PIRATEN: Konfliktlotsen statt Stacheldraht und Kameraüberwachung für Freibad in Saarlouis

Jörg Arweiler, stellvertretender Landesvorsitzender der PIRATEN aus Saarlouis, kritisiert die Reaktionen und Vorschläge der Bürgermeisterin der Kreisstadt, Marion Jost, auf die gewaltsamen Ausschreitungen im Saarlouiser Freibad auf dem Steinrausch:

„Die Reaktionen der Bürgermeisterin Marion Jost von der CDU auf die jüngsten Ausschreitungen im Saarlouiser Freibad sind eine Bankrotterklärung und Zeichen der Hilflosigkeit, Kapitulation und absoluter Überforderung. 

Statt sinnvolle Lösungen vorzuschlagen, schlägt Jost freiheitseinsschränkende Maßnahmen wie Kamera-Totalüberwachung und eine Abriegelung des Schwimmbads mit Stacheldraht vor, um in gleichem Atemzug zurückzurudern und auf die rechtliche Unzulässigkeit ihrer eigenen Vorschläge hinzuweisen. Hier geht es nicht nur um ein rein freibadspezifisches Problem, sondern ein Phänomen, was grundsätzlich alle städtischen Einrichtungen mit hoher Anziehungskraft für viele Besucher betrifft. 

Wir PIRATEN halten nichts von Maßnahmen, die keinerlei Schutzwirkung entfalten, etwa weil Kameras beispielsweise im Fall von gewaltsamen Ausschreitungen nicht deeskalierend und präventiv eingreifen können, aber durch Überwachungsdruck den Erholungseffekt aller Badegäste deutlich einschränken.

Stattdessen schlagen wir vor, dass das Erreichen des maximalen Fassungsvermögens des Freibads vorzeitiger und besser kontrolliert wird, die Kommunikation mit der Polizei für den Notfall verbessert und beschleunigt wird, Straftaten konsequent durch Polizei und Justiz verfolgt werden und die Einführung sogenannter Konfliktlotsen. Letztere haben beispielsweise in Deeskalationsprojekten wie „Bleib cool am Pool“ in Berlin dazu geführt, dass Konflikte verhindert werden konnten, noch ehe sie entstehen, dass Gewalt in den Bädern generell abnimmt und die Polizei seltener gerufen werden muss. 

Der Vorfall zeigt zudem, dass es sich nunmehr rächt, dass das Schwimmbad in der Saarlouiser Innenstadt geschlossen wurde und insbesondere in immer heißer werdenden und längeren Sommern die Kapazitäten für große Besucherströme nicht ausreichen.“

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