der öffentlichen Daseinsvorsorge seien. Dennoch fehle im Saarland bislang eine übergreifende Planung. Angesichts sanierungsbedürftiger Anlagen, steigender Kosten und regional unterschiedlicher Versorgungsstrukturen sei ein landesweit abgestimmtes Konzept erforderlich. Dieses solle künftig auch als Grundlage für die Vergabe von Investitionsmitteln dienen.
Nach Auffassung der Grünen müsse ein solches Konzept über die reine Betrachtung der Freizeitnutzung hinausgehen. Neben der allgemeinen Erreichbarkeit von Schwimmbädern müsse auch der Bedarf für den Schulschwimmunterricht, den Vereins- und Leistungssport sowie für Wasserrettungsorganisationen berücksichtigt werden. In diesen Bereichen gebe es bereits heute regionale Engpässe, die sich nach Einschätzung der Partei weiter verschärfen könnten.
Neben Investitionen in Neubau und Sanierung sprechen sich die Grünen für ein zusätzliches Landesförderprogramm für den laufenden Betrieb von Schwimmbädern aus. Morbe verwies darauf, dass viele Kommunen vor allem mit steigenden Betriebskosten konfrontiert seien. Um den Erhalt bestehender Einrichtungen zu sichern, sei eine stärkere finanzielle Unterstützung durch das Land notwendig.
Handlungsbedarf sehen die Grünen außerdem beim Fachkräftemangel im Bereich der Bäderbetriebe. Der schulische Teil der Ausbildung zur Fachangestellten beziehungsweise zum Fachangestellten für Bäderbetriebe findet derzeit für Auszubildende aus dem Saarland außerhalb des Bundeslandes statt, unter anderem in Trier. Die Partei fordert, entsprechende Berufsschulangebote künftig auch an saarländischen Berufsbildungszentren anzubieten, um die Ausbildung attraktiver zu gestalten und Nachwuchskräfte stärker an die Region zu binden.
Die Diskussion um die zukünftige Struktur der Schwimmbadinfrastruktur ist Teil einer breiteren Debatte über kommunale Infrastruktur und Sportförderung im Saarland. Eine landesweite Gesamtstrategie für Schwimmbäder liegt bislang nicht vor. Ob und in welcher Form entsprechende Planungen umgesetzt werden, bleibt Gegenstand politischer Beratungen auf Landesebene.

