Literatur in und aus der Corona-Krise: Jan Hemmers Gedicht „Auf lange Distanz“

Auf lange Distanz

Menschenseelen notgehorchend harren abgeschieden aus,

in Paralyse per Dekret mangelt es an Horizont,

Massen gleichsam tiefgekühlt scheuen die soziale Front,

Kranzerreger überfallen Atemwege außer Haus.

Der Pulsschlag der modernen Welt nun Sklave einer Infektion,

Staatskunst retuschiert Narkose, jahrelang im Dämmerschlaf

Relevanzen unbesehen, fernab von Medizinbedarf,

Furcht vor Tröpfchen und Ruin, die Konsequenz oft Endstation.

Liquidatoren ohne Rüstung, sechsundachtzig Nummer zwei,

schaufeln Luft in leere Lungen, schieben Schläuche in die Schlünde,

schuften schwer im Schichtbetrieb, auf dass die Maßnahme doch zünde,

ehe Trauer halte Einzug, bevor man ende als Kartei.

Globalisierung ist kein Wert für sich, die ernüchternde Bilanz,

Gewinner zweifeln ob der Ordnung, überfällig allemal,

ein Weiterso steht außer Frage, Versäumnis zeigt sich an der Zahl,

der Preis für die Verfehlung: Gesellschaft lange auf Distanz.

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