Das Ministerium für Bildung und Kultur des Saarlandes hat das Ludwig-Harig-Stipendium 2025 an die junge Autorin paula van well vergeben. Bildungs- und Kulturministerin Christine Streichert-Clivot überreichte die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung im Saarländischen Künstlerhaus und würdigte van wells literarisches Projekt als ebenso mutig wie bedeutend.
„paula van well verfolgt ein außerordentlich ambitioniertes und erfolgversprechendes literarisches Projekt, in dessen Mittelpunkt Gewalterfahrungen in festen Beziehungen innerhalb verschiedener Generationen stehen und hat damit die Jury überzeugt“, so die Ministerin. Besonders hervor hob sie, wie van well es verstehe, mit ihrer Arbeit einen sensiblen gesellschaftlichen Raum zu öffnen: „Es ist uns ein besonderes Anliegen, solche Stimmen zu fördern, die nicht wegsehen, sondern den Mut haben, schwierige Themen anzusprechen und dadurch Brücken des Verständnisses und der Empathie zu bauen.“
Aus über 20 Bewerbungen wurde das Projekt „was wir voneinander haben“ von paula van well ausgewählt. Die Jury lobte die präzise und dichte Sprache der Autorin sowie ihr Gespür für komplexe menschliche Beziehungen und transgenerationale Gewalterfahrungen. „In rückwärtsgewandten Zeiten, in denen längst überwunden geglaubten Machtgefällen wieder das Wort geredet wird, ist die Stimme eine:r paula van well kostbar und dringlich zugleich“, heißt es in der Begründung.
paula van well gelingt es laut Jury, verschiedene Erzählstränge und Zeitebenen kunstvoll miteinander zu verknüpfen, während gleichzeitig ein „lustvoll zynischer Humor“ durch ihre Texte schimmert. Ihre literarische Handschrift sei unverkennbar und erinnere in ihrer sprachlichen Präzision und Originalität an Namensgeber Ludwig Harig. „paula van well teilt Ludwig Harigs Liebe zum präzis-spielerischen Umgang mit Sprache ebenso unverkennbar wie gekonnt und ist ein vielversprechendes Talent, die starke Stimme einer jungen Generation, die gehört werden muss.“
Geboren 1997, aufgewachsen in Rheinland-Pfalz, hat paula van well Theater- und Literaturwissenschaft an der FU Berlin und Sprachkunst an der Universität für Angewandte Kunst in Wien studiert. Neben Veröffentlichungen in Anthologien und Literaturmagazinen arbeitet paula aktuell am ersten Roman, ist Mitherausgeber:in des Literaturmagazins JENNY (12) und kuratiert die Literaturpassage im Museumsquartier in Wien.
Das Ludwig-Harig-Stipendium wird seit 2011 vom saarländischen Bildungs- und Kulturministerium vergeben. Es unterstützt Autorinnen und Autoren bei Reise- und Recherchetätigkeiten zur Umsetzung eines literarischen Projekts – ganz im Sinne von Ludwig Harig, der für seine sprachschöpferische Literatur und seine intensive Auseinandersetzung mit Geschichte und Sprache bekannt war.


