StartFCSMit neuer Offensive zum Erfolg! FCS-Spielanalyse: VfB Stuttgart II

Mit neuer Offensive zum Erfolg! FCS-Spielanalyse: VfB Stuttgart II

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Rund um den 1. FC Saarbrücken herrschte am Samstagnachmittag eine gewisse Spannung darüber, wie die erste Startformation des neuen Trainers Argirios Giannikis aussehen würde. Das von Jürgen Luginger vor der Partie in Aue einstudierte 3-4-3 musste Platz machen für ein 4-2-3-1. Der FCS hatte es in der Dreier- Fünferkette zwar geschafft, die Mitte zu schließen, in der Offensive entstand allerdings eine Art „Pick gegen alle“. Ohnehin basierte der FCS-Angriff in den vergangenen Wochen praktisch nur auf einem gut aufgelegten Florian Pick. Je müder dieser wurde, desto unregelmäßiger strahlte Saarbrücken innerhalb einer Partie Gefahr aus.

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Auch personell entschied sich der neue Coach für frische Beine. Die Hereinnahmen von Brünker und Civeja waren dabei noch weniger überraschend, wohingegen wohl niemand mit den zuletzt formschwachen Rabihic und Elongo-Yombo gerechnet haben dürfte. Diese beiden bestätigten zunächst die Zweifel, da sie in einer insgesamt schweren ersten halben Stunde von Blau-Schwarz noch ein wenig mehr abfielen. Anschließend waren es jedoch ausgerechnet Elongo-Yombo und Rabihic, die beide Tore einleiteten, sich enorm steigerten und das Spiel zugunsten des FCS entschieden.

Der Aufschwung von Saarbrückens Nummern 10 und 17 ist ein gutes Beispiel dafür, dass es nach drei Jahren interner Lösungen auf der Trainerposition vielleicht genau diesen neutralen Blick von außen benötigte. Unter einem Coach aus dem FCS-Kosmos wären sie nach den letzten Wochen wohl kaum gestartet – so entschieden sie in neuen Rollen die Partie und beendeten die Horrorserie von 16 Begegnungen ohne Sieg.

Argirios Giannikis stand in seinen bisherigen Stationen vor allem für eine gewisse Vertikalität im Ballbesitz. Bereits unter der Woche im Training arbeitete die Mannschaft daran, mit wenigen Kontakten in die Tiefe zu kommen.

Wie bereits erwähnt, gestaltete sich die Anfangsphase sehr kompliziert. In Ballbesitz herrschte in den ersten 35 Minuten völliges Chaos, und es wirkte fast schon wie ein erheblicher Rückschritt gegenüber den Vorwochen. Gegen den Ball wurden allerdings einige interessante Faktoren ersichtlich, wie etwa das Mittelfeldpressing und das kurzfristige Überlagern einer Seite. Führte der VfB beispielsweise auf der rechten Abwehrseite des FCS den Ball, so rückten auch die gegenüberspielenden Bretschneider und Elongo-Yombo ins Zentrum des Spielfeldes ein. Damit sorgten sie dafür, dass der VfB II auf engem Raum Schwierigkeiten bekam, seine spielerische Klasse auszuspielen. Dazu bekam Tim Civeja eine Art Sonderrolle. Ursprünglich auf der Doppelsechs gestartet, zeichnete er sich immer wieder als Leiter des Pressings aus. Unter Jürgen Luginger fiel bereits auf, dass Civeja ein gutes Gespür für hohe Ballgewinne besitzt.

In Ballbesitz fokussierte sich das Team auf die Tiefe. Giannikis lässt immer wieder Läufe in die Halbräume durchführen, zu Beginn fehlte jedoch jegliches Timing der Saarbrücker Offensive. Es entwickelte sich eine zähe Begegnung, in der die erste wirklich gefährliche Aktion den Gästen gehörte. Patrick Sontheimer agierte im Spielaufbau unachtsam und ließ sich den Ball von einem Stuttgarter klauen. Der sehr starke Lasse Wilhelm unterband den doppelten Doppelpass, woraufhin Sontheimer klärte. Der FCS war im letzten Drittel nahezu wirkungslos. Robin Bormuth schlug einen langen Ball nach dem anderen in Richtung Elongo-Yombo, der jedoch nichts weiter damit anzufangen wusste.

Belebung in das träge Auftreten brachte schließlich Calogero Rizzuto nach 32 Minuten. Lasse Wilhelm verteidigte stark nach vorne, wodurch Rizzuto den Ball aufnehmen konnte und nach einem Solo einfach mal den Abschluss suchte. Sieben Minuten später dann eine Szene, die dem späteren 1:0 ähnelte. Pick lief über den rechten Flügel, ließ seinen Gegenspieler elegant aussteigen und sah den zentral positionierten Elongo-Yombo, der gerade noch so am Vollstrecken gehindert wurde. Von nun an agierte Saarbrücken sowohl mit als auch gegen den Ball dominant. Es folgten die besten Minuten des Spiels von Blau-Schwarz.

