StartPanorama180 Stadttauben in Saarbrücker City droht der Hungertod

180 Stadttauben in Saarbrücker City droht der Hungertod

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Tierschützer kritisieren Entfernung eines Taubenhauses – Verein fordert sofortige Notfütterung

In der Saarbrücker Innenstadt droht nach Angaben von Taubenschützern rund 180 Stadttauben der Hungertod. Hintergrund ist die Entfernung eines der beiden Taubenhäuser in der City. Seit dem vergangenen Wochenende haben die Tiere keinen Zugang mehr zu dem artgerechten Futter, das ihnen dort seit rund zwei Jahrzehnten zur Verfügung gestellt worden sei.

Bei saarländischen Tierschützern sorgt die Situation für Unmut und Entsetzen. Sie sprechen von einem „bewusst herbeigeführten Tiernotstand“ und fordern eine umgehende Notfütterung der verbliebenen Stadttauben.

Bereits im Vorfeld der Maßnahme hätten die ehrenamtlichen und erfahrenen Taubenhausbetreuer die Stadt darum gebeten, bei der Umsiedlung der Tiere an einen nahe gelegenen Ersatzstandort beteiligt zu werden. Nach Angaben der Tierschützer lehnte die Stadt diese Unterstützung jedoch ab. Stattdessen sei eine Firma mit der Umsiedlung beauftragt worden.

Die standorttreuen Tauben halten sich nach Angaben des Vereins inzwischen auf den Dächern rund um das Parkhaus Lampertshof auf. Sie würden weiterhin an der ihnen vertrauten Stelle auf Futter warten.

21 Jahre tierschutzkonforme Bestandsregulierung

Im Taubenhaus Lampertshof seien seit 21 Jahren die von den Tauben gelegten Eier gegen Eiattrappen ausgetauscht worden. Auf diese Weise sei die Population dort nach Angaben der Taubenschützer tierschutzkonform reguliert worden.

Der Verein weist darauf hin, dass Stadttauben Nachfahren domestizierter Haustiere seien und deshalb auf die Obhut des Menschen angewiesen seien. Eine ausreichende Versorgung mit Futter sei daher aus Sicht der Tierschützer zwingend erforderlich.

Der Verein fordert nun eine sofortige Notfütterung der rund 180 vor Ort verbliebenen Tiere. Das Aushungern von Tieren sei nach dem Tierschutzgesetz sowie nach EU-Recht streng verboten und könne strafrechtliche Folgen haben, heißt es.

Die Taubenschützer bemühen sich nach eigenen Angaben inzwischen um Schadensbegrenzung. Eine Anwältin für Tierschutzrecht sei bereits eingeschaltet worden.

Nach Auffassung des Vereins steht auch die Stadt Saarbrücken in der Verantwortung. Als Kommune sei sie verpflichtet, für das Wohl der Tiere Sorge zu tragen. Die derzeitige Situation widerspreche dem öffentlichen Interesse an einer tierschutzkonformen Regulierung der Stadttaubenpopulation in Saarbrücken, kritisieren die Tierschützer.

Ein Video zur Situation vor Ort haben die Taubenschützer auf ihrer Facebook-Seite veröffentlicht.

Link zum Film der Situation vor Ort: 

https://www.facebook.com/people/Stadttauben-Saarbr%C3%BCcken/100064427722112

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