StartKulturKlimmt-Ausstellung im Burbacher Kulturverein: Masken und aus Afrika

Klimmt-Ausstellung im Burbacher Kulturverein: Masken und aus Afrika

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Saarbrücken – Am Freitagabend wurde in der Galerie des Burbacher Kulturvereins eine Ausstellung mit dem Titel „MASKEN – Werke von Agneta Klimmt und aus Afrika“ eröffnet. Die Schau ist bis zum 5. September 2025 zu sehen und verbindet auf außergewöhnliche Weise figurativ-abstrakte Werke der Hamburger Künstlerin Agneta Klimmt mit einer Auswahl afrikanischer Masken aus der Sammlung ihres Schwagers, des ehemaligen saarländischen Ministerpräsidenten Reinhard Klimmt.

Agneta Klimmt, 1935 in Hamburg geboren, hat an den Hochschulen für Bildende Künste in Hamburg und Berlin sowie in Zürich Kunstpädagogik und Germanistik studiert. Nach ihrem Referendariat in Hannover war sie von 1973 bis 1995 als Dozentin für Literatur und Bildende Kunst an der Volkshochschule Celle tätig. Ihre Arbeiten zeichnen sich durch eine expressive Formensprache aus, in der das Thema Maske seit Jahrzehnten eine zentrale Rolle spielt. Die Vernissage am 27. Juni, die zugleich ein symbolisches Geburtstagsgeschenk für die mittlerweile 90-jährige Künstlerin darstellt, wurde von Reinhard Klimmt mit einer persönlichen und kenntnisreichen Rede eröffnet.

Die Werke seiner Schwägerin seien über Jahrzehnte im Verborgenen entstanden – selbst enge Familienmitglieder hätten viele der Bilder nie zuvor gesehen. „Sie lebt zurückgezogen in Celle und freut sich, dass ich ihr sozusagen diese Ausstellung zum Geburtstag geklärt habe“, erklärte Klimmt. Ausgestellt sind Darstellungen von Masken, die selbst engste Familienmitglieder noch nicht zu sehen bekamen, weil Agneta Klimmt ihre Werke immer im Verborgenen hielt.

Ergänzt wird die Ausstellung durch afrikanische Masken aus der Sammlung Reinhard Klimmts, die seit den 1980er Jahren gewachsen ist. Die Kombination beider Werkgruppen ergibt sich aus dem verbindenden Motiv: Masken als Ausdruck von Identität, Ritual und kultureller Praxis. Klimmt betonte, dass es sich bei den meisten Objekten nicht um touristische Reproduktionen, sondern um authentische, ehemals im rituellen Gebrauch befindliche Stücke handele: „Ich habe mich bemüht, dass die Stücke für den Eigengebrauch gemacht wurden – nicht für europäische Käufer.“

In seiner ausführlichen Einführung sprach Klimmt über die gesellschaftliche Rolle von Masken in afrikanischen Kulturen, insbesondere bei Initiationsriten, in der Rechtsprechung oder der sozialen Kontrolle. Die Anonymität der Schnitzer sei vergleichbar mit der mittelalterlichen europäischen Kunst, die ebenfalls selten signiert wurde. Besonders hob er den Einfluss afrikanischer Kunst auf die europäische Moderne hervor und plädierte für einen respektvollen und differenzierten Umgang mit dem kulturellen Erbe Schwarzafrikas – auch im Rahmen der aktuellen Debatten um Restitution: „Wenn jemand sagt: Danke, dass ihr es bewahrt habt, jetzt gebt es uns zurück – dann habe ich kein Problem. Aber nur zurückgeben, um es weiterzuverkaufen, halte ich für fragwürdig.“

Die Werke von Agneta Klimmt sind – mit Ausnahme eines Bildes – käuflich zu erwerben, der Erlös fließt vollständig in den Kulturfonds des Vereins. Die Ausstellung ist montags bis donnerstags von 10 bis 13 und von 14 bis 17 Uhr sowie freitags von 10 bis 13 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei, Führungen sind nach Absprache möglich. Weitere Informationen sind unter der Telefonnummer 0681 – 9904 6728 erhältlich. Besucherinnen und Besucher erwartet ein eindrucksvolles Zusammenspiel zweier künstlerischer Welten, das sowohl zum Nachdenken als auch zum Staunen einlädt.

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