StartLandkreis NeunkirchenMerchweiler„Weidelandschaft des Jahres 2025“: Auszeichnung für Landschaftslabor „Vogelzug und Wilde Weiden“

„Weidelandschaft des Jahres 2025“: Auszeichnung für Landschaftslabor „Vogelzug und Wilde Weiden“

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Merchweiler – Das Landschaftslabor „Vogelzug und Wilde Weiden“ ist als Weidelandschaft des Jahres 2025ausgezeichnet worden. Umweltministerin Petra Berg nahm am 19. September an der vom Verein Weidewelt e.V. organisierten Verleihung teil und würdigte in ihrer Laudatio das auch als „Saarengeti“ oder „Habichtsweiden“ bekannte Gebiet. Damit wurde das 2009 ins Leben gerufene Naturschutzgroßprojekt des Zweckverbands „Landschaft der Industriekultur Nord“ (LIK.Nord) sowie die Arbeit von Landwirtin Christina Rullof, die das Gebiet pflegt und bewirtschaftet, geehrt.

„Naturschutz und Landwirtschaft können Hand in Hand gehen, das beweisen Beweidungsprojekte, wie das Landschaftslabor ‚Vogelzug und Wilde Weide‘ hier in Merchweiler. In vorbildlicher Form hat der Zweckverband LIK.Nord die landwirtschaftliche Gestaltung und Nutzung gestaltet. Auch Frau Rullof, die das Gebiet bewirtschaftet, gilt mein Dank“, erklärte Berg. „Das von Bund und Land geförderte Projekt kann als Vorbild dafür dienen, wie Naturschutz, Landwirtschaft und Naherholung sich gegenseitig befruchten. Eine neue Form der Wertschöpfung, die nachhaltig unsere Flora und Fauna im Blick behält und die ich sehr gerne unterstütze.“

Ziel des Projekts ist die Entwicklung einer naturnahen Weidelandschaft rund um den Schlammweiher Hahnwies, die Lebensraum und Beobachtungspunkt für Zug- und Wasservögel sein soll. Die LIK.Nord hat dafür umliegende Flächen erworben und zu Weideflächen umgestaltet. Seit 2018 wird das Gebiet in eingezäunten, sukzessive erweiterten Bereichen extensiv mit Taurus-Rindern und Wasserbüffeln beweidet, die vom Habichtshof in Merchweiler betreut werden. Das Fleisch der Tiere wird im eigenen Hofladen vermarktet. Perspektivisch soll auch der Schlammweiher in die Zäunung einbezogen werden. Besucherinnen und Besucher können das Gelände über Brücken und Übergänge begehen, während bestimmte Ruhezonen für die Tierwelt unzugänglich bleiben.

Eine 2024 durchgeführte Evaluierung des Umweltministeriums bestätigte bereits positive Veränderungen in Flora und Biotopstruktur und zeigte weiteres Entwicklungspotential auf. Insgesamt wurden bisher rund 12 Millionen Euro in das Projekt investiert – 75 Prozent finanziert vom Bundesumweltministerium und Bundesamt für Naturschutz, 15 Prozent vom saarländischen Umweltministerium und 10 Prozent durch die Projektträger.

Der Verein Weidewelt e.V. vergibt die Auszeichnung jährlich bundesweit. Der diesjährige Preisträger LIK.Nord entstand im Rahmen des Bundeswettbewerbs Idee.natur. Träger sind die Städte Friedrichsthal und Neunkirchen, die Gemeinden Illingen, Merchweiler, Quierschied und Schiffweiler sowie der Landkreis Neunkirchen. Neben dem prämierten Landschaftslabor betreibt LIK.Nord drei weitere Labore: „Forstwirtschaft und natürliche Prozesse“, „Bergbaufolgelandschaften“ und „Neuerfindung der Bergmannskuh“.

Weitere Informationen zum Thema Artenschutz und extensive Landwirtschaft im Saarland gibt es online unter: www.saarland.de/aukm.

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