Im Tarifkonflikt zwischen der Saarbahn GmbH und der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) ist keine Annäherung in Sicht. Die Gewerkschaft hat für den Zeitraum von Freitag, 26. Juni, 17 Uhr, bis Montag, 29. Juni, 17 Uhr, zu einem weiteren Arbeitskampf aufgerufen. Es handelt sich nach Angaben der GDL um die fünfte Streikmaßnahme in der laufenden Tarifauseinandersetzung.
Auslöser für den neuerlichen Streik ist nach Darstellung der Gewerkschaft ein geplatzter Verhandlungstermin. Die GDL wirft der Saarbahn vor, nicht zu einem zuvor vereinbarten Gespräch erschienen zu sein und damit eine Fortsetzung der Verhandlungen verhindert zu haben. Die Gewerkschaft spricht von einer fortgesetzten Blockadehaltung des Arbeitgebers.
Nach Angaben der GDL seien ihre Verhandlungsvertreter zum vereinbarten Termin erschienen und hätten bis zum Nachmittag auf eine Teilnahme der Arbeitgeberseite gewartet. Die Saarbahn habe stattdessen bereits zuvor öffentlich Stellung zum Tarifkonflikt bezogen.
Die Gewerkschaft weist zudem die Darstellung zurück, sie halte unverändert an ihren ursprünglichen Forderungen fest oder strebe ein einseitiges „Tarifdiktat“ an. Vielmehr verweist sie auf Tarifabschlüsse mit anderen kommunalen Arbeitgebern, bei denen nach ihrer Darstellung vergleichbare Regelungen vereinbart worden seien. Bereits heute gebe es bei der Saarbahn tarifliche Sonderregelungen, die betriebliche Besonderheiten berücksichtigten.
GDL-Bundesvorsitzender Mario Reiß kritisierte das Vorgehen der Saarbahn scharf und sprach von einer bewussten Verschärfung des Konflikts. Die Gewerkschaft sieht den Arbeitgeber in der Verantwortung für die erneute Eskalation und kündigt an, den Arbeitskampf fortzusetzen, solange keine Einigung erzielt werde.
Welche konkreten Auswirkungen der angekündigte Streik auf den Nahverkehr im Saarland haben wird, war zunächst nicht bekannt. Die Saarbahn hatte sich zu den Vorwürfen der GDL in der vorliegenden Mitteilung nicht geäußert.