Der FCS brach in den Halbräumen bis an die Grundlinie durch, erzwang hohe Ballgewinne und prüfte mehrfach VfB-Keeper Florian Hellstern. Diese Drangphase resultierte in einer nicht unverdienten Saarbrücker Führung. Nach einem Einwurf spielten Pick und Rabihic einen Doppelpass, insbesondere die perfekte Weitergabe Rabihics per Außenrist darf als herausragend bezeichnet werden. Elongo-Yombo lief erneut im Zentrum ein und vollendete überlegt zum 1:0. Für Giannikis vermutlich ein Tor wie aus dem Bilderbuch. Der FCS gelangte mit wenigen Kontakten hinter die Kette, Brünker zog die Aufmerksamkeit der VfB-Innenverteidigung auf sich, sodass Elongo-Yombo ohne Probleme einschieben durfte.

Das 2:0 fiel direkt nach Wiederanpfiff, und erneut waren Rabihic und Elongo-Yombo als Hauptprotagonisten beteiligt. Rabihic machte einen Abschlag von Menzel überragend fest und schickte – wie beim 1:0 mit Pick – Elongo-Yombo nach einem Doppelpass. Dieser verlangsamte und schlug eine wunderbare Flanke auf den Kopf von Brünker, der nicht weniger beeindruckend zum 2:0 traf.

Anschließend verlor der 1. FC Saarbrücken merklich an Zugriff. Der VfB verlagerte nun ein wenig mehr und kam im Zentrum zu vielen Chancen. Saarbrücken spielte keine gute zweite Hälfte, so schlug unter anderem der xG-Wert (erwartete Tore) auf die Seite des VfB II um (1,45 zu 1,58). 39 % Ballbesitz waren im Vorhinein zu erwarten, dennoch geriet der FCS ein wenig zu sehr in den Verwaltungsmodus.

Robin Bormuth und Lasse Wilhelm wuchsen in der zweiten Hälfte über sich hinaus. Vor allem der in der Vergangenheit viel kritisierte Bormuth warf sich in jeden Ball und machte sein bestes Spiel in Blau-Schwarz (24 Ballgewinne, 11 seiner 16 Bodenzweikämpfe gewonnen, jedes Kopfballduell gewonnen). Bormuth präsentierte sich als absolute Bank, obwohl er mit Mansour Ouro-Tagba den gefährlichsten Spieler des VfB als direkten Gegner hatte.

Die Saarländer hatten eine ordentliche Prise Glück. Nach einer Stunde erwischte der gelb verwarnte Bretschneider Ouro-Tagba im Strafraum. Der Pfiff blieb aus, dem VfB wurde also ein klarer Elfmeter inklusive Platzverweis verwehrt. Nach den Wechseln verlor der FCS auch offensiv an Struktur, der VfB trat noch einige Male gefährlich vor dem Saarbrücker Kasten auf, bewies aber seine Ineffektivität.

Somit ist der Bann gebrochen, und der FCS geht nach 16 Partien mal wieder als Sieger vom Platz. Das Torschussverhältnis (4:4) und die xG (1,45 – 1,58) sprechen dennoch eher für ein ausgeglichenes Spiel. Saarbrücken gewinnt diese Partie vor allem dank der starken zehn Minuten vor der Pause und dem eiskalten Start in die zweite Hälfte. Angesichts der geringen Zeit konnte man schon einige neue taktische Elemente sehen, die zeitweise auch sehr gut funktionierten. Negativ zu erwähnen sind erneut die Ecken. Giannikis studierte die sehr beliebte Variante ein, den Torhüter zu blocken und den Ball in den Fünferraum zu schlagen. Arsenal und Bayern dienen als prominente Beispiele, die diese Art der Ecken nahezu perfektionierten. Dem 1.FC Saarbrücken fehlt es jedoch augenscheinlich an passenden Schützen. So schlugen Pick und Civeja regelmäßig Eckbälle, die es nicht einmal über den ersten Pfosten schafften.


Spielernoten

Phillip Menzel: Sicherer Rückhalt im Tor, parierte zweimal innerhalb der Box. Zweites Spiel in Serie zu Null. 1-

Calogero Rizzuto: Unter Luginger regelmäßig einer der besten Saarbrücker. Heute ein wenig unauffällig. 3


Lasse Wilhelm: Insbesondere im Vorwärtsverteidigen auffällig, sehr gut abgestimmt mit Bormuth. 2+


Robin Bormuth: Der beste Mann auf dem Platz. Warf sich in jeden Ball und hielt Ouro-Tagba über die gesamte Spielzeit unter Kontrolle. 1


Niko Bretschneider: Gegen den Ball erfrischend aggressiv, konnte sein hohes Tempo oftmals positiv einsetzen. 2-


Patrick Sontheimer: Sein schwächstes Spiel seit seiner Rückkehr. Ein wenig nachlässig in Halbzeit eins. 3-


Tim Civeja: Der unauffälligste Startelfakteur an diesem Spieltag. Dennoch mit hohem Engagement gegen den Ball. 3-


Florian Pick: Ungewohnt entlastet in der Offensive. Wirkte müde und konnte der Partie trotz hervorragendem Assist nicht ganz seinen Stempel aufdrücken. 2-


Kasim Rabihic: Weitaus stärker als in seinen letzten Auftritten. Ist merklich effektiver, wenn er technisch anspruchsvolle Bälle im letzten Drittel verteilt. 2-


Rodney Elongo-Yombo: Perfektes Beispiel für die Wichtigkeit von Selbstvertrauen. Agierte die erste halbe Stunde teils gruselig und war nach seinem Treffer dann der wohl stärkste Saarbrücker in der Offensive. 2


Kai Brünker: Sehr engagiert gegen den Ball, präsent in der Box und als Abschlussspieler nach wie vor Extraklasse in dieser Liga. 2


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