St. Wendel. Beim Neujahrsempfang der Kreisstadt kamen im Saalbau mehr als 800 Gäste zusammen, um gemeinsam ins neue Jahr zu starten. Bürgermeister Peter Klär nutzte die Veranstaltung, um auf das vergangene Jahr zurückzublicken und die Schwerpunkte für 2026 zu skizzieren. Im Mittelpunkt standen dabei die Menschen in der Stadt, das gemeinsame Engagement sowie die anstehenden Aufgaben in schwierigen Zeiten.
„Immer im Mittelpunkt stehen Sie, unsere Bürgerinnen und Bürger. Sie alle, die Sie – oft auch spontan und immer freiwillig – so viel für Ihre Stadt tun“, betonte Klär in seiner Rede. Er hob hervor, wie wichtig das vielfältige ehrenamtliche Engagement in den Stadtteilen ist. Stellvertretend nannte er Projekte wie das Juventas-Haus in Hoof oder die Dorfgemeinschaft in Remmesweiler – überall zeige sich, wie stark der generationenübergreifende Zusammenhalt die Stadt prägt. Dieses Engagement sei ein wesentlicher Faktor für die weitere positive Entwicklung St. Wendels.
2025 sei ein Jahr mit vielen Entscheidungen gewesen, so der Bürgermeister. Mit einem Haushaltsvolumen von mehr als 90 Millionen Euro habe die Stadt zahlreiche Projekte voranbringen können. Dabei habe die Mehrheit im Stadtrat stets Verantwortung mit Blick auf das Ganze übernommen – insbesondere bei Entscheidungen, die nicht leichtgefallen seien.
Mit Blick nach vorn kündigte Klär für 2026 weitere attraktive Veranstaltungen an. „Wir wollen und müssen die Anziehungskraft unserer großen Magnete weiter forcieren“, bekräftigte er. Zu den geplanten Highlights zählen neben den erfolgreichen St. Wendeler Themen-Märkten auch der Nationen-Cup der Supermoto-Weltmeisterschaft, der Globus-Marathon sowie die Special Olympics Deutschland. Zudem werde es eine Feier zum 100-jährigen Bestehen des städtischen Freibades geben. Mehr als 500.000 Gäste finden aufgrund der St. Wendeler Premium-Veranstaltungen Jahr für Jahr den Weg in die Stadt und sorgen damit für viel Frequenz im örtlichen Einzelhandel und der Gastronomie. Klär: „Das ist unser Ziel: Leben in die Stadt bringen und zugleich die lokale Wirtschaft stärken.“
Auch die wirtschaftliche Bedeutung St. Wendels für die gesamte Region war Thema der Rede. Rund 15.000 Arbeitsplätze, ein Kaufkraftpotenzial von etwa 181 Millionen Euro und ein touristischer Bruttoumsatz von rund 27 Millionen Euro zeigten die Bedeutung St. Wendels als Wirtschafts- und Dienstleistungsstandort, so der Bürgermeister.
In ökologischer Hinsicht stellte Klär fest: „Unsere nachhaltige Kreislaufwirtschaft greift.“ Als eines von vielen Beispielen führte er die mehr als 70.000 Kunden des St. Wendeler Wertstoffhofes im vergangenen Jahr an. Er betonte: „Was im Wertstoffhof ankommt, liegt nicht im Wald.“ Auch die Flächennutzungs- und Bebauungspläne hätten in St. Wendel eine bewusst ökologische Ausrichtung – allerdings maßvoll und vernünftig. „Es muss ja auch tatsächlich für die Bürgerinnen und Bürger machbar sein“, so der Bürgermeister. Das Baumförderprogramm „St. Wendel wird grün – Bäume für die Zukunft“ werde ebenfalls sehr gut angenommen und deshalb weitergeführt.
Eine ganze Reihe von Projekten hat das Ziel, die Stadtentwicklung kontinuierlich voranzubringen. Dazu gehören unter anderem die Fertigstellung des Kulturzentrums Winterbach, die Eröffnung des Gewerbegebietes Hottenwald II mit mehr als 18.000 Quadratmetern Gewerbeflächen in Bliesen, der Baubeginn der neuen Dreifeldsporthalle, die Fertigstellung der Parkstraße sowie Investitionen in die Grundschulen. Klär: „Die Jahnstraße wird ebenfalls in Form eines Verkehrskreisels ertüchtigt und die Bahnhofstraße geht in die nächste Planungsstufe.“
Trotz finanzieller Unterstützung aus Sondermitteln machte der Bürgermeister deutlich, dass die kommunale Finanzlage angespannt bleibe. Umso wichtiger seien Investitionen privater Akteure auf Grundlage eines verlässlichen Miteinanders. „Sie sind für uns unverzichtbar, indem sie z. B. Bebauungspläne umsetzen und Wohnraum schaffen“, betonte Klär. Als zentrale Zukunftsprojekte nannte er das Green-Living-Projekt für das Missionshaus-Areal sowie die Erweiterung des HIL-Werkes, bei denen es jeweils um Arbeitsplätze und die weitere Entwicklung der Stadt gehe. Gleiches gelte für die Erweiterung des Marienkrankenhauses. Hier unterstütze die Stadt die Pläne der Landesregierung ausdrücklich.
Abschließend verwies der Bürgermeister auf die Potenziale der Innenstadt. Projekte wie die Wiederbelebung der Dom-Galerie, das Vorhaben „Erste Studentenstadt ohne Hochschule“, sowie ein aktives Citymanagement und das neue Bürgerlabor zeigten exemplarisch, dass St. Wendel den Wandel aktiv gestalte – gemeinsam mit den Menschen vor Ort.


