Lebenshilfe Sulzbach-/Fischbachtal hilft mit zwei Aktion-Mensch-Projekten in der Corona-Krise

„Frau Keller, unser Budget ist erschöpft, wir haben keine finanziellen Mittel mehr über die Pflegekasse zur Verfügung. Wie können wir eine zusätzliche Betreuung für Emil (Name geändert) organisieren. Wir sind am Brett!“, dies oder Ähnliches hat Kerstin Keller von der Lebenshilfe Sulzbach-/Fischbachtal in den vergangenen Wochen schon häufiger gehört. Und während ihr sonst die Hände gebunden wären und die Familie auf Eigenleistungen angewiesen wäre, kann sie derzeit sagen: „Frau Sowieso, machen Sie sich keine Sorgen, wir machen das schon!“ Dank Aktion Mensch konnte die Lebenshilfe Sulzbach-/Fischbachtal unter anderem das Projekt „Assistenz und Begleitung“ als Corona-Soforthilfe-Programm ins Leben rufen und Familien über den bereits seit langer Zeit bestehenden Familienentlastenden Dienst (FED) hinaus unentgeltlich Assistenz- und Betreuungskräfte zur Verfügung stellen. Die Kosten trägt Aktion Mensch. Auch für Begleitungen zu Ärzten oder Ämtern greift dieses Projekt. Unterstützung im Haushalt oder auch Strukturierung des Tages gehören ebenso dazu. Viele Familien, erklärt Kerstin Keller, sträubten sich noch dagegen, Hilfe unentgeltlich entgegenzunehmen. Manche hätten auch noch immer Angst, „fremde“ Personen als potenzielles Infektionsrisiko ins Haus zu lassen. Aber für viele bedeutete der Griff zum Telefon (es gibt eine Hotline-Nummer) eine enorme Entlastung.

Parallel dazu läuft noch ein weiteres Projekt: „Lebensmittelversorgung“. Das Projekt wird ebenfalls von Aktion Mensch als Corona-Soforthilfe gefördert. In Kooperation mit ortsansässigen Partnern deckt die Lebenshilfe Sulzbach-/Fischbachtal Bedarfe von Menschen ab, die durch die Corona-Krise in eine Notlage geraten sind. Wochenlang bis zu Ferienbeginn unterstützte sie unter Federführung von Ulli Schmitz die Gemeinwesenarbeit Dudweiler (GWA). Die GWA verteilte das, aufgrund der Schulschließungen nicht an die Kinder verteilte, Schulobst donnerstags und freitags an Bedürftige. Dies koppelte die Lebenshilfe mit einer zusätzlichen Ausgabe von Lebensmitteln, sowie Bedarfs- und Hygieneartikeln. „Die Schicksale, auf die man hier trifft, sind schon bemerkenswert“, berichtet Ulli Schmitz. Zudem bietet die Lebenshilfe im Rahmen der Lebensmittelversorgung alle 14 Tage einen „Suppentag“ an. Vollkommen kostenlos können sich Bedürftige hier ihre Mittagsverpflegung abholen – ohne den Nachweis der Bedürftigkeit: „Jeder darf kommen. Das ist uns sehr wichtig, dass das Angebot offen ist für alle“, sagt Ulli Schmitz. Auch nach Auslaufen der Schulobstverteilung durch die GWA hält die Lebenshilfe Sulzbach-/Fischbachtal die Lebensmittelversorgung während der Suppentage aufrecht. Finanzielle Unterstützung erfährt das Projekt weiterhin durch die Kirchen. Und auch die Sachspendenbereitschaft innerhalb der Lebenshilfe als auch über persönliche Netzwerke ist schier unerschöpflich.

20 Flüchtlingsfamilien, etliche Einzelpersonen, Mehrpersonen-Haushalte und Projekte werden unterstützt.

Zu großem Dank sind die Organisatorinnen hier Familie Hissler verpflichtet, die obwohl selbst durch Corona in ein Loch gefallen, die gerade erst gepachtete Reiterklause in Dudweiler selbstlos für die Kochaktionen zur Verfügung gestellt hat. Eröffnung habe sie ja nicht feiern können, so Manuela Hissler, und auch Einnahmen waren durch die Beschränkungen nicht einzufahren. Aber sie wollte sich einsetzen für Menschen, die in noch größerer Not steckten. Über Manuela Hissler kam auch der Kontakt zur Bäckerei Maurer aus Herrensohr zustande, die zu jedem einzelnen Suppentag die Backwaren spenden.

„Das ist gelebte Lebenshilfe“, so Keller. „Wir möchten niemandem ins Handwerk pfuschen oder unser Konzept aufdrücken. Wir wollen kooperieren und unterstützend für die Menschen tätig sein. Sei es durch unsere Vernetzungen im Sozialraum, oder auch durch die Bereitstellung von Manpower“, fügt Ulli Schmitz an.

Info:

Die Lebenshilfe Sulzbach-/Fischbachtal unterstützt Menschen in Notlagen während der Corona-Krise mit den beiden Aktion-Mensch geförderten Projekten „Lebensmittelversorgung“ und „Assistenz und Begleitung“. Es ist eine Corona-Soforthilfe-Hotline eingerichtet. Die Telefonnummer lautet: 06897-7789418. Auch über Mail kann man sich an die Projektleitungen wenden corona@lebenshilfe-sft.de

Die Projekte laufen noch bis Anfang November. Infos über die Suppentage gibt es auch bei Facebook.

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