Im Museum Theulegium in Tholey ist die Sonderausstellung „Römisches Leben im Wareswald – Vergangenheit digital entdecken“ eröffnet worden. Sie verbindet archäologische Originalfunde mit digitalen, interaktiven und sinnlichen Angeboten.
Goldmünzen, Statuen, Opfergaben, Grabschmuck, Gefäße und Haarklammern geben Einblicke in verschiedene Bereiche des römischen Alltags. Ein Hundekopf aus einem Grabmal steht für Bestattung und Trauer, eine Haarklammer für Kosmetik und Körperpflege.
Die Ausstellung beschränkt sich nicht auf das Anschauen der Fundstücke. Repliken aus dem 3D-Drucker dürfen berührt werden, rekonstruierte römische Parfüms machen historische Düfte erfahrbar. Ein interaktiver Mediaplayer ergänzt die Exponate mit weiteren Informationen und multimedialen Inhalten.
Entstanden ist die Schau in einem interdisziplinären Lehr-Lern-Projekt der Universität des Saarlandes. Zwölf Studierende aus Klassischer Archäologie, Alter Geschichte und Mittelalterlicher Geschichte arbeiteten an der wissenschaftlichen Aufarbeitung, der Vermittlung und der Gestaltung mit. Beteiligt waren außerdem das Museum Theulegium und der Historische Verein zur Erforschung des Schaumberger Landes.
Bei der Eröffnung begrüßte der Vereinsvorsitzende Niko Leiss mehr als 50 Besucherinnen und Besucher. Sie kamen mit den Studierenden und den Projektverantwortlichen ins Gespräch. Die Beigeordnete der Gemeinde Tholey, Elisabeth Biwer, würdigte die Ausstellung als besonders attraktiv und modern.
Der Wareswald liegt am Fuß des Schaumbergs zwischen Tholey, Marpingen und Oberthal. Dort entstand im ersten Jahrhundert nach Christus an wichtigen Fernstraßen ein römischer Vicus, in dem sich Händler und Handwerker niederließen. Die Siedlung wurde um das Jahr 400 aufgegeben. Die Sonderausstellung ist bis zum Jahresende im Theulegium, Rathausplatz 6, zu sehen. Das Museum öffnet mittwochs und sonntags von 14 bis 17 Uhr; Sonderführungen können telefonisch unter 06853-50880 vereinbart werden.

