Der Landesverband Die Linke Saar unterstützt den geplanten Ausbau des Diakonie Klinikums Neunkirchen, übt jedoch deutliche Kritik an den aktuellen Strukturplänen des Gesundheitsministeriums. Landesvorsitzender Florian Spaniol sieht durch die Maßnahmen eine Schwächung der regionalen Gesundheitsversorgung. „Mit der Schließung der Bereitschaftsdienstpraxis wurde schon die lokale Versorgung geschwächt. Eine Stärkung des Klinikums darf nicht dadurch entwertet werden, dass an anderer Stelle wichtige Angebote wegfallen“, erklärt Spaniol.
Besonders kritisch bewertet Die Linke die angekündigte Verlagerung zentraler Fachbereiche wie Gynäkologie, Geburtshilfe sowie Kinder- und Jugendmedizin nach St. Wendel. Spaniol warnt, dass dies zu längeren Wegen und geringerer Versorgungssicherheit führen werde, insbesondere für Familien ohne eigenes Auto und Menschen im ländlichen Raum. „Der Verweis des Gesundheitsministers auf die ‚Nähe‘ zu Saarbrücken und Homburg und ‚Doppelstrukturen‘ verkennt die Realität vieler Menschen“, so Spaniol. Er verweist auf die Schließung der Geburtshilfe in Merzig, die gezeigt habe, wie schnell ganze Regionen ohne wohnortnahe Versorgung dastehen können.
Die Linke fordert stattdessen ein landesweites Konzept, das alle Klinikstandorte einbindet und stabilisiert. Einzelne Investitionen seien nicht ausreichend, solange keine „klare und solidarische Gesamtstrategie“ bestehe. Die Landesregierung müsse endlich ein gemeinsam mit allen Akteuren erarbeitetes Netz vorlegen, das die Versorgung in der Fläche sicherstellt und nicht Standorte gegeneinander ausspielt.
Als möglichen Lösungsweg unterstützt die Partei den Vorschlag der Gewerkschaft ver.di für ein öffentliches Verbundklinikum Saar. Durch einen solchen Zusammenschluss könnten Konkurrenzdruck abgebaut, Synergien genutzt und die medizinische Versorgung langfristig gestärkt werden. Spaniol betont: „Wir brauchen ein starkes, solidarisches Kliniknetz im Ganzen. Die Landesregierung muss endlich ein Konzept für alle Kliniken vorlegen. Der ver.di-Vorschlag eines Verbundklinikums zeigt, wie eine zukunftsfähige Lösung aussehen kann.“

