StartFeatureMarco Rubio in München: Öl, Gas und Christentum!

Marco Rubio in München: Öl, Gas und Christentum!

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US-Außenminister Marco Rubio sprach am Valentinstag bei der Münchner Sicherheitskonferenz mit der gebotenen Höflichkeit, aber hinter seinen rhetorischen Blumen war eine knallharte Ideologie zu erkennen. Der Text seiner Rede ist auch in deutscher Übersetzung zugänglich (u.a. bei www.bild.de). Hier eine Blütenlese:

Nach der Bedrohung durch den sowjetischen Kommunismus, durch den „Tausende Jahre westlicher Zivilisation auf dem Spiel standen“, hätten sich Europa und die USA gemeinsam durchgesetzt und den Kontinent wiederaufgebaut. Dieser Triumph habe aber zu der „gefährlichen Illusion“ geführt, dass eine regelbasierte Ordnung nationale Interessen ablösen würde. „Das war eine törichte Vorstellung, die sowohl die menschliche Natur als auch die Lehren aus über 5000 Jahren aufgezeichneter Menschheitsgeschichte ignorierte.“

Rubio führt nicht näher aus, was für ihn die „menschliche Natur“ ausmacht. Er stellte jedoch klar, nicht Weltbürgertum, offene Grenzen, freien Handel und den Ausbau „massiver Wohlfahrtsstaaten“ zu dieser Natur zu zählen. Der Zeitraum seiner „aufgezeichneten Menschheitsgeschichte“ war überwiegend geprägt von absolutistischer Herrschaft, Königreichen, Theokratien, Imperien und Kriegen. Zählt Rubio deshalb die Vorstellung, „dass nun jede Nation eine liberale Demokratie werden würde“, ebenfalls zu den „gefährlichen Illusionen“?

In Rubios Welt bedroht „Massenmigration, (…) den Zusammenhalt unserer Gesellschaften, die Kontinuität unserer Kultur und die Zukunft unserer Völker“. Während wir, „um einen Klimakult zu besänftigen“ (…), unsere Bevölkerung verarmen lassen“, dürfen „unsere Konkurrenten Öl, Kohle und Gas ausbeuten“.

Rubio lädt die Europäer ein, gemeinsam mit Präsident Trump „erneut die Aufgabe der Erneuerung und Wiederherstellung (zu) übernehmen – getragen von der Vision einer Zukunft, die ebenso stolz, souverän und lebendig ist wie die Vergangenheit unserer Zivilisation.“ Denn: „Wir sind Teil einer Zivilisation – der westlichen Zivilisation. Uns verbinden die tiefsten Bande, die Nationen teilen können: Jahrhunderte gemeinsamer Geschichte, christlicher Glaube, Kultur, Erbe, Sprache, Abstammung und die Opfer unserer Vorfahren für die gemeinsame Zivilisation, deren Erben wir sind.“

Besuchern der Konferenz aus China, Indien, Afrika, Südamerika etc. wurde damit deutlich gemacht, dass sie aus Sicht der US-Ideologen anderen Zivilisationen angehören – wenn überhaupt einer. Im Verlauf der Geschichte Zugewanderten oder als Sklaven in die USA verschleppten Menschen nichteuropäischer Herkunft fehlen wegen ihrer „Abstammung“ die „tiefsten Bande“. Und ohne christlichen Glauben gibt es keine Teilhabe an der stolzen Zukunft.

Trump und Rubio vertreten ein Weltbild des 19. Jahrhunderts, das im 20. Jahrhundert die ideologische Grundlage schuf für die schlimmsten Kriege der Geschichte. Dem aktuellen Krieg in der Ukraine, den das imperialistische Russland gegen den liberalen Westen führt, widmete Rubio kein einziges Wort.

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