Das provisorische Mobilfunkstandort in Gerlfangen soll am 15. September 2026 abgeschaltet werden. Der dauerhafte Mast wird nach aktuellem Stand voraussichtlich erst im Februar oder März 2027 vollständig in Betrieb gehen – eine verbindliche Übergangslösung gibt es bislang nicht.
Für Teile Gerlfangens und des Nordgaus könnte damit die Mobilfunkversorgung für mehrere Monate deutlich schlechter werden. Besonders betroffen wäre nach Darstellung der Gemeinde die Vodafone-Versorgung, die das seit 2023 betriebene Provisorium verbessert hatte.
Bürgermeister Joshua Pawlak kritisiert, dass der endgültige Mast am selben Standort wie die Übergangsanlage entstehen soll. Das Provisorium muss deshalb zunächst zurückgebaut werden. „Ein Provisorium abzubauen, bevor die endgültige Lösung funktioniert, und dadurch wieder eine monatelange Lücke entstehen zu lassen, ist weder logisch noch den Menschen vor Ort vermittelbar“, erklärt Pawlak in einer Pressemitteilung der Gemeinde Rehlingen-Siersburg.
Die Gemeinde beschäftigt sich nach eigenen Angaben seit 2014 mit der unzureichenden Mobilfunkversorgung. Sie stellte Flächen bereit, führte Gespräche mit Anbietern und Behörden und unterstützte die gemeinsame Nutzung des geplanten Standorts durch mehrere Mobilfunkunternehmen. Im Frühjahr 2020 schloss sie einen Pachtvertrag über eine Fläche am Sportplatz in Gerlfangen. Das Provisorium wurde dort 2022 vorbereitet und 2023 in Betrieb genommen.
Bei einem Ortstermin am 10. September seien nach Darstellung der Gemeinde weiterhin wichtige Fragen offen gewesen. Dazu gehörten Gespräche mit Anliegern und Landwirten über Flächen für Bauarbeiten und eine Baustellenzufahrt. Die Verwaltung bot an, bei der Klärung zu vermitteln.
Pawlak wandte sich am 11. September unter anderem an Vodafone, Vantage Towers und den Bauträger. Bis zum Morgen des 14. September habe die Gemeinde keine Rückmeldung erhalten. Der Bürgermeister fordert nun eine verbindliche Aussage dazu, ob eine Übergangsversorgung eingerichtet werden kann, wie sich die Versorgungslücke verkürzen lässt und wann der neue Standort vollständig in Betrieb geht. Auch Land und Bund sollen nach dem Willen der Gemeinde auf eine schnelle Lösung hinwirken.
Die Gemeinde verweist zudem auf mögliche Probleme bei Notrufen, weil außerhalb des Ortes teilweise das französische Mobilfunknetz empfangen werde. Nach Schilderungen aus der Bevölkerung seien Notrufe bereits an französische Leitstellen weitergeleitet worden. Ob und wie sich die Versorgung ab dem 15. September tatsächlich verändert, hängt von den Entscheidungen und Maßnahmen der beteiligten Unternehmen ab.

