Es war alles angerichtet für einen historischen Fußballabend. Die SV Elversberg kämpfte bis zur letzten Sekunde, doch am Ende fehlten wenige Zentimeter – und ein Treffer von Leo Scienza in der 95. Minute bedeutete das bittere Aus im Aufstiegsrennen zur Bundesliga. Das Rückspiel gegen den 1. FC Heidenheim endete 1:2. Statt Fußballgeschichte im Saarland: tiefe Enttäuschung.
„Einfach nur traurig“
SVE-Trainer Horst Steffen rang nach Spielende um Worte:
„Wir haben damit zu arbeiten, dass das Ding heute verloren wurde, und das beschäftigt uns. […] Die Mannschaft war einfach fantastisch über die ganze Saison. Wie sie sich präsentiert hat, wie sie miteinander umgeht, wie sie Fußball spielt – das ist außergewöhnlich.“
Dennoch musste er eingestehen: „Aufrichten ist unmöglich. Das macht jeder mit sich selbst aus.“
Steffen sprach von einem „riesigen Kompliment an die Jungs“, die auch in der Relegation gegen den Bundesligisten „ihr Spiel durchgebracht“ hätten. Das entscheidende Tor – eine Einzelaktion auf rutschigem Rasen – konnte die starke Leistung der Elversberger nicht mehr retten. „Es ist einfach nur traurig, dass man das nicht belohnt hat.“
Die letzten Sekunden und ein Schuss ins Glück
Auf der anderen Seite sprach Heidenheim-Trainer Frank Schmidt von einem „perfekten Zeitpunkt“ für das entscheidende Tor:
„Wir haben einen großen Aufwand betrieben, haben leidenschaftlich verteidigt. […] Aber wenn es dann die letzte Aktion ist, dann ist es der perfekte Zeitpunkt, um das Siegtor zu machen.“ Über den Torschützen Leo Scienza sagte Schmidt: „Er war an allen vier Toren in der Relegation beteiligt – das sagt alles.“
Auch Spieler des FCH zeigten sich emotional. Ein Heidenheimer Akteur erklärte:
„Diese Mentalität, dieses Kämpfen füreinander – das haben wir geschafft. Das ist die Mentalität.“
Friedliches Fußballfest in Elversberg
Trotz der sportlichen Dramatik und des großen Zuschauerandrangs verlief der Abend insgesamt ruhig. Die Polizeiinspektion Neunkirchen zog eine positive Bilanz:
„Das Rückspiel […] endete 1:2 für die Gäste. Aus Sicht der Polizei verlief der Fußballabend friedlich und ohne größere Störungen.“
Lediglich das Abbrennen von Pyrotechnik bei den Gästefans und ein Verkehrsunfall nach Spielende wurden gemeldet. Eine alkoholisierte Person wurde vorsorglich in Gewahrsam genommen, ansonsten blieb es „insgesamt störungsfrei“. Die Einsatzleitung lobte ausdrücklich „das friedliche Verhalten der Fans beider Vereine“ sowie „die gute Zusammenarbeit mit dem Veranstalter und den Ordnungskräften“.
Würdigung durch OB Meyer: „Aushängeschild für das Saarland“
Trotz der sportlichen Enttäuschung folgte große Anerkennung für die SV Elversberg. Dr. Ulli Meyer, Oberbürgermeister von St. Ingbert, wo die Geschäftsstelle des Vereins sitzt, zollte Respekt:
„Auch wenn der Aufstieg nicht geglückt ist, können wir alle stolz auf das sein, was die SV Elversberg geleistet hat. Der Verein hat mit Herz, Wille und Teamgeist das gesamte Saarland begeistert. Diese Mannschaft ist ein Aushängeschild für den saarländischen Fußball – und wir sind sicher: Die nächste Chance kommt.“

