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Neue Beratungsstelle am UKS bietet psychosoziale Nachsorge für ehemalige krebskranke Kinder und Jugendliche

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Am Universitätsklinikum des Saarlandes (UKS) ist das Angebot für ehemalige Patientinnen und Patienten der Kinderonkologie erweitert worden. In der Cappelallee in Homburg hat eine psychosoziale Nachsorgeberatungsstelle ihre Arbeit aufgenommen. Sie richtet sich an Menschen, die im Kindes- oder Jugendalter an Krebs erkrankt waren, sowie an deren Angehörige. Die Beratung ist kostenfrei und kann persönlich, telefonisch oder per E-Mail erfolgen.

Die neue Einrichtung ergänzt das bestehende Angebot der Klinik für Pädiatrische Onkologie und Hämatologie. Die Räumlichkeiten befinden sich im Dachgeschoss des „Hauses des Kindes und der Jugend“ und wurden durch eine private Anschubspende ausgebaut. Das UKS hat nach eigenen Angaben drei Stellen für den laufenden Betrieb geschaffen. Zudem wurde die Förderfähigkeit der Beratungsstelle durch die gesetzlichen und privaten Krankenversicherungen zunächst für drei Jahre bestätigt, wobei für das Jahr 2026 eine Teilförderung zugesagt wurde.

Nach Angaben des Klinikdirektors, Prof. Dr. Marc Remke, werden am UKS jährlich rund 60 Kinder und Jugendliche neu mit einer Krebserkrankung diagnostiziert und über mehrere Jahre medizinisch nachbetreut. „Wir bieten ihnen seit jeher auch eine psychosoziale Versorgung während der Behandlungszeit, wissen jedoch, dass das Ende der Therapie für viele Familien nicht das Ende der Belastungen und Herausforderungen bedeutet. Die Verarbeitung dieser einschneidenden Erfahrung ist ein Prozess, der Zeit benötigt. Aus diesem Grund freue ich mich sehr darüber, dass wir den Menschen in unserer neuen Beratungsstelle nun eine umfassende psychosoziale Begleitung und Unterstützung auch nach der ursprünglichen Erkrankung und Behandlung anbieten können“, erklärte Remke.

Das dreiköpfige Team der Beratungsstelle begleitet Betroffene nach Abschluss der Intensivtherapie unter anderem bei Fragen zur weiteren Entwicklung und beim Wiedereinstieg in Alltag, Schule, Ausbildung oder Beruf. Auch die Beratung zu möglichen psychischen Spätfolgen zählt zum Angebot. Dazu gehören beispielsweise Unterstützung im Umgang mit Ängsten, depressiven Verstimmungen oder traumatischen Erfahrungen. Darüber hinaus werden Betroffene bei der Bewältigung medizinischer Langzeitfolgen wie verminderter Belastbarkeit, Schlafstörungen oder Gewichtsproblemen unterstützt.

Diplom-Psychologin Iris Lein Köhler betont, dass nicht jede Belastungsreaktion eine psychotherapeutische Behandlung erfordert: „Häufig glauben Eltern, dass ihre Kinder nach einer schweren Erkrankung unbedingt eine Psychotherapie benötigen. In der Regel ist das nicht so. Außergewöhnliche Herausforderungen führen manchmal zu ungewöhnlichen Bewältigungsstrategien, die nachvollziehbar und verständlich sind. Sollten die Kinder dennoch eine Therapie benötigen, finden wir das in der Beratung gemeinsam heraus. Wir unterstützen sie und ihre Angehörigen dann dabei, spezialisierte Hilfe zu finden.“

Auch Angehörige können das Beratungsangebot nutzen. Laut Diplom-Sozialarbeiterin Martina Zimmer stehen viele Familien nach Abschluss der medizinischen Behandlung vor neuen Herausforderungen im Alltag. „Viele Angehörige stehen vor der Herausforderung, den veränderten Alltag zu gestalten und zu meistern. Wenn sie sich beispielsweise erschöpft, überlastet oder energielos fühlen, von Erinnerungen an die Behandlungszeit geplagt werden, Unterstützung bei der Klärung von Konflikten in der Familie wünschen oder Beratung und Begleitung suchen, um mit den bleibenden Folgen der Erkrankung oder Behandlung des Kindes umzugehen, dann sind wir für sie da“, erklärte Zimmer. Das Angebot umfasst bei Bedarf auch Unterstützung in sozialrechtlichen Fragen, etwa bei Antragstellungen oder beruflicher Neuorientierung.

Die Beratungsstelle arbeitet eng mit der Nachsorgeambulanz der Kinderonkologie am UKS zusammen und ist nach eigenen Angaben mit Reha-Einrichtungen, Therapeutinnen und Therapeuten sowie regionalen Unterstützungsangeboten vernetzt. Durch die räumliche Anbindung an die Elterninitiative krebskranker Kinder im Saarland e.V. sollen zudem kurze Wege zu Selbsthilfeangeboten ermöglicht werden.

Mit der neuen Einrichtung erweitert das UKS seine Nachsorgeangebote und reagiert auf den Bedarf nach langfristiger psychosozialer Begleitung für Betroffene und ihre Familien über die medizinische Behandlung hinaus.

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