StartRegionalverband SaarbrückenSaarbrückenGrüne werfen SPD Symbolpolitik im Streit um Pavillon in der Johannisstraße vor

Grüne werfen SPD Symbolpolitik im Streit um Pavillon in der Johannisstraße vor

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Saarbrücken – Die Grüne Stadtratsfraktion Saarbrücken übt scharfe Kritik am Antrag der SPD-Fraktion, den Pavillon in der Johannisstraße zum Jahresende zu schließen, falls bis dahin kein Alternativstandort gefunden wird. Zudem fordert die SPD die Wiedereinberufung des Arbeitskreises Prävention und innere Sicherheit. Für die Grünen sind beide Forderungen überflüssig, da die Verwaltung längst Maßnahmen ergriffen habe, der Arbeitskreis bereits regelmäßig tagt und der Stadtrat im Dezember 2024 ein zusätzliches Angebot für den Tagesaufenthalt beschlossen habe, das sich aktuell in der Prüfung befindet.

„Wir wollen den Pavillon erhalten – und zusätzlich das neue Tagesaufenthalts-Angebot schaffen, das wir gemeinsam im Dezember beschlossen haben“, erklärt Thomas Brass, sozialpolitischer Sprecher der Grünen Stadtratsfraktion. „Die SPD hingegen möchte der Verwaltung nun ein Ultimatum stellen, wonach der Pavillon zum Jahresende geschlossen werden soll – auch dann, wenn das neue Angebot bis dahin noch gar nicht zur Verfügung steht. Das ist verantwortungslos und blendet die Realität völlig aus. Wir fragen uns ernsthaft, wo in dieser Debatte das soziale Verantwortungsbewusstsein der SPD geblieben ist.“

Die Grünen verweisen auf die derzeit laufenden Planungen für ein ergänzendes Angebot nach dem Vorbild des Kieler „Trinkraum“-Konzepts. Dieses soll einen geschützten Aufenthaltsraum bieten, der niedrigschwellig, barrierefrei und sozialpädagogisch begleitet ist. Vorgesehen sind die Akzeptanz von Alkoholkonsum, Duschmöglichkeiten, Schließfächer, vertrauliche Beratung sowie Gruppenangebote mit enger Anbindung an Streetwork. „Das zeigt: Wir sind auf dem Weg, ein zweites, passendes Angebot einzurichten, um die aktuelle Situation zu verbessern, auch wenn es noch Zeit braucht“, betont Brass.

Darüber hinaus weist Brass auf die bisherigen Schritte der Verwaltung hin: „Seit der Einrichtung des Platzes wurden zahlreiche Alternativstandorte geprüft, ohne dass ein geeigneterer Ort gefunden werden konnte. Stattdessen wurden rund um den Pavillon die Sozialarbeit verstärkt, ein Sicherheitsdienst eingeführt und die Zusammenarbeit mit der Polizei intensiviert. Es ist also nicht so, dass nichts unternommen worden wäre, um die Situation zu verbessern. Eine Schließung löst keine Probleme, sie verschiebt sie nur.“

Die Grünen plädieren deshalb für einen umfassenderen Ansatz statt kurzfristiger Symbolpolitik. „Wir brauchen keine Schließungsdrohungen, sondern eine Stärkung der Sozialarbeit und klare Perspektiven für die Betroffenen. Nur ein Zusammenspiel von Prävention, Sozialarbeit und Quartiersentwicklung kann die Situation vor Ort wirklich verbessern“, so Brass abschließend.

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