Die Linke Saar stärkt den Beschäftigten des Kohlhof-Klinikums in Neunkirchen und den rund siebenhundert Demonstrierenden auf dem Stummplatz den Rücken. Die stellvertretende Landesvorsitzende Cornelia Kreuter und der Landesvorsitzende Florian Spaniol bekräftigen ihre Unterstützung und kritisieren die Krankenhauspolitik der Landesregierung scharf.
Spaniol bezeichnet die Kundgebung vom Mittwoch als deutliches Warnsignal: „Diese Demonstration war ein unübersehbares Signal. Die Krankenhauspolitik des Landes ist eindeutig gescheitert. Wer weiterhin an Schließungen und Verlegungen festhält, die vollkommen an der Realität vorbeigehen, verschärft die ohnehin angespannte Versorgungslage im Saarland.“ Nach Ansicht der Partei zeige die breite Beteiligung, dass die Bevölkerung die geplanten Strukturänderungen klar ablehnt.
Kreuter hebt zudem die Bedeutung der Geburtshilfe hervor: „Die Geburtenhilfe ist ein elementarer Bestandteil einer funktionierenden Gesundheitsversorgung. Es ist völlig inakzeptabel, dass ausgerechnet die zweitgrößte Stadt des Saarlandes ohne eigene Geburtshilfe dastehen soll. Eine wohnortnahe Versorgung darf nicht der Sparpolitik zum Opfer fallen.“ Die Linke kritisiert, dass die Bedarfe der Bürgerinnen und Bürger zugunsten zentralisierter Konzepte vernachlässigt würden.
Scharfe Worte findet Spaniol auch für die Landesregierung und Gesundheitsminister Magnus Jung: „Die Schließungs- und Zentralisierungspolitik der SPD ist krachend gescheitert. Es gibt keinerlei Akzeptanz in der Bevölkerung für diesen Kurs, und er wird den Bedürfnissen der Menschen in unserem Land nicht gerecht.“ Die Partei sieht großen politischen Handlungsbedarf, um die medizinische Versorgung im Land langfristig sicherzustellen.
Kreuter weist zudem auf die hohe Belastung der Beschäftigten hin: „Am Ende müssen immer die Beschäftigten die Fehlentscheidungen der Politik ausbaden. Sie halten den Betrieb aufrecht, während ihnen gleichzeitig immer neue Lasten aufgebürdet werden. Das ist verantwortungslos und respektlos gegenüber den Menschen, die unser Gesundheitssystem am Laufen halten.“ Die Linke fordert, die Arbeitsbedingungen und Personalressourcen nachhaltig zu stärken.
Zum Abschluss fordert Spaniol einen grundsätzlichen Kurswechsel in der Gesundheitspolitik: „Wir brauchen endlich eine Krankenhauspolitik, die sich an Versorgungssicherheit und Menschlichkeit orientiert. Dazu gehört ein öffentliches Verbundklinikum, das die Standorte im Saarland vernetzt, die Grundversorgung wie auch spezialisierte Leistungen sichert und sich klar am tatsächlichen Bedarf orientiert.“
Die Linke Saar positioniert sich damit klar gegen die derzeitigen Pläne der Landesregierung und setzt auf eine dezentrale, bedarfsgerechte Versorgung sowie eine Stärkung der öffentlichen Trägerschaft.


