StartSaar-Pfalz-KreisHomburgGrüne fordern Wiedervernässung des Königsbruch-Moors

Grüne fordern Wiedervernässung des Königsbruch-Moors

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Homburg – Während die Landesregierung unter Führung der SPD ihre eigenen Klimaziele zunehmend verfehlt, wächst der Unmut über eine bislang ungenutzte Möglichkeit zum effektiven Klimaschutz: die Wiedervernässung des Königsbruch-Moors bei Homburg. Aus Sicht des Stadtverbands der Grünen Homburg wäre die Renaturierung des sensiblen Ökosystems ein ökologisch wie klimapolitisch längst überfälliger Schritt – doch stattdessen werden nach wie vor gegenteilige Maßnahmen ergriffen.

Moore als unterschätzte Klimaretter

Das Königsbruch-Moor gilt als ein wertvolles Naturareal mit hohem ökologischen Potenzial. Wissenschaftlich belegt ist die Rolle von Mooren als natürliche Kohlenstoffspeicher: Werden sie trocken gelegt, setzen sie gewaltige Mengen CO₂ frei – wird der Wasserhaushalt wiederhergestellt, binden sie klimaschädliche Gase dauerhaft.

„Die Wiedervernässung des Königsbruch-Moors ist kein Symbolprojekt, sondern eine echte Chance für effektiven Klimaschutz direkt vor Ort“, betont Katrin Lauer, Sprecherin des Stadtverbands der Grünen Homburg. Sie verweist auf die ideale Ausgangslage: „Keine landwirtschaftliche Nutzung, vorhandene Naturlandschaft, Wasserbüffel zur Landschaftspflege und vielfältige Möglichkeiten der Paludikultur – die Grundlagen sind da. Hinzu kommen Bundesmittel für den Moorschutz.“

Auch Winfried Anslinger, Co-Sprecher des Stadtverbands, findet klare Worte: „Es ist absolut unverständlich, warum diese Möglichkeit ungenutzt bleibt. Statt Lippenbekenntnissen brauchen wir endlich entschlossenes Handeln – die ökologische Wiederherstellung des Königsbruchs ist dafür ein zentraler Baustein.“

Statt Moorschutz – mehr Grundwasserentnahme

Besonders scharf kritisieren die Grünen die Pläne der Landesregierung, die Grundwasserentnahme über die Ottweiler Wasserwerke im Gebiet des Königsbruchs sogar noch zu erhöhen. Dies sei „nicht nur ökologisch fragwürdig, sondern klimapolitisch kontraproduktiv“, heißt es in einer gemeinsamen Stellungnahme. Die Maßnahmen behinderten die natürliche Regeneration des Gebiets und unterliefen die erklärten Klimaschutzziele des Saarlandes.

Dabei stünden aus Sicht der Kritiker alternative Wasserquellen zur Verfügung – etwa durch eine verstärkte Nutzung des Stausees Nonnweiler, die mit deutlich geringeren Eingriffen in schützenswerte Lebensräume verbunden wäre.

Mehr als nur Klimaschutz

Neben dem Beitrag zum Klimaschutz bietet die Renaturierung des Königsbruchs laut Grünen weitere Vorteile: Hochwasserprävention, Schutz vor Starkregenfolgen, Förderung der Biodiversität sowie neue Chancen für sanften Tourismus und Umweltbildung. Auch eine mögliche Erweiterung der Biosphäre Bliesgau könnte aus der Maßnahme hervorgehen.

Forderung nach politischem Kurswechsel

Die Grünen Homburg fordern deshalb von der Landesregierung ein klares Bekenntnis zum Moorschutz. „Wer den Klimaschutz ernst meint, muss bei den natürlichen Klimaschützern anfangen – bei unseren Mooren“, so Lauer.

Fazit:
Statt Zeit zu verlieren, sollte die Landesregierung handeln – im Interesse der kommenden Generationen und zum Schutz eines einzigartigen Naturraums. Die Wiedervernässung des Königsbruchs ist nicht nur ökologisch geboten, sondern politisch überfällig.

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