Der Saarbrücker Posaunenchor mit Oberbürgermeister Uwe Conradt (Mitte) - Foto: Lothar Ranta

Ein Beitrag von Lothar Ranta

Wer hätte 1969 gedacht, dass die Heiligabend-Aktion, initiiert von der katholischen- und evangelischen Kirche, so ein Erfolg werden würde. Vor 50 Jahren begann man mit 30 Obdachlosen und dieses Jahr waren es fast 800 Obdachlose, Bedürftige, Kinder und Einsame. Mit zunehmenden Teilnehmerzahlen mussten natürlich die Veranstaltungshallen angepasst werden. In Erinnerung sind das Gustav-Adolf-Haus, Evangelisches Gemeindehaus am St. Johanner Markt, einmal sogar ein Zelt am Ende der Ursulinenstraße in Saarbrücken und seit 11 Jahren das E-Werk auf den Saarterrassen in Burbach.
  
Dass so ein großes Projekt detailliert organisiert werden muss ist Voraussetzung. Dazu gehört auch die strikte Einlasskontrolle ins E-Werk  mit Security- Leiterin Nadine mit ihrem Team. Höflich aber bestimmt wurde kontrolliert und jeder Besucher bekam ein Bändchen ans Handgelenk.
  
Für die Begrüßung und Moderation durch Pastoralreferent, Heiner Buchen, und Diakon Horst-Peter Rauguth, hatten sich für die 50. Heiligabend-Aktion etwas Besonderes ausgedacht. Es wurde feierlicher. Es kam Weihnachtsstimmung auf. Saarbrückens neuer Oberbürgermeister, Uwe Conradt, sah man an, dass es für ihn eine Ehre war, die Menschen im Saal begrüßen zu dürfen.

Kinderspielgruppe mit Betreuerinnen (Foto: Lothar Ranta)

Die über 80 Kinder Kinder im großen Aufenthaltsraum im E-Werk wurden von ehrenamtlichen Betreuerinnen mit allen möglichen Spielen zum Mitmachen angeregt. Einige Jungens spielten sogar „Mensch ärgere Dich  nicht“. 
  
Zuerst wurden die Teelichter auf den Tischen angezündet. Der langjährige Mitarbeiter, Reinhard Werner, bat auf der hell erleuchteten und weihnachtlich geschmückten Bühne um vollständige Ruhe im Saal. Die Beleuchtung wurde gedimmt. Offensichtlich waren die Teilnehmer so überrascht, dass es nach drei Anläufen tatsächlich kein Wort mehr zu hören war. Es war kaum zu glauben und ein überwältigter Augenblick. In dieser Ruhe kam die Weihnachtsgeschichte von Peter Rauguth mit seiner kräftigen Stimme bei den Gästen gut an. Auch die Menschen, die nicht gut Deutsch verstanden oder einer anderen Religion angehörten, waren sichtlich berührt. Zum ersten Mal wurde gemeinsam das Lied “Stille Nacht, heilige Nacht“ gesungen. Das war schon ergreifend. Es brauchte einige Minuten um wieder ins Gespräch zu kommen.

Jedes Jahr bildet sich eine gemischte Gesangsgruppe von Helfern und Helferinnen, die kurz einstudierte Weihnachtslieder vortragen. Sie standen vor der Bühne und animierten d mit ihren Weihnachtsliedern die Menschen im Saal 

Das Bühnenprogramm war auch wieder abwechslungsreich. Zu aller Überraschung kam auch zum ersten Mal der im Saarland bekannte, Roland Helm, auf die Bühne. Der ehemalige Moderator und Redakteur des Saarländischen Rundfunks, leger, mit Hut und Gitarre, sitzend auf einem Schemel, sang er einige seiner bekannten Lieder. 

Der Posaunenchor Saarbrücken, unter Stefan Winterheimer, spielte bekannte Weihnachtslieder. Der bunt gemischte Chor “Chorioses“ vom Saarbrücker-Rodenhof sangen in einheitlicher Kleidung einige Lieder aus ihrem reichhaltigen Repertoire. Die junge Tänzergruppe von der Tanzschule-Euschen-Gebhardt brauchte natürlich mehr Platz. Sie traten auf der großen zweiten Bühne auf, auf der noch vor einigen Jahren die Feuershows stattfanden. In diesem Jahr stand in der Mitte eine große aufgeblasene 50.

Den Abschluss der Bühnenshow machte wie jedes Jahr das bekannte Duo mit dem Saarbrücker Gitarristen Hector Zamora mit seinen bekannten spanischen Liedern aus Mexiko.
  
Nach dem reichhaltigen Essen und Trinken, das von den emsigen Helfer und Helferinnen dankend an jeden den Tisch gebracht wurde, gab es für alle Gäste als Bescherung eine voll gepackte Tasche mit unterschiedlichen haltbaren Lebensmitteln, für die sie sich herzlich bedankten. Für Besitzer von Katzen und Hunden, einige waren auch da, gab es gespendetes Dosenfutter.
  
Die Heiligabend-Aktion war 1998 der Ideengeber für die Gründung der Saarbrücker Tafel. Mit 28 Mitarbeitern und einigen Bedürftigen wurde der Anfang gemacht. Heute sind es 120 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, die mit eingesammelten Lebensmitteln etwa 4000 bedürftige Menschen unterstützen.