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Kritik an Antisemitismusbeauftragtem: DIG Saar und Junges Forum fordern Konsequenzen nach umstrittener Veranstaltung

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Saarbrücken, 12. Juli 2025 – Die Deutsch-Israelische Gesellschaft (DIG) Saar und das Junge Forum der DIG Saar haben deutliche Kritik an dem saarländischen Antisemitismusbeauftragten Prof. Roland Rixecker geäußert. Hintergrund ist dessen Beteiligung an einer Veranstaltung, die am 9. Juli 2025 an der Universität des Saarlandes stattfand und maßgeblich von den Gruppen „Students for Palestine“ und „SDS Saarbrücken“ organisiert wurde.

Nach Einschätzung der DIG Saar wurde im Rahmen der Veranstaltung unter dem Deckmantel kritischer Auseinandersetzung einseitig und ohne Einordnung von einem angeblichen „Völkermord in Gaza“ gesprochen – eine Darstellung, die ohne Kontext, Diskussion oder klare Benennung der Verantwortung der Hamas präsentiert worden sei. Erst auf Druck eines kritischen Publikums seien diese Aspekte zur Sprache gekommen. Der Amnesty-Bericht, auf den sich die Veranstaltung stützte, sei zudem „juristisch und inhaltlich hoch umstritten“.

Dass Rixecker die Veranstaltung persönlich moderierte – nach eigenen Angaben entgegen der ausdrücklichen Bedenken der jüdischen Gemeinschaft im Saarland – sorgt nun für erheblichen Unmut bei der DIG. „Dass ein Antisemitismusbeauftragter eine Plattform bietet, auf der pauschal und ohne Einordnung gegen Israel agitiert wird, ist ein bundesweit beispielloser Vorgang“, erklärt Eric Barth, Vorsitzender der DIG Saar. „Dass Herr Rixecker selbst angibt, die begründeten Einwände der jüdischen Gemeinschaft zu ignorieren, empfinden wir als völlig unangebracht. Er rückt damit die jüdische Gemeinschaft im Saarland auch in die Rolle eines Störfaktors für den von ihm so genannten offenen Diskurs.“

Barth kritisiert weiter, dass durch Rixeckers Moderation antiisraelischer Aktivismus legitimiert und „als normal und unproblematisch dargestellt“ worden sei. Der Kontext des Krieges gegen die Hamas sowie „die antisemitische Tendenz mancher Vorwürfe“ seien sowohl von der geladenen Referentin als auch von Rixecker selbst unerwähnt geblieben.

Auch das Junge Forum der DIG Saar meldet sich zu Wort. Hannah Akgül, Vorstandsmitglied des Forums, betont: „Ein Beauftragter für jüdisches Leben, der sich offen gegen die Interessen der jüdischen Gemeinde stellt, antiisraelische Akteure legitimiert und angibt, ‚neutral‘ zu handeln, obwohl seine Aufgabe klar definiert ist, ist leider keine Hilfe – sondern eine Belastung für Jüdinnen und Juden und alle Menschen, die sich konsequent gegen Antisemitismus einsetzen im Saarland.“

DIG Saar und Junges Forum fordern nun eine offizielle Stellungnahme Rixeckers und eine kritische Prüfung, ob er seinem Mandat als Antisemitismusbeauftragter noch gerecht wird. Veranstaltungen, „die einseitige Narrative bedienen und antisemitische Tendenzen ignorieren“, dürften nach Ansicht der beiden Organisationen nicht durch ein offizielles Amt zum Kampf gegen Antisemitismus legitimiert werden.

Unterstützung erhalten sie unter anderem vom Netzwerk Jüdischer Hochschullehrer, das in einem offenen Brief ebenfalls eine Stellungnahme Rixeckers fordert und ihm einen „[…] Mangel an fachlicher Sensibilität und professioneller Verantwortung“ attestiert.

Die Diskussion um die Rolle und Verantwortung von Antisemitismusbeauftragten im Umgang mit israelkritischen Positionen gewinnt damit auch im Saarland weiter an Brisanz.

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