Neunkirchen – Seit drei Jahrzehnten ist die ökumenische Wärmestubb in Neunkirchen eine wichtige Anlaufstelle für wohnungslose und bedürftige Menschen. Träger der Einrichtung sind die Diakonie Saar und der Caritasverband Schaumberg-Blies, die das Jubiläum mit einer kleinen Feier würdigten.
„Morgens mit einem Kaffee und belegten Brötchen beim persönlichen Austausch den Tag beginnen, das bieten wir unseren Gästen der Wärmestubb in Neunkirchen. Und das tut ihnen gut“, sagte Silke Schaum, Abteilungsleiterin Soziale Teilhabe bei der Diakonie. „Dieses offene Angebot schafft Vertrauen, Wertschätzung und ist oft ‚Türöffner‘ für weitere Hilfe.“
Täglich nutzen rund 50 Männer und Frauen das Angebot der Wärmestubb. Seit dem Ende der Corona-Pandemie und durch die steigende Inflation hat sich die Zahl der Gäste weiter erhöht. Viele von ihnen haben keine Wohnung, leben in prekären Wohnverhältnissen oder sind durch Krankheit, Arbeitsplatzverlust oder Drogenkonsum zusätzlich belastet.
Neben dem offenen Treff stehen zwei hauptamtliche Mitarbeiterinnen für Beratung und Unterstützung zur Verfügung. „Unser Ziel ist es ja grundsätzlich, die Lebenssituation der Menschen zu verbessern“, erklärte Caritasdirektor Dirk Schmitt. „Mit Blick auf den extremen Wohnungsengpass in der Stadt Neunkirchen, der sich immer weiter zuspitzt, ist das eine Herausforderung.“
Im Jahr 2024 wurden 255 Personen beraten. Dabei ging es unter anderem um Fragen der Grundversorgung, Wohnraumsicherung und die Vermittlung zu weiteren Hilfen. Gleichzeitig legen die Sozialarbeiterinnen Wert darauf, gesellschaftliche Teilhabe zu fördern. So knüpften sie an eine Fotoaktion aus dem Jahr 2023 an, die nun zum Jubiläum durch eine Mitmach-Ausstellung erweitert wurde.
Finanziert wird die Wärmestubb durch Mittel des Landes, der Kirchen sowie durch Zuschüsse des Landkreises. Darüber hinaus tragen Spenden von Unternehmen und Privatpersonen wesentlich zum Betrieb bei – darunter Geldspenden, aber auch Sachspenden wie Hygieneprodukte, Kleidung oder Schlafsäcke.

