StartFCS„Pick gegen alle“ – FCS-Spielanalyse: Erzgebirge Aue

„Pick gegen alle“ – FCS-Spielanalyse: Erzgebirge Aue

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Innerhalb dieser Woche hatten wir uns mit der fehlenden Kompaktheit im Spiel des 1. FC Saarbrücken beschäftigt. Jürgen Luginger, dem dieser Aspekt höchstwahrscheinlich schon länger ein Dorn im Auge war, reagierte auf die Anfälligkeit im Zentrum und stellte auf eine Dreier-/Fünferkette um.

Neu in die Mannschaft kamen somit Joel Bichsel und Abdoulaye Kamara. Zusätzlich ersetzte Philip Fahrner den erkrankten Niko Bretschneider, weshalb Calogero Rizzuto die linke Schiene bekleidete. Mit dem nun vierten verschiedenen System in den letzten drei Partien zeigte sich das Team zu Beginn merklich unsicher. Immer wieder wies Patrick Sontheimer als eine Art Dirigent die einzunehmenden Positionen zu.

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Erzgebirge Aue, die zwar mit neuem Trainer, dafür aber mit unveränderter Mannschaft auftraten, gewann direkt die Überhand. Saarbrücken stand zwar tief in der eigenen Hälfte, verfügte aber zunächst über keinerlei fußballerische Mittel. Aue bot seinen Fans einen ansehnlichen Kombinationsfußball, der den FCS vor große Probleme stellte. So flog eine Hereingabe nach der anderen in den Sechzehner der in Gelb auflaufenden Saarländer. Die letzte Genauigkeit sollte an diesem Nachmittag jedoch das unübersehbare Manko der Sachsen bleiben.

Gegen einen qualitativ besser aufgestellten Gegner wäre der sehr passive FCS in der ersten Viertelstunde definitiv in Rückstand geraten. Die Systemumstellung führte selbstverständlich zu einer gewissen Anpassungszeit, dennoch lieferte das Team von Jürgen Luginger eine erste halbe Stunde zum Vergessen ab. Aue brach mehrfach durch, mit Ball fiel dem FCS wenig ein.

Der FCS machte das Spiel im Ballbesitz sehr breit, die Schienenspieler rückten weit nach vorne. Sontheimer, Krahn und Kamara bildeten ein Dreieck im Mittelfeld. Baumann stand als Mittelstürmer bereit, und Pick erhielt alle Freiheiten. In der neunten Minute entstand ein erster Moment der Entlastung: Fahrner eroberte den Ball und schickte den Ausnahmespieler, dem es anschließend an den nötigen Optionen fehlte. Früh wurde offensichtlich, dass sich die Offensivbemühungen des 1. FC Saarbrücken einzig und allein auf Florian Pick stützen. So war es nach einer Viertelstunde erneut der Pfälzer, der nach starker Balleroberung und Weitergabe von Fahrner über die rechte Seite stürmte. Seine Flanke auf den zweiten Pfosten erwischte Baumann jedoch nicht richtig.

Der FCS erwachte mit dem Fernschuss von Fahrner, der nach gut 30 Minuten humorlos von der Strafraumkante abzog. Aue-Routinier Martin Männel rettete den noch abgefälschten Ball per Weltklasse-Reflex. Diese Gelegenheit motivierte das Team, von nun an immer wieder diesen Raum anzuvisieren. So kam kurze Zeit später Calogero Rizzuto zu einer ähnlichen Chance, und Abdoulaye Kamara legte aus derselben Lage für den heranstürmenden Sontheimer auf, der einen Abschluss von der Strafraumgrenze nahm.

Für die gefährlichste Situation in Halbzeit eins sorgte Dominic Baumann. Nach einem langen Schlag setzte er sich auf unnachahmliche Weise im Eins-gegen-eins durch, scheiterte aber an Männel (39.).

Halbzeit zwei startete ohne Wechsel zunächst ereignislos. Der 1. FC Saarbrücken hatte seine Ordnung nun gefunden und ließ kaum etwas Gefährliches zu. Es sollte die nächste „Pick-Show“ starten. In den ersten 45 Minuten noch etwas unauffällig, drehte der 30-Jährige nach der Pause auf. Kamara hingegen fremdelte merklich mit der Halbraumposition. In der 56. Minute überspielte er dann aber mehrere „Veilchen“ durch ein überragendes Solo. Er gab weiter zu Pick, der für Sontheimer auflegte, dessen Schuss anschließend an die Latte ging.

Drei Minuten danach folgte ein Sinnbild der Saarbrücker Offensive. Florian Pick ließ fünf (!) Auer aussteigen, behielt bei seinem Abschluss jedoch nicht die nötige Coolness. Diese Partie machte die Saarbrücker Abhängigkeit von Pick erneut deutlich. Man mag sich gar nicht ausmalen, wie das Team ohne ihn auftreten würde.

Defensiv agierte das Team weiterhin stabil, dementsprechend sah Jürgen Luginger wenig Gründe, etwas an der Ordnung zu ändern. Der erste Wechsel fand also erst rund 15 Minuten vor Spielende statt. Rodney Elongo-Yombo kam positionsgetreu für Kamara, blieb nach seiner Einwechslung aber erneut völlig wirkungslos. Patrick Schmidt, Tim Civeja und Sebastian Vasiliadis kamen noch deutlich später in die Partie und hatten ob der geringen Spielzeit nicht wirklich die Gelegenheit, sich auszuzeichnen.

So blieb es beim 0:0 – ein Ergebnis, das keiner der beiden Mannschaften hilft. Der Schachzug, durch eine Fünferkette mehr Stabilität in die Mannschaft zu bringen, ging nach einer halben Stunde auf. Auch der Fakt, dass man zum zweiten Mal in dieser Saison die Null hielt, sollte für Aufmunterung in der Defensive sorgen. Vorne fehlte es neben der Effektivität vor allem an Unterstützung für Florian Pick. Pick ist eindeutig überqualifiziert für diese Liga, er wird den Nichtabstieg aber nicht allein stemmen können. Saarbrücken ist seit drei Spielen torlos und darauf angewiesen, dass sich die Offensivpower etwas breiter verteilt.

Fotogalerie aus dem Erzgebirgsstadion von Catharina Kuhn:

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